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Reviews

David Giesel

Echoes Of The Unknown


Info

Musikrichtung: Jazz-Fusion

VÖ: 29.05.2026

(Double Moon Records)

Gesamtspielzeit: 41:41

Internet:

https://davidgiesel.com/
https://www.challengerecords.com/catalogue/7/
https://www.newartsint.com/
https://www.jazzthing.de/

Die Reihe „Jazzthing Next Generation“ des Magazins Jazzthing präsentiert auf dem Weg der Talentsuche ein weiteres Kapitel mit Vol. 113 und mit dem deutschen Komponisten und Schlagzeuger David Giesel wird dessen Debütalbum vorgestellt.

Bis auf die Tracks 3 (Albin Ormegard) und 8 (Moritz Langmeier) stammen alle Kompositionen vom Bandleader, doch schließlich bilden alle acht Songs des Albums eine durchgehend gleichlautende Einheit im Ausdruck dieses mit spannender Musik gespickten Albums. Giesel ist als Drummer zwar relativ aktiv außerhalb der puren Rhythmusgebung, doch nie aufdringlich, sondern vielmehr ist er Bestandteil dieses hervorragenden Kollektivsounds aller Beteiligten.

Und so können viele Jazzliebhaber, die stilistisch unterschiedlich orientiert sind, auf ihre Kosten kommen können. Denn das Quartett strahlt sehr viel Kreativität aus, persönlich gefällt mir der schwedische Gitarrist Albin Ormegard sehr gut, neben dem Jazzcharakter der Songs scheint er mir dann öfter „über den Tellerrand“ zu schauen, indem er auch andere Elemente einbringt. Ganz angenehm fällt mir das unter anderem bei „My Heart Is Dancing Into The Universe“ auf, wenn er mit leicht angezerrtem Gitarrensound ein ganz besonderes Flair einbringt, und dieser Song erinnert mich im Übrigen auch an ähnlich gelagerte Musik, die mir aus den Sechzigern im Bereich der anwachsenden Fusion-Bewegung bekannt wurde, vielleicht gar ein Hauch von John McLaughlin...

Insgesamt treffe ich nicht auf vorwiegend typischen swingenden Jazz, recht viele Fusion- und Rock-Elemente sind anzutreffen, wie zum Beispiel der dezent schleppende Rhythmus mit „This Is For Jim“. Und genau das macht den Reiz dieser Musik aus, diese Art von Offenheit auf dem Boden von Jazz, sich ständig öffnend, und die sich jeweils breitflächigen Ebenen, auf denen sich Langmaier und Ormegard brillant und einfallsreich austoben können. Und so stelle ich fest, dass diese junge Band wie ungezwungen in der Geschichte des Jazz stöbert und eigentlich, wahrscheinlich unbewusst, eine ungefähre Linie gezogen hat, die sich an der Entwicklung, wie sie sich im Genre etwa ab Mitte der Sechziger etablierte, orientiert zu haben scheint. Und genau diese Ära ist aus meiner Sicht in die Jetztzeit transportiert worden und lässt Erinnerungen wach werden, und gleichzeitig etwas Neues bietet aufgrund einer zu spürenden Spontaneität innerhalb der vorgegebenen Strukturen innerhalb der guten Kompositionen.

Eine kurze „Unterbrechung“ erleben wir dann mit „Moods“, mit dem Vortrag von Dae Bryant, der hier einen gesprochenen Text vorträgt über einem coolen Hintergrund, der von Keyboards und Gitarre illustriert wird.
Mit dem nach dem wunderschönen „Day Dream“ gibt es einen Abschied mit dem weiteren ganz schönen Song „Where Nothing Is Certain And That`s Okay“, hier werden wir sehr emotional und sehr harmonisch verabschiedet, der schwebende Gitarrensound im Hintergrund ist angenehm ausfüllend, ein Hauch „ECM“ schwirrt durch den Raum, ansonsten wird die Musik des Albums grundsätzlich von einem gewissen Groove erfüllt, der sie sehr zugänglich werden lässt, sicher auch für Nicht-Jazz-Affine.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Trial And Error (5:00)
2 My Heart Is Dancing Into The Universe (5:27)
3 This Is For Jim (4:22
4 We Dream Of The Road To Paradise (4:52)
5 Moods (5:16)
6 Day Dream (5:03)
7 Echoes Of The Unknown (6:02)
8 Where Nothing Is Certain And That`s Okay (5:35)

Besetzung

Albin Ormegard (guitar)
Moritz Langmaier (piano & keyboards)
Thomas Fuller (double bass)
David Giesel (drums)
Dae Bryant (voice - #5)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger