Reviews
Unrest in the West (weißes Vinyl)
![]() |
Info
Musikrichtung:
Black Sabbath Cover
VÖ: 07.11.2025 (Ripple) Gesamtspielzeit: 45:41 Internet: http://www.blacksabbitch.com |

Es ist zumindest erst mal eine interessante Idee, den doomigen Heavy Metal von Black Sabbath, mit einer rein weiblichen Band einzuspielen. Black Sabbitch konzentrieren sich dabei auf die acht Alben, bei denen in den 70er Jahren Ozzy Osbourne Frontmann war, bevor 1980 Ronnie James Dio das Mikrofon übernahm.
Die Alben Paranoid (1970)und Technical Ecstasy (1976) wurden dabei übersprungen, während Master of Reality (1971) gleich drei Mal berücksichtigt wurde. Das überrascht vor allem im Fall des mit Klassikern nur so gespickten Paranoid, aber – und das zeichnet Unrest in the West erst einmal aus. Die vier Damen haben bei der Auswahl vor allem in der zweiten Reihe gefischt und praktisch vollständg auf das Naheliegende verzichtet – Ausnahme der Klassiker „Children of the Grave“, einer der drei Master of Reality-Tracks.
Ob dem Album das gut getan hat? Wirkliche Ausrufezeichen-Songs fehlen auf Unrest in the West schlicht und ergreifend. Dennoch lohnt sich das Album, wenn man auf die richtige Weise herangeht. Vor allem sollte man dem Quartett nicht gleich das tödliche Messer des Vergleichs mit dem Original ins Herz stoßen.
Das ist auch gar nicht angemessen. Ich glaube, wenn ich nicht wüßte, wo die acht Songs herstammen, wäre in dieser Review der Name Black Sabbath kaum gefallen. Erst einmal gibt es schon allein von der Stimme her kaum Berührungspunkte – und das gilt nicht nur für Ozzy, sondern eigentlich für alle Sänger, die mal an der Spitze der Brummies gestanden haben. Und auch sonst sind Momente, in denen mir spontan der Vergleich mit Sabbath in den Sinn gekommen wäre, nur vereinzelt zu finden. Einer dieser Momente ist das intensive Gitarrensolo am Ende von „A national Acrobat“.
Wären Black Sabbath so aufgetreten, wie die vier Amazonen, wären sie wohl nie als Urväter des Heavy Metal bezeichnet worden. Black Sabbitch sind deutlich näher am Hard Rock, als am Heavy Metal. Sie präsentieren ihn überwiegend düster bis doomig, gelegentlich („The Wizard“ mit seinem Mundharmonika-Intro) deutlich im Blues verwurzelt.
Highlights sind der melodische Doom-Rock „A hard Road“, der die erste Seite stark voran treibend beendet, und das bereits erwähnte „Children of the Grave“, das Melanie Makaiwi mit einem starken Bass-Intro einleitet.
Starke Versionen, bei denen ich in einigen Fällen Sabbitch gegenüber Sabbath bevorzugen würde.

Trackliste
1 Wheels of Confusion / The Straightener (8:18)
2 A national Acrobat (6:14)
3 The Wizard (4:23)
4 A hard Road (6:03)
Seite 2
5 Lord of this World (5:44)
6 Hole in the Sky (3:48)
7 Children of the Grave (5:00)
8 Into the Void (6:11)
Besetzung
Emily J. Burton (Git, Back Voc)
Angie Scarpa (Dr)
Alice Austin (Voc, Mundharmonika, Keys)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

