Reviews
A New Era
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Info
Musikrichtung:
(Post-)Apokalypse-Metal
VÖ: 13.03.2026 (Lucky Bob Records) Gesamtspielzeit: 42:11 Internet: https://www.wastelandclan.com/ https://www.luckybob.de/ https://www.brooke-lynn-promotion.de/ |

Diese Band formierte sich einst unter einem anderen Namen, das war 2015, man nannte sich Dying Gorgeous Lies. Gleich zu Beginn der unter dem Namen Wasteland Clan firmierenden Band mit ihrem aktuellen Album A New Era gibt es gleich voll auf die Ohren. Laut Pressemitteilung habe ich hier mit (Post-)Apokalypse-Metal zu tun. Und dazu gehört das offensichtlich – wildes und ungezügeltes Getrommele, bis zur Lärm-Höchstgrenze aufgedrehte Gitarren, die sich solistisch in wirres Gefrickel ergießen, und dazu Gesang, der eigentlich mehr Geschrei ist und ich nichts vom Text verstehen kann.
Nun, von solchen subjektiven Betrachtungsmerkmalen muss ich mich erst einmal frei machen, denn wie kann ich das nun objektiv beurteilen. „KI“ informiert mich zunächst, was (Post)Apokalypse-Metal ist: „(Post-)Apokalypse-Metal ist ein atmosphärisch dichtes Subgenre oder ein thematischer Schwerpunkt innerhalb der Metal-Musik, der sich mit dem Leben nach dem Zusammenbruch der Zivilisation, Wüstenlandschaften, Endzeitstimmung und Überlebenskampf befasst. Es vermischt oft rohe Klanggewalten mit düsterer Ästhetik.“
Diesen Sound hat die Band wohl mit einer komplett neuen Besetzung eingespielt, soweit zur Information, das heißt eine Besetzung, von der neben Mashl, dem Mastermind der Band, nur noch der Schlagzeuger Stony616 zur aktuellen Formation gehört. Als Sängerin steht nun im Rampenlicht die Amateur-Kickboxerin/K1-Weltmeisterin Jessabell Blake, dazu musizieren der Bassist Stormrider (ehemals Arabesque, Sessionarbeit u.a. mit Tommy Aldridge, Virgil Donati, Stevie Salas) und der Gitarrist Scorpion.
Nun, an der Ausführung der zehn Songs gibt es dergestalt sicher nichts auszusetzen, dahingehend, dass die Musik dilettantisch oder amateurhaft dargeboten wäre. Alles hat seinen Platz und Einsätze kommen punktgenau, die Arrangements sind durchaus treffsicher und wer sich definitiv daran stören sollte, die Texte nicht zu verstehen, dem sei damit abgeholfen, sie am besten nachzulesen im beigefügten Booklet, so dass eine Verbindung zwischen Musik und Aussage sicher auch somit besser nachzuvollziehen sein sollte. „Greedy monsters you conquer and try to rule this world like parasites, mindless puppets, obsessed with power and might, pride comes before fall, hellfire burns your soul.“ (Titelsong) Schaut man sich intensiver um, ist das mit Sicherheit nicht unzutreffend in Hinblick auf gewisse Zustände in unserer Welt.
Wenn ich jedoch die Begrifflichkeit des Genres noch einmal zur Hand nehme (…..der sich mit dem Leben nach dem Zusammenbruch der Zivilisation, Wüstenlandschaften, Endzeitstimmung und Überlebenskampf befasst), dann meine ich, dass sich der Begriff Apokalypse doch eigentlich auch auf eine Art Hoffnung stützt, eine Hoffnung, die nach Vernichtung folgt, sozusagen verbunden mit Neuschöpfung nach einer Reinigung. Dieses soll dann auch vielleicht im Zusammenhang mit dem Song „Stronger Than Before“ stehen.(?) (I walked through hell, you can't scare me anymore, I'll never be the same again, I'm stronger then before.“)
Gelegentlich kommen die Texte dann auch besser zur Geltung, wenn man auf Songs wie „All For One“ die Sängerin Jessabell Blake besser verstehen kann. So ist es, subjektiv betrachtet, für mich stets wichtig gewesen, dass Musik und Texte eine bestimmte Einheit bilden, und finde es insofern einfach schade, wenn man Texte ohne Zuhilfenahme der beigefügten Lyrics nicht als Einheit genießen kann. Freunde dieses Genres mögen das anders sehen und werden am Wasteland Clan bestimmt ihre Freude haben.
Einheitlich betrachtet stellen die zehn Songs keine große Abwechslung dar, sondern offensichtlich ist hier, sowie grundsätzlich für dieses Genre geltend, Fokus darauf gelegt worden, durchgehend mitgerissen zu werden und sich physisch wie psychisch durchschütteln zu lassen. Für entsprechende Veranstaltungen mag diese Musik ein idealer Soundtrack für Fans zu sein, und genau das ist sehr gut umgesetzt worden, so meine objektive Sicht. Und gelegentlich entdecke ich dann gewisse harmonische Gitarrenparts mit guten Melodiefolgen, die auch im Hard Rock vorkommen.
Ein Fazit: oft genug bin ich belächelt worden als Freund von Free Jazz, weil das so anstrengend sein soll, doch (Post-)Apokalypse-Metal „überfordert“ mich persönlich dann doch, und ich sehne mich nach einem „entspannenden“ Free Jazz von Albert Ayler, Pharoah Sanders, Cecil Taylor und anderen.

Trackliste
2 All For One
3 Jekyll And Hyde
4 Survive This Night
5 Burn In Hell
6 Unleash The Demon
7 Murderer
8 Stronger Than Before
9 Wasted
10 United In Metal
Besetzung
Mashl J. Morningstar (guitars)
Scorpion 216 (guitars)
Stormrider (bass)
Smoky 616 (drums)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

