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Electric Love
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Info
Musikrichtung:
Modern Soul/R&B
VÖ: 08.05.2026 (ATO Records) Gesamtspielzeit: 42:30 Internet: https://www.brotherwallace.com/ https://www.roughtrade.com/de https://www.pias.com/ https://atorecords.com/ |

Ich zitiere den Aufkleber auf der CD-Verpackung:
„Debut Album. Georgia-born powerhouse vocalist steeped in a groove-driven fusion of gospel, R&B, soul, hard-hitting drums, hypnotic guitar und rollicking piano riffs.“
Nun, das klingt vielversprechend, ich bin gespannt, was mich mit den dreizehn Songs des Albums Electric Love von Brother Wallace erwartet!
Mit schwer schleppenden Drums startet der Reigen mit „Who's That“, dazu eine satte Bläser-Sektion und gospelige Background Vocals, etwas fühle ich mich auch zurückversetzt in die Anfangstage des Buddy Miles Express. Persönlich halte ich den Sound des Schlagzeugs etwas zu prominent, wird dadurch der grundsätzlich vorhandene Groove ein wenig „niedergetrampelt“. „You're The Man“, und wieder dieser harte Drumsound, schade, ein wenig mehr „Federung“ hätte gut getan, vielleicht ein Blick in Richtung der Muscle Shoals Rhythm Section wäre angebracht gewesen. So kommt auch das Funk-Feeling ein wenig zu kurz und wirkt auf diese Weise recht steril. Besser gelingt es mit "Gone With The Wind" mit Ben Koch als Schlagzeuger, ein echter Unterschied!
Unabhängig davon bemerkt man, wie hier verschiedene stilistische Elemente und verschiedene Ären der Musikgeschichte zusammengefügt wurden. Da ist der Soul à la STAX vorhanden, einige Spuren Phillysound kann ich ausmachen, modernen Dancefloor-Sound, und eine damit in Verbindung stehende Ausrichtung zur Band des Produzenten Dan Taylor (The Heavy), denn von jener Band ist hier einiges deutlich zu spüren, gerade auch, weil Drummer Christopher Ellul dort auch mitspielt.
Ein dicker Schuss in die Moderne übermittelter Motown-Sound ist auf dem Titelsong präsent, jedenfalls anteilig, ein wenig The Four Tops inklusive. Der Protagonist selbst hat eine ausdrucksstarke Stimme mit einer rauen Ausrichtung, leider verschwindet diese jedoch mitunter im recht dichten Sound der Produktion und sollte stattdessen besser in den Vordergrund gerückt werden. Bei „Top Shotta“ kommt Brother Wallace dann viel besser zur Geltung und kann seinen Stimmumfang und sein Feeling besser ausbreiten.
In diesem Zusammenhang sollte man sich auf Balladen freuen, und hier ist sie, mit „No God In This Town“. Hier spüre ich das Feeling von Otis Redding, der beste Song bisher, ganz klar, das ist für mich Soul voller Leidenschaft, im Fahrwasser des Southern Souls. Kraftvoll treibend rast „Who Do You Love?“ dann wieder dahin, im Prinzip ein starker Song, doch die absolut hackenden Drums bremsen dergestalt, dass man sie mit einem anderen Schlagzeugsound hätte wesentlich elastischer und federnder hätte gestalten können. So wird dem Song durch diese Art brachialer Bearbeitung ein wenig die Seele genommen, das hätte eine richtige „Gospel-Bombe“ werden können!
Ganz anders verhält es sich dann mit „Any Day Now“, hier wird ein Streichquartett spendiert und unterstützt eine sanfte Gitarrenbegleitung ganz einfühlsam, eine wunderbare romantische Stimmung, die sich in die Seele bohrt, wird hiermit erzeugt!
Ein weiterer Höhepunkt ist „Hope Of Fools“, hier begleitet sich der Protagonist selbst auf dem Piano, dazu etwas dezente Perkussion und schon stellt sich mit einfachen Mitteln etwas Swing ein. „Let's Get Together“ scheint zur Messe zu rufen, eingeleitet durch eine satte Orgel und ich vernehme Handclaps, bevor das unbarmherzige dumpfe Schlagzeug leider wieder zuschlägt. Ohne das wäre hier ebenfalls ein ganz toller treibender Gospel-Song entstanden, denn das Feeling in diesem Metier ist inklusive der energisch auftretenden Background Vocals absolut vorhanden.

Trackliste
2 You’re The Man
3 Gone With The Wind
4 Electric Love
5 Top Shotta
6 No God In This Town
7 Who Do You Love?
8 Any Day Now
9 A Patient Man
10 Midnight Valley
11 Jealous
12 Hope Of Fools
13 Let’s Get Together
Besetzung
Dan Taylor (guitar, bass, drums, conga)
Christopher Ellul (drums)
Spencer Page (bass, piano - #4, 6)
Alyssa Crayton (backing vocals)
DeMya Milligan (backing vocals)
Daniel Hill (backing vocals)
Brian Hargreaves (tenor sax, horn and string arrangements)
John Pratt (baritone sax)
Alfie Grieve (trumpet)
Joss Murray (trumpet)
Ben Koch (drums - #3)
James Gow (cello)
Anneka Sutcliffe (violin)
Oisin Mineur (violin)
Carlos Augusta Yanez (viola)
Alex Heane (double bass)
Toby McLaren (piano - #9)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

