Reviews
Blink 7
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Info
Musikrichtung:
Jazz / Fusion
VÖ: 24.04.2026 (Challenge) Gesamtspielzeit: 41:20 Internet: https://www.marcusklossek.de/ https://www.challengerecords.com/home https://www.newartsint.com/ |

Drei Jahre sind vergangen, seit Blink 6 des in Berlin lebenden Gitarristen Markus Klossek erschien. Beim nun vorliegenden Nachfolger Blink 7 blieb die Besetzung des Sextetts bestehen, mit einer Ausnahme, denn auf drei Songs nahm man die Hilfe einer Sängerin in Anspruch, und zwar ist das die aus Korea stammende Chamin.
Wie erwartet, liegt eine Fortsetzung der Musik des vorherigen Albums vor, zeitgenössischer Jazz mit einigen Elementen von Fusion. Hervorzuheben ist auch hier das ineinander verflochtene Spiel aller Beteiligten, mit einer absolut sicher agierenden Rhythm Section, die sowohl Raum schafft für vier Solisten und gleichermaßen auf hohem Niveau entscheidend mitgestaltet.
„Go | Not“, der erste Einsatz für Chamin, mit flüsternder Einleitung, offensichtlich singt sie in ihrer Muttersprache und bringt daher nicht unbedingt ein reines Jazzelement mit ein, sondern einen gewissen Hauch von Exotik.
Zudem fällt mir auf, dass ich den Eindruck gewinne, dass sich auf Blink 7 die Musik offener präsentiert, stets mit großer Kreativität behaftet. Diese Fusion wird schließlich von jedem Musiker auf seine Weise ausgedrückt, Ignaz Dinné als Trompeter für mich mit dem größten Jazz-Anteil, Bassist Carsten Hein bringt mit dem Sound seines brummelnden E-Basses wichtig stützende Fusion-Elemente ein. Hinsichtlich Klossek habe ich den Eindruck, dass er auf „Blink 6“ mehr in Erscheinung trat als Solist im Vordergrund, hier scheint er sich mehr integriert zu haben in seine Kompositionen und Arrangements, und wenn er soliert, dann hinterläßt er besondere Momente, wie mir auf „Half Past Never“ sehr angenehm auffällt.
„Ephyra (Third Dance)“ ist recht ruhig gehalten und mit leichter Melancholie ausgestattet, und innerhalb der ruhigen Ausstrahlung des Songs bemerkt man diesen ungewöhnliche Aufbau des Arrangements, das sich recht abwechslungsreich gestaltet. Letztlich gilt das jedoch eigentlich für alle Songs, die stets so etwas wie Unvorhersehbares beeinhalten, und genau das empfinde ich einerseits als recht fordernd beim Zuhören, andererseits strahlt es dann auch diese bereits erwähnte Kreativität aus, die aufhorchen lässt und zu erhöhter Aufmerksamkeit auffordert.
Entstanden ist Musik, die einen hohen Grad von Individualität ausstrahlt mit einem hohen Grad an Einfallsreichtum und Reife. Überraschend, „Unexpected“ mithin, ist dann auch der letzte Song des Albums, „Unexpected Return“, zwar mit 2:50 Minuten das kürzeste Stück, doch wird hier mehr gerockt als gejazzt und Sängerin Chamin wird hier zum Bestandteil des Arrangements und integriert sich in die mitgestaltende Bläserabteilung. Doch ist dieser Song dann doch etwas zu kurz, hätte man auf dieser Basis doch noch eine interessante Entwicklung vorantreiben können, vielleicht jedoch schon ein kleiner Hinweis auf „Blink 8“?

Trackliste
2 Go | Not (5:25)
3 Half Past Never (5:17)
4 Ephyra (Third Dance) (5:01)
5 Another One Beyond (5:42)
6 Begin Again, Swift (5:39)
7 Glass Bridges (6:23)
8 Unexpected Return (2:50)
Besetzung
Ignaz Dinné (tenor sax)
Anke Lucks (trombone)
Chamin (vocals on tracks 2, 5, 8)
Marcus Klossek (electric guitar)
Carsten Hein (electric bass)
Derek Scherzer (drums)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

