Reviews
Easy Peeler
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Info
Musikrichtung:
Indie Rock
VÖ: 05.06.2026 (PIAS) Gesamtspielzeit: 44:18 Internet: https://brockhoffmusic.com/ https://www.pias.com/ |

Brockhoff, hinter diesem Bandnamen steckt Lina Brockhoff aus Hamburg, die auf diesem, ihrem Debüt-Album Easy Peeler singt und Gitarre spielt. Schublade? OK – Indie Rock schlage ich mal vor, allerdings dürfen Hard-Rock- und Pop-Elemente nicht unterschlagen werden.
Mit dem Opener, dem Titeltrack, werde ich mit einem relativ einfach gestrickten Song empfangen und treffe auf eine recht zarte Stimme, und das wiederholt sich im Laufe der vierzehn Songs, hinzu kommt mein Eindruck, dass der stimmliche Vortrag recht „dünn“ im Ausdruck ist, dazu noch oft recht anteilnahmslos und manchmal gelangweilt klingt, und wenn Lina dann noch erdrückt wird von satten Arrangements, wie es mitunter dergestalt zutrifft, dass einigen Songs volle Breitseiten mit überdrehten Gitarren beinhalten, dann gewinne ich rasch den Eindruck, dass für diese Art von Musik ein(e) kraftvollerer Shouter*in vonnöten gewesen wäre.
Man könnte zwar diesen Aspekt, als dass man versuchte, Gegensätze in der Gestaltung beizuziehen, versuchen zu berücksichtigen, doch befriedigend ist es nicht wirklich. Viele Songs strömen einfach nur vor sich hin, sind nur in einigen Parts ein wenig griffig, so manches wirkt lustlos und nur bei einigen Titeln passt das Gesamtbild besser zusammen, beispielsweise gleich mit „Willows“, ein recht sanfter Song, bei dem sich die Stimme auch besser integriert und zugänglicher wird es hier auch, weil mehr Harmonie und Melodik einbezogen wurden.
In der Summe der Songs betrachtet, finde ich recht wenig Abwechslung, „Japanese Garden“ ist sicher eine Ausnahme, wird hier doch ein Ansatz von Grunge-Feeling eingebracht, diese „gequetschte“ Gitarre bringt Leben in die Bude, bis auf die auch hier flüsternde Stimme. Mein Favorit ist „Front Row“, hier spüre ich dieses schleppend-laszive Feeling, wie man es von vielen Neil Young-Songs kennt., ja, hier stimmt für mich die Mischung, und hieran, an diesem Feeling, sollte sich die Band orientieren, zumal auch hier wieder die harmonischen und melodischen Elemente sehr angenehm prägend sind. Mit anderen Worten, hier schlummert doch etwas Potential, und ausbaufähig ist die Musik sicherlich in Hinblick auf eine weitere Produktion.

Trackliste
2 The Carpet Song
3 Willows
4 Sunny Day (Deadline)
5 Blue Star
6 Front Row
7 Nothing Can Be Fixed In This Place
8 Dirty Dream
9 Japanese Garden
10 I’ve Stopped Getting Chills For A While Now
11Cruel
12 Sleep It Off
13 It Never Happened
14 Hot Wheels
Besetzung
Christian Hartung (guitar, keys, synth)
Fabian Huch (guitar)
Jente Tabeling (drums, percussion)
Paul Göstenmeier (bass)
Strings arranged by Christian Hartung and performed by Shir-Ran Yinon (Violin and Viola) and Martin Bentz (Cello)
Felix Hoffmann (additional keys and organ)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

