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Live at the Capitol, Hannover
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Info
Musikrichtung:
Hard Rock
VÖ: 12.06.2026 (1991) (Metalville / Edel) Gesamtspielzeit: 67:45 |

Vor zwei Monaten haben wir hier das 1989 aufgenommene Album Live at the Marquee besprochen. Bis die Sweet zwei Jahre später in Hannover auf die Bühne gingen waren von der Londoner Besetzung nur noch Ur-Sweet Andy Scott und die spätere Slade-Stimme Mal McNulty mit dabei, der sich in Hannover mit Andy Scott den Lead Gesang teilt, während er sich in London noch den Bass umgehängt hatte. Phil Lanzon hatte die Band in Richtung Uriah Heep verlassen. Auch der zweite Ur-Sweet Mick Tucker und Ex-Iron-Maiden-Stimme Paul Mario Day waren gegangen.
Neu dabei war nun (für immerhin 14 Jahre) Jeff Brown am Bass. Zuvor war er unter anderem bei der NWoBHM-Band Wildfire engagiert. Auch Steve Mann ( (für die nächsten sechs Jahre an Gitarre und Keyboards) entstammt der NWoBHM-Szene und spielte unter anderem bei Lionheart und MSG. Genau wie der nur für kurze Zeit bei den Sweet aktive Drummer Bodo Schopf war Mann zeitweise bei der hannoverschen Kraut- und Prog-Ikone Eloy aktiv.
Der Personalwechsel hat der Band nicht geschadet. Ob man die Formulierung „Aufgenommen auf dem Höhepunkt ihrer Live-Power“ (Promozettel) so 100%ig stehen lassen sollte, sei mal dahin gestellt. Aber wir erleben definitiv ein gut geölte Hard Rock Maschine, die sich offenbar ganz gezielt das härtere Material aus dem Backkatalog der einst als Bubble-Gum-Pop-Band gestarteten Truppe heraus gesucht hat. „X-Ray-Specs“ ist dabei die einzige damals aktuelle Nummer, die auf Live at the Capitol zu hören ist.
Nachdem das Programm mit zwei härteren Nummern eröffnet wurde folgen zwei etwas poppigere Rocker und dann mit der Fast-Ballade „The six Teens“, eine Pop-Nummer mit viel Melodiegefühl. Danach wird wieder mehr Gas gegeben.
Zu einem der Höhepunkte wird (wieder einmal) das progressive „Love is like Oxygen“, in dessen instrumentalem Zentrum Klassiker wie „Highway to Hell“, „Smoke on the Water“ und „You really got me“ angespielt werden. „Set me free“ setzt da noch einen drauf. Ein tolles Orgel-Solo lässt die großen Jahre von Deep Purple in den 70ern wieder aufleben.
Danach hagelt es Hit auf Hit. Die Stimmung kocht. Mit „Fox on the Run“ wird noch einmal die Pop-Fraktion bedient.
Eine klasse Stunde Nachhilfe-Unterricht für alle, die immer noch der Meinung sind, mit den Sweet ein Pop-Leichtgewicht vor sich zu haben.

Trackliste
| 1 | Hellraiser | 3:55 |
| 2 | AC/DC | 3:57 |
| 3 | X-Ray Specs | 3:56 |
| 4 | Sweet F.A. | 5:21 |
| 5 | The six Teens | 4:24 |
| 6 | Burn on the Flame | 4:16 |
| 7 | Cockroach | 5:16 |
| 8 | Action | 3:47 |
| 9 | Love is like Oxygen | 7:11 |
| 10 | Set me free | 6:17 |
| 11 | Blockbuster | 4:01 |
| 12 | Teenage Rampage | 3:57 |
| 13 | Introduction | 1:36 |
| 14 | Fox on the Run | 5:17 |
| 15 | The Ballroom Blitz | 4:40 |
Besetzung
Jeff Brown (B, Back Voc)
Steve Mann (Git, Keys, Back Voc)
Andy Scott (Git, Voc)
Gast:
Bodo Schopf (Dr)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

