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Reviews

Skyjack

Let The Sky Open Under Your Feet


Info

Musikrichtung: Jazz Fusion

VÖ: 03.07.2026

(Kujua Records)

Gesamtspielzeit: 67:00

Internet:

https://skyjackmusic.com/
https://www.martinaweinmar.de/commitment/

Vor dreizehn Jahren wurde das Quintett namens Skyjack gegründet. Diese südafrikanisch-schweizerische Formation hat mit Let The Sky Open Under Your Feet nun ihr mittlerweile viertes Album vorgelegt. Die Arbeit mit den zwölf Songs hat man sich brüderlich geteilt und somit bereits signalisiert, ein Gemeinschaftswerk geschaffen zu haben!

Zum Start des Albums geht es mir spontan so, dass Assoziationen geweckt werden. Als langjähriger Freund eines bestimmten Plattenlabels erscheint das hinsichtlich einer musikalischen Ausprägung. Ich meine das Label ECM Records, an die Stimmung vieler dortiger Produktionen muss ich bei „I Say“ sofort daran denken. Dieser luftig leichte Rhythmus, diese dezent verträumte Stimmung mit diesem „Hinwegschwebcharakter“, Jonno Sweetman, der diesen Song komponierte, erinnert mich dann auch an den damals oft tätigen „Label-Drummer“ Jon Christensen, mit dieser teilweise auch zarten Spielweise, die gleichzeitig sehr gestaltend wirkt und die sich darüber entwickelnde dahinschwebende und leicht melancholisch-schöne Stimmung einverleibt. Ein mich packender Auftakt.

Und dann folgt die nächste Assoziation, „Another One For Bra Zim“ vom Pianisten Kyle Shepherd, ja, da fühle ich mich inmitten des Kosmos des jüngst verstorbenen Abdullah Ibrahim (Dollar Brand), und das passt ja schließlich, der Kreis schließt sich, stammt er doch aus Südafrika und somit wird die südafrikanische Ausprägung von Skyjack ein wenig abgebildet. Ein knapp einminütiges Zwischenspiel von Shane Cooper am Bass leitet über zum Titelsong, der eine weitere Stimmung ausstrahlt. Das ist nicht der filigrane Jazz, sondern hier mischen sich afrikanische Einflüsse mit der Spielart der Jazz-Fusion. Aus dem Pressetext erfahre ich, dass der Titel aus einem Gedicht des im 13.Jahrhundert geborenen afghanischen Dichters Jalaluddin Rumi stammt, „Cry Out In The Weakness“. So habe das Gedicht trotz der Entfernung von Jahrhunderten angesichts der jüngsten weltweiten Ereignisse eine ergreifende Unmittelbarkeit. „Es gibt solche Helfer auf der Welt, die eilen, um jeden zu retten, der um Hilfe ruft. Wie die Barmherzigkeit selbst laufen sie auf die Schreienden zu. Und sie lassen sich nicht kaufen.“

Und so trägt Shane Cooper vor, dass die Musik von einem kollektiven Geist der Empathie und des Strebens nach dem Licht durchdrungen sei, ein Geist, den man gerade jetzt brauche! Und dieser kollektive Geist ist von den fünf Musikern im Rahmen von Jazzfeeling, südafrikanischen Traditionen, Kammermusik und mit einem gelegentlichen Groove in gemeinschaftlicher Verbundenheit umgesetzt worden.

Und dieser Geist springt, zumindest auf mich als Hörer, über, und so denke ich, ich werde nicht der Einzige bleiben, der sich an dieser engagierten und hochklassig inszenierten Musik erfreuen wird. Hierbei sollte man nicht explizit auf einzelne Songs abstellen, sondern sie alle als Gesamtkonzept betrachten und begreifen, und so kommt man zwar in den Genuss einzelner Solobeiträge, so wie sich zum Beispiel Saxofonist Stucki solistisch in einen Nachtfalter verwandelt, klasse, diese Einleitung („Night Moth“) zum hypnotischen „Night Moth's Flutter To Eternity“, bevor man sich mit „Shozi“ leider schon verabschiedet, und hier ist die Musik eindeutig auf südafrikanische Jazz-Tradition ausgerichtet, so lande ich gedanklich noch einmal ganz stark bei Abdullah Ibrahim.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 I Say ( 6:47)
2 Another One For Bra Zim (10:28)
3 Bass Below (0:59)
4 Let The Sky Open Under Your Feet (6:33)
5 Radiate (8:02)
6 Mantra For Reef (3:29)
7 The Cloudspotting Sunbeam (4:51)
8 Ayan (7:37)
9 Surrender Yourself To That Which Moves You (5:44)
10 Night Moth (1:28)
11 Night Moth's Flutter To Eternity (5:58)
12 Shozi (4:47)

Besetzung

Shane Cooper (double bass)
Marc Stucki (tenor & soprano saxophone)
Kyle Sheppard (piano)
Andreas Tschopp (trombone, kudu horns)
Jonno Sweetman (drums)
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So bewerten wir:

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