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Love At Last Sight
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Info
Musikrichtung:
Chamber Jazz
VÖ: 13.03.2026 (BMC) Gesamtspielzeit: 45:52 Internet: https://evifilippou.com/ https://robertlucaciu.info/ https://bmcrecords.hu/en |

Ein internationales Duo stellt sich vor mit der in Griechenland geborenen Vibrafonistin Evi Filippou und dem rumänisch-stämmigen Bassisten Robert Lucaciu. Ein im Jazz nicht gerade gängiges Format in einer solchen Besetzung. Drei Beispiele dieser Art seien genannt, das Zusamenwirken von Walt Dickerson und Richard Davis, Gary Burton und Steve Swallow sowie Karl Berger und Dave Holland.
Alle drei Beispiele sind jeweils recht individueller Natur, so strahlen Dickerson und Davis sehr viel Freiheit in ihrem Vortrag aus und das Vibrafon ist mit viel Hall unterlegt, bei Burton und Swallow besteht die Besonderheit auch darin, dass Swallow einen E-Bass spielt und die für ihn typische Klangfarbe einbringt, und Berger/Holland schließlich ergänzen ihren Sound noch durch Berger's Pianospiel.
Allen Drei ist gemein, dass eine bestimmte Art von Jazz geschaffen wurde, die schon fast kammermusikalische Züge aufweist. Hölzerne und metallene Klänge ergänzen sich hierbei und sorgen für einen besonderen Schwerpunkt, der anders klingt, und genau das gilt auch für Love At Last Sight, das erste Album der Beiden. Hier sind es wiederum drei weitere Elemente, die die Basis erweitern, erstens die Nutzung der Marimba, dann die von Evi Filippou eingesetzte Stimme („I Love the Way You're Breaking my Heart“) und der auf nur einem Song auftretende Gast, das ist der Saxofonist Hayden Chisholm auf „Your Own, für Jone und Marti“.
Drei Varianten der Zusammenarbeit entdecke ich im Laufe der Spielzeit, die erste besteht darin, dass die Beiden als Einheit im Spiel agieren, indem sie sich „die Bälle zuwerfen“ oder einfach ganz gemeinsam schöne Harmonien und Melodien zaubern („Aisling“), zweitens nimmt der Bass seine spezielle Rhythmusfunktion ein und drittens wird genau diese vom Vibrafon übernommen und Robert Lucaciu kann seine solistischen Fähigkeiten virtuos zur Schau stellen!
Auf jeden Fall haben die Beiden ein sehr harmonisches Werk geschaffen, das ganz verschiedene emotionale Stimmungen hervorbringt, gekennzeichnet durch einen hohen Grad einer Intimität, einer Art von Zwiegesprächen unterschiedlicher Prägung und zwischen dichten Strukturen und Losgelöstheit und Verträumtheit so manches abdeckt. Und genau hier stellt das einen ganz besonderen Ausdruck vor, wenn sich Hayden Chisholm auf Track Elf ganz ruhig und beschaulich mit seinem zarten Saxofonspiel einbringt. Schließlich reiht sich Love At Last Sight in die eingangs von mir genannten drei Beispiele von Kollegen ein als viertes individuell ausgeprägtes Werk.

Trackliste
2 She Dreams (Evi Filippou) (3:40)
3 A Boldly Delicious Slice of Watermelon (Uli Kempendorff) (4:18)
4 O on a theme by Gawlik (Evi Filippou & Robert Lucaciu) ()3:29)
5 Low Gravity (Robert Lucaciu) (3:54)
6 Trickle (Robert Lucaciu) (5:37)
7 Melodie (Robert Lucaciu) (4:57)
8 I Love the Way You're Breaking my Heart (Louis Alter & Milton Drake) (3:08)
9 New Life (Leo Rapitis) (1:37)
10 Aisling (Traditionelles irisches Stück, basierend auf Úirchill an Chreagáin) (2:14)
11 Your own, für Jone und Martí (Evi Filippou) (4:54)
12 Missing (Evi Filippou) (1:23)
13 Alma Mía (María Grever) (3:07)
Besetzung
Robert Lucaciu (double bass)
Hayden Chisholm (saxophone - #1
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

