Reviews
First World Problems
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Info
Musikrichtung:
Urban Jazz / Swing
VÖ: 28.05.2026 (Prime Audio ) Gesamtspielzeit: 35:46 Internet: http://www.bjoernbergmann.com |

Eigentlich habe ich die Entscheidung gefällt, keine Reviews mehr zu Alben zu schreiben, die mir nicht in irgendeiner physischen Existenzform vorliegen. Eigentlich!
Dann bot mir eine nette Promoterin dieses Album des mir völlig unbekannten Björn Bergmann an und ich schaute mal auf Youtube, was der Mann denn so von sich gibt. Ich habe „Coffee first“ gehört … und meine guten Vorsätze sofort in den Müll geschmissen. Ich werde nicht warten bis mir besagte Promoterin Ende dieses Monats eine CD oder LP von First World Problems zusendet (Offizieller VÖ ist der 28. Mai 2026.), sondern bereits jetzt kurz vor dem digitalen Release (3. Mai) meine Review online stellen, der für mich eigentlich (sic!) keine wirkliche Veröffentlichung ist.
Nach dieser Einleitung dürfte eins bereits deutlich geworden sein: Allein der Song „Coffee first“ rechtfertigt die Anschaffung des Albums – und sollte das Video dazu auf der CD als Bonus enthalten sein, wäre in diesem Fall eindeutig die CD die bessere Wahl - vor dem Vinyl, das stilistisch wesentlich besser zu Bergmann passt, von dem ich aber gar nicht weiß, ob es überhaupt eine Vinyl-Edition geben wird.
Urban Jazz nennt Björn Bergmann seinen Ansatz – Großstadt-Jazz. Wer nun Hektik, Schweiß, Verkehrslärm, Drogentote und Stress erwartet, könnte falscher nicht liegen. Entspannt Euch! Wenn’s jetzt um Leben und Tod geht - „Let’s have a Coffee first.“ Tiefenentspannt und mit einem Lächeln im Gesicht tritt Bergmann allen First World Problems entgegen – und das sind keine Probleme der einstmals so genannten Dritten Welt. Für Kaffee und andere Annehmlichkeiten des Lebens ist offenkundig erst mal gesorgt. Bergmanns Texte haben Sinn und auch Tiefe, aber er ist weder Liedermacher noch Enthüllungsjournalist.
„Coffee first“ hat nicht nur einen genial ironischen Text, er kommt auch wunderbar relaxt und gleichzeitig beschwingt daher. Damit legt er die Latte für die folgenden Titel so hoch, dass es keinem weiteren gelingt, sie zu überspringen, aber einige sind ihm auf den Fersen. Das sind durch die Bank weg Stücke, die ebenfalls etwas mehr Tempo machen. Bergmann kann aber auch anders. Dann macht er gelegentlich mal einen auf Sinatra („Love don’t come this Way“) und auch da macht er ein gutes Bild. Hört Euch nur mal „Everything will be alright“ und „Losing you“ an. Wenn man solche Stücke als die Lowlights eines Albums bezeichnen kann, sagt das einiges über das Niveau aus, auf dem man sich bewegt.
Gehen wir aber noch mal zurück zu den Songs, die dem Kaffee auf den Fersen sind. Direkt hinter ihm geht flott und lebendig und völlig unverschwitzt „So boring“ ins Ziel, das auch von der ironischen Attitüde gut mithalten kann. „Feelings“ ist die wildeste Nummer des Albums, eine Tochter des Charlestons mit tollem Drumming. Das recht bassig angelegte „Too much Lovin’“ sorgt dafür, dass unter den ersten vier Songs drei Highlights sind. „When the Devil calls my Name“ kocht höllisch heiß auf und zwingt geradezu auf die Tanzfläche. Ganz eigen ist der gefühlvolle Schmeichler „Everytime the Sun shines“, der auch bei den New Romantics der 80er hätte punkten können. Heute könnte er gemeinsam mit Ed Sheeran an den Start gehen.
Sollte die CD in entsprechender Aufmachung erscheinen, wäre ich für eine 20-Punkte-Review offen. Da wird es dann wahrscheinlich auch eine Besetzungsliste geben und man wüsste welchem Drummer (s.o.) man auf die Schulter klopfen sollte.

Trackliste
| 1 | Coffee first | 2:55 |
| 2 | Too much Lovin’ | 3:00 |
| 3 | Try again | 2:44 |
| 4 | So boring | 2:32 |
| 5 | Love don’t come this Way | 3:02 |
| 6 | Everything will be alright | 2:26 |
| 7 | Feelings | 2:36 |
| 8 | Everytime the Sun shines | 4:28 |
| 9 | When the Devil calls my Name | 3:35 |
| 10 | Thing called Love (Pre Version) | 4:12 |
| 11 | Losing you | 4:16 |
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

