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Lengt
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Info
Musikrichtung:
Folk-Fusion
VÖ: 20.03.2026 (Kirkelig Kulturverksted) Gesamtspielzeit: 29:33 Internet: http://www.tytingvaag.no/ https://musicismighty.com/ https://kkv.no/ |

Die norwegische Sängerin Randi Tytingvåg ist mir keine unbekannte Künstlerin mehr, hatte ich bereits zwei ihrer Veröffentlichungen vorstellen können, 2021 war das Trøsteviser For Redde Netter und drei Jahre später das Album Hjem. Doch firmierte sie beide Male zwar als Randi Tytingvåg Trio, waren es bei Aufnahmen jedoch stets Gäste, die den Sound entsprechend anreicherten.
Mit der aktuellen Veröffentlichung Lengt ist das anders, hier tritt man wirklich im Trioformat an. So bin ich gespannt, ob sich das verändernd darstellt. Was blieb, das sind weiterhin die Texte in norwegischer Sprache, neun neue Songs.
Ja, diese Reduzierung hat Spuren hinterlassen. Unter anderem hatte ich bei „Hjem“ bemerkt, dass es vor Allem die Originalinstrumente aus der Folklore waren, die dazu beitrugen, eine ganz besondere authentische Stimmung zu schaffen. Gleichzeitig kann ich die mit den Gästen verbundene Vielschichtigkeit, die durch deren Mitwirken geschaffen wurde, hier nicht anwenden bei der Beurteilung.
Vielmehr strahlt die Musik nun im Trioformat viel intimer und zarter, gerade im Zusammenhang mit der Stimme der Protagonistin, die ja genau mit diesen zarten Vokalelementen zu punkten wusste. Deckungsgleich ist jedoch eine andere meiner Feststellungen, nämlich die erneute Erkenntnis, wie die Musik auf Lengt auch von ganz viel Ruhe geprägt ist, mit einer sehr hohen Dichte im Ausdruck, und, wie ich es nannte, „konzentrierte Emotion voller Wohlfühlmomente.“
Besonders Erlend E. Aasland und Dag Vagle nehmen mit ihren diversen Gitarreneinsätzen sehr viel davon ein und erweisen sich als kongeniale Begleiter und Gestalter dieser wunderschönen und poetischen Songs. Gleichzeitig verstehen es die Beiden, ihre Gesangseinsätze als Background Vocals treffend einzusetzen.
Ja, in dieser aktuellen Reduzierung liegt eine große Ausdrucksstärke, eine durchgehend fesselnde Stimmung, in die man sich gern fallen lassen kann, um mit den Dreien gemeinsam zu schweben in einer Glocke voll Schönheit und einer Art Zufriedenheit, am besten bei einer Tasse Tee oder Kaffee, was ist nur in der Tasse auf dem Cover? Und der Titel Hjem der letzten Veröffentlichung soll ja wohl bedeuten „Heim“ oder „Zuhause“, und das kann ich in diesem Zusammenhang auch hier gern bemühen, fühle ich mich mit Lengt doch auch heimisch.
Ob sich nun das, was ich akustisch empfinde, auch textlich anwendbar hinsichtlich einer entsprechenden Aussage deckt, bleibt mir trotz der im Booklet beigelegten Texte verborgen, weil sie in der Originalsprache abgedruckt sind. Für einen internationalen Erfolg wäre es wohl wichtig, so meine ich, dass man zumindest eine englischsprachige Übersetzung spendiert. Der norwegische Gesang sollte gern so bleiben, weil er zur Stimmung der Songs sehr gut passt.

Trackliste
2 Sulling (3:21)
3 Den røde anorakken (3:43)
4 Sølv og silke (3:05)
5 Kom tebage (3:33)
6 Vals for Eirik (3:33)
7 Sko ønska det smilet va mitt (3:07)
8 Friminutt (2:18)
9 Lista seg på tå (4:13) (duett med Dag Vagle)
Besetzung
Dag Vagle (gitar, bouzouki, tramp/perks, vokal, kor)
Erlend E. Aasland (tenorgitar, banjo, mandola, gitar med bue, autoharpe, shruti, tramp/perk, kor)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

