Reviews
Holler Serenade
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Info
Musikrichtung:
Jazz/Fusion
VÖ: 27.06.2026 (Eigenproduktion) Gesamtspielzeit: 50:16 Internet: https://adamrosemusician.com/bio/ https://jazzfuel.com/ |

Der Gitarrist Adam Rose wurde in Philadelphia groß und lebt nun in Asheville, North Carolina. Wir starten Holler Serenade mit „Sailing On The Potomac“, der Song strahlt in etwa jene Musik aus, wie sie teils auch von Pat Metheny gespielt wurde, dieses leichte und luftige Fließen mit diesem sehr weichen Anschlag der Saiten, fast schon „butterweich“ klingend, ein zart perkussiver Anschlag. Ansonsten kann ich im Spiel von Rose auch Spuren von Jim Hall vernehmen bei einigen Passagen.
Darüber hinaus besitzt der Song mit seinem Thema schon fast so etwas wie einen „Hit-Charakter“, mich erinnert es teilweise leicht an die Komposition „Up Up And Away“ von Jimmy Webb, bekannt geworden durch die Band 5th Dimension.
Doch dann wird auch ein echter „Hit“ geboten mit „Bye Bye Blackbird“ von Ray Henderson, viele Vokalversionen gab es davon, und die Instrumentalversion von John Coltrane dürfte vielen Jazzern sicher auch in guter Erinnerung sein. Doch dieser Song als auch „The Turnaround“ (Ornette Coleman) sind die einzigen Fremdkompositionen, stammen doch die Übrigen vom Protagonisten.
Und es bleibt nicht bei der Ausgestaltung der Musik, innerhalb der acht Songs gibt es durchaus andersklingende Strömungen. Der „Fog Valley Sunrise“ könnte auch in einem anderen Genre „untergebracht“ werden, reiner Jazz ist es nicht, hochwertige Unterhaltungsmusik mit einem gewissen „Filmmusik-Charakter“ und einem Hauch aus dem Bereich der Klassik, was die Melodik betrifft, Taylor Pierson, der Keyboarder, setzt entsprechende Akzente. Und auch die Gitarre erklingt etwas anders, hier mit einem leichten Vibrato gespielt und das Solo wird eine Aneinanderreihung schöner Melodiefolgen.
Mit „Hollywood Commons“ kommt nun das Wah-Wah-Pedal zum Einsatz, und über dem sanftem Groove reicht der Sound klar in Richtung Fusion, in etwa auch in den Siebzigern verortet. Ein tanzbarer Song, der das Repertoire noch einmal um diesen Sound erweitert. Ich las, dass das Album an einem einzigen Tag live eingespielt wurde. Ja, dieses kann man nachvollziehen, weil die Musik recht ungezwungen wirkend, mit Elementen spontaner Improvisation gekoppelt, als ein Gemeinschaftsprojekt der vier Musiker als solches hörbar wird.
Mit „Double Entendre“ stellt sich eine weitere Stimmung vor, dezentes Latin-Feeling stellt sich ein, und Rose stellt sein Gitarrenspiel nun mit einer dezent verzerrten Ausprägung vor, sowie später mit elektronischer Verfremdung, sie wie einen Synthie klingen lassend. So bin ich gespannt, wie sich „The Turnaround“ des avantgardistischen Jazzers Ornette Coleman darstellen wird. Dieser hatte den Song 1959 vorgestellt, noch relativ ruhig im Fahrwasser des Hard Bops eingespielt.
Nun klingt es im Ausdruck anders, zwar ist das der am meisten mit Swing behaftete Titel und so kann ich mir gut vorstellen, dass diese Band auch gut ein komplettes Album mit Coleman-Kompositionen einspielen könnte.
Eines ist mir jedoch nicht logisch. Gemäß der Interpreten-Angabe wird der Protagonist mit dem zusätzlichen Mountain Jazz Quartet angeführt. Da jedoch bereits inklusive ihm das Quartett-Format erfüllt ist, passt es doch nicht, oder?

Trackliste
2 Bye Bye Blackbird
3 Fog Valley Sunrise
4 Haywood Commons
5 Double Entendre
6 Little Ms. Understanding
7 Theresa’s Journey
8 The Turnaround
Besetzung
Steve LaSpina (bass)
Taylor Pierson (keys)
Jeff Sipe (drums)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

