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SMPTe
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Info
Musikrichtung:
Prog Rock / Prog Metal
VÖ: 10.04.2000 (InsideOut / SPV) Gesamtspielzeit: 77:14 |

Als sich Transatlantic Ende des letzten Jahrtausends zusammentaten, war eine echte Supergroup des Prog entstanden. (Ähnlich wie knapp 20 Jahre zuvor Asia) Vier Mitglieder von den Flower Kings, Spock’s Beard, Dream Theater und Marillion, ein Schwede, zwei US-Amerikaner und ein Brite, bildeten ein echtes transatlantisches Team. Während sich Aisa allerdings relativ weit vom Sound der Bands entfernten, aus denen die Mitglieder kamen, kann man bei Transatlantic viel Flower Kings und vor allem Dream Theater und Spock’s Beard heraushören.
Der neue Vierer widmete sich besonders intensiv dem Prog-Markenzeichen Long-Track. Zwei Stücken über 15 Minuten und einem Halbstünder standen zwei relative(!) “Shorties“ gegenüber. Genug um sich der Kapazitätsgrenze der CD zu nähern – was insbesondere für Neal Morse in der Zukunft nahezu zur Selbstverständlichkeit wird.
In den Stücken von SMPTe passiert so viel, dass man eigentlich einen minutiösen Ablaufplan der Stücke erstellen müsste, um das Ganze minutenweise zu besprechen. Das geht natürlich nicht.
Es ist ganz hilfreich, dass das Magnus Opus „All of the Above“ in sechs Teile gegliedert ist. Es besteht aus zwei vorwiegend ruhigen Parts („Camouflaged in Blue“ und „Undying Love“) und Stücken, in denen die Instrumentalisten von der Leine gelassen werden. Gitarren, Keyboards und das Schlagzeug servieren Kabinettstückchen, bei denen die Kiefer herunterklappen. Und über allem thront die himmlische Stimme von Neal Morse.
Im Grunde kann man von den beiden anderen Longtracks ähnliches sagen, wenn man nicht in die oben genannten minutiösen Betrachtungen gehen möchte.
Etwas klarer kann bei den beiden “kurzen“ Tracks formulieren. Da haben wir „We all need some Light“, das es als sehr stark von akustischen Instrumenten geprägtes Stück auf der einen Seite nicht leicht hat, sich gegenüber den massiver auffahrenden Stücken zu behaupten, damit auf der anderen Seite aber ein klares Alleinstellungsmerkmal in die Waagschale werfen kann.
„Mystery Train“ hat durch seine düstere Atmosphäre in den Versen ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal. Gelegentlich erinnert die Stimmung an King’s X. Im Refrain erhebt sich dann aber Neal Morses Stimme von den Instrumenten unterstützt hymnisch in große Weiten.
Das führt uns zu den Texten. Die sind zwar keine (missionarischen) Bekenntnisse, wie sie bei den zukünftigen Projekten von Neal Morse ganz bewusst zu finden sind, aber die spirituelle Dimension, die Neal auch zuvor bereits bei Spock’s Beard hatte einfließen lassen, prägt eindeutig auch SMPTe. Das kann man schon an dem Songtitel „We all need some Light“ ablesen, aber auch an den sehr deutlichen Bezügen zu Jesus und dem Dalai Lama in „In Held ('twas) in I“. Spannend ist nicht zuletzt „My new World“, das sich mit den geplatzten Träumen sowohl der Woodstock-Hippe-Generation, als auch der Stars and Stripes-Kämpfer auseinandersetzt.

Trackliste
1.2 Full Moon Rising
1.2 October Winds
1.3 Camouflaged in Blue
1.4 Half alive
1.5 Undying Love
1.6 Full Moon Reprise
2 We all need some Light (5:45)
3 Mystery Train (6:52)
4 My new World (16:16)
5 In Held ('twas) in I (17:21)
Besetzung
Mike Portnoy (Dr, Voc)
Roine Stolt (Git, Mellotron, Perc, Voc)
Pete Trewavas (B, Voc)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

