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Reviews

Hermine Deurloo & Anton Goudsmit

Unfiltered


Info

Musikrichtung: Jazz Fusion

VÖ: 01.05.2026

(Challenge)

Gesamtspielzeit: 27:54

Internet:

https://www.herminedeurloo.com/
https://antongoudsmit.nl/
https://www.challengerecords.com/
https://www.newartsint.com/

Heute führt mich der Jazz in die Niederlande. Die Mundharmonika-Virtuosin Hermine Deurloo und der Gitarrist Anton Goudsmit aus der Amsterdamer Jazz-Szene stellen ihre gemeinsame Produktion Unfiltered vor. Hierbei bedienen sich die Beiden vorwiegend mit Fremdkompositionen, lediglich die Tracks 5, 7 und 8 stammen von Goudsmit.

Ganz ungewöhnlich startet der Reigen der acht Songs mit „Moon River“, nach der jazzigen Einleitung mit der Gitarre wandelt sich die Stimmung sofort in eine Richtung, die wie „Filmmusik“ klingt, wenn die Mundharmonika mit dem Thema einsetzt. Doch schon bald lösen sich die Beiden und lassen den Song frei fließen in improvisatorische Weite, nicht um stets wieder die Basis des Themas hervorzuholen. Eine sehr interessante Interpretation dieses Klassikers!

„What's Your Story, Morning Glory“, auch eine ungewöhnliche Bearbeitung dieses Originalsongs aus 1938, Gitarrist Goudsmit setzt ein Rhythmusfundament, indem er die Saiten hart und perkussiv anschlägt und später bei seinem Solo recht rockige Töne anschlägt, entgegen diverser, eher im Swing angelegten Versionen ist hier etwas Neues geschaffen worden.

Insofern habe ich den Eindruck im Verlaufe der fünf Fremdkompositionen, dass sie sehr individuell bearbeitet wurden und ein neues Eigenleben entwickelten, so zum Beispiel mit „Angel Nemali“ von Dudu Pukwana, ein 1974er Song aus den Townships, denn dieses eigentlich typische Flair strahlt hier gar nicht, dennoch hat man die Eigenart dieser Musik und dieses Songs sehr gut aufgenommen und auf ganz spezielle Art weiterverarbeitet.

„Throughout“ von Bill Frisell kenne ich von ihm aus dem Jahr 1983, das hatte er seinerzeit nur mit dem Bassisten Arild Andersen eingespielt, und ich erinnere mich gut an diesen verhallten und dahinschwebenden Sound, der fesselte, diesen Song spielte er jedoch allein ein. Die Ruhe des Originals wird zwar auch hier ausgestrahlt, Hermine Deurloo kommt die Aufgabe zu, dieses Schweben nachzuahmen, und ihr Kollege füllt den Sound aus, bis er soliert auf seine Weise. Nach Frisell klingt er dann schon eher auf seiner Komposition „Droplul“ mit den schwebenden Ausschmückungen.

So, als wolle man eine Situation beschreiben, als würde jemand guten Mutes und lockeren Schrittes loswandern wollen, ja, so empfinde ich es beim letzten Song „M.I.C.“, ja, und wieder eine unerwartete Nuance innerhalb dieses doch begrenzten Instrumentariums mit nur zwei Instrumenten. Doch diese forsche Wanderung kommt nach 2:20 rasch zum Stillstand, und damit komme ich zum Nachteil dieser Produktion - nur knapp achtundzwanzig Minuten beträgt die Spielzeit!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Moon River (3:15)
2 What's Your Story, Morning Glory (3:31)
3 Je Ne Sais Quoi (3:44)
4 Angel Nemali (3:54)
5 Droplul (4:06)
6 Throughout (4:18)
7 Pastéis De Nata (2:29)
8 M.I.C. (2:20)

Besetzung

Hermine Deurloo (chromatic harmonica)
Anton Goudsmit (guitar)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger