Reviews
Rosendals Garden
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Info
Musikrichtung:
Jazz/Jazz-Fusion
VÖ: 27.03.2026 (L&H Production) Gesamtspielzeit: 88:53 Internet: http://yelenamusic.com/wp/ http://www.landhproduction.com/ https://www.martinaweinmar.de/ |

Die aus Moskau stammende Pianistin und Komponistin Yelena Eckemoff ist seit 2016 bereits Stammgästin bei Musik An Sich, und ich hatte das Vergnügen, mit seitdem mit insgesamt elf ihrer Veröffentlichungen zu beschäftigen. War ihre Musik genretechnisch stets unter Jazz oder Chamber Jazz einzuordnen, beschritt sie im letzten Jahr einen anderen Weg mit einer Produktion aus dem Bereich Jazz-Rock-Prog-Fusion mit dem Album Scenes From The Dark Ages.
Nun legt die Musikerin mit Rosendals Garden ein neues Werk vor, gleich im Doppelpack, und löst sich auch hier von den früher gängigen Mustern. Diese Einspielung erfolgte nun im Trioformat, mit einem Bassisten/Cellisten und einem Schlagzeuger, selbst spielt sie neben dem Piano weitere Keyboards. Arbeitete die Protagonistin bereits früher oft mit skandinavischen Musikern zusammen, so ist das auch hier wieder der Fall mit Svante Henryson und Morgan Ågren, beide aus Schweden. Beim ersten Song, „ABBA Museum“, werden die Drei noch vom finnischen Perkussionisten Olavi Louhivuori unterstützt.
Nun, der Titel dieser neuen Veröffentlichung weist ja auch in Richtung Schweden. Rosendals Garden, das ist der botanische Garten beim Schloss Rosendal in Stockholm. So soll die Musik von Yelena's Reisen nach Schweden inspiriert worden sein. Im informativen Booklet finden wir gar eine Abbildung eines Gemäldes der Künstlerin, gleichen Namens wie der Albumtitel, ein Gemälde aus 2025, das in Öl gemalt wurde. Ja, so finden wir auch hier wieder eine enge Verbindung verschiedener Elemente, die als Ergebnis ihren Ausdruck in diesen elf Kompositionen finden.
Ein klarer Bezug ergibt sich sogleich aus dem ersten Song mit dem Titel „ABBA Museum“. Wie nachzulesen ist, war Yelena recht angetan von der Musik der Band und das ist quasi als Hommage zu verstehen. Und hier zeigt sich dann auch, dass die von der Protagonistin eigentlich gewohnte Musik bis zum Album „Romance Of The Moon“ nach „Scenes From The Dark Ages“ erneut eine andere Richtung einschlägt. Das ist nicht mehr jener sich oft an Musik des Labels ECM orientierender Jazz, sondern bezieht wiederum Fusion-Elemente ein.
Hierbei kommt Svante Henryson dieses Erachtens eine sehr wichtige Stellung zu, besonders dann, wenn er Cello spielt, und dann besondere Stimmungen erzeugt, die sehr prägend sind für die jeweils betreffenden Songs. Das Spiel mit dem E-Bass wiederum strahlt dieses Fusion-Element aus, und zeigt den Bassisten als sehr versierten Musiker, und wenn sich dann die Keyboards dazu gesellen, dann ensteht etwas außerhalb der bekannten und vielleicht auch erwarteten Musik. Sehr aufgeschlossen ist der Titelsong, eine gut neunminütige Suite, die im Sinne des genannten Gartens eine entsprechend unterschiedliche Blütenpracht entstehen lässt.
Und so werden wir erneut Teilhaber vieler kleiner Geschichten, ob es sich um die Altstadt Stockholms handelt („Gamla Stan“), ob die „Öresund Bridge“ vorgestellt wird, oder die Ruinen der Festung Älvsborg, und schließlich als letzter Song das „Gripsholm Castle“, jedes Mal bekommen wir lautmalerisch Geschichten erzählt, die in Einheit mit den Angaben im Booklet, Fotos und auch Gemälden von Yelena, eine sehr schöne Abrundung ergeben und die geneigte Hörerschaft daran teilnehmen läßt. Neben dem bereits erwähnten Henryson darf natürlich auch Drummer und Perkussionist Morgan Ågren nicht unerwähnt bleiben, trägt er mit seinem fantasievollen und einfühlsamen Spiel doch dazu bei, dass dieses Trio gemeinsam gestaltet, sozusagen kollektiv, ohne dass sich die Protagonistin in den Vordergrund stellen würde, ja, das ist eine sehr dicht inszenierte Gemeinschaftsproduktion!
Dichte, und klar definierte Strukturen geben gleichzeitig Raum für kreative Gestaltung der Band, mit fantasievollem Ausdruck. Ruhe, Kraft, Verspieltheit, Melancholie, gar so manches Gefühl entsteht durch die entgegengebrachten Eindrücke, die sehr treffend ausgeprägt sind auf die jeweilige Thematik bezogen, ja, sehr nachvollziehbar. Und so hat man wie auch auf vorgegangenen Produktion das Gefühl, dass Geschichten erzählt werden, an denen uns die Protagonistin teilhaben lässt, und sich somit eine Art Dialog entwickelt.
Und schön, wenn man die Verpackung mit den beiden CDs aufklappt, dann strahlt uns Yelena Eckemoff entgegen, mit einem bunten Sträußchen von Blumen in der Hand, Blumen, die sie vielleicht gerade in Rosendals Garden gepflückt hat!

Trackliste
1 ABBA Museum (9:17)
2 Rosendals Garden (9:06)
3 Gamla Stan (9:37)
4 Country Orchard Café (8:54)
5 Öresund Bridge (5:56)
Disc 2
1 Skansen Park (7:38)
2 Sunrise in Rimbo (7:05)
3 Ruins of Älvsbord (7:33)
4 Storanden Natural Reserve (8:25)
5 Strandvägen Pier (8:03)
6 Gripshom Castle (7:07)
Besetzung
Svante Henryson (cello, double and electrical bass)
Morgan Ågren (drums and percussion)
Olavi Louhivuori (additional percusion – Disc 1, #1)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

