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Waves Of Light
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Info
Musikrichtung:
Jazz/Classic/Vocal-Crossover
VÖ: 20.03.2026 (Dragon Fly/ Libellule Records) Gesamtspielzeit: 69:09 Internet: https://www.paul-lay.com/paul-en https://www.libelluleeditions.com/ https://mosaik-promotion.de/ |

Der Pianist Paul Lay ist ein französischer Jazzmusiker. Nach seinem Studium in Paris veröffentlichte er 2010 ein erstes Album, im Trioformat, das war „Unveiling“. Doch nicht nur als Trio, sondern auch in anderen Konstellationen und Projekten war er anschließend tätig, auch als Sideman für andere Musiker.
Nun erschien seine neue Veröffentlichung Waves Of Light. Das Paul Lay Trio ist hier nicht nur einfach ein Trio, also Piano/Bass/Schlagzeug, denn man beachte den Zusatz Les Eléments! Und dahinter verbirgt sich ein Kammerchor aus Toulouse, der seit 1985 existiert.
Und so muss man sich einstellen auf ein sehr interessantes und ungewöhnliches Crossover-Projekt! Jazz und ein siebzehnköpfiger Kammerchor, wie kann das passen? Grundsätzlich haben sich Les Eléments mit Werken der klassischen Musik auseinandergesetzt.
Schaut man sich nach Vergleichbarem um, dann stößt man auf folgende Beispiele: Duke Ellington – Sacred Concerts, hier ist es allerdings die Big Band, die Zeichen setzt, und gesanglich geht es viel in Richtung Gospel, dann fallen mir The Swingle Singers ein, die allerdings ihre eigene Ausdrucksweise haben und Jazz auf ihre Weise in den Gesang einfließen lassen, dann noch George Shearing, der Jazz-Pianist, der sich einst mit „Songs and Sonnets from Shakespeare“ befasste und diese dann in ein Jazz-Umfeld recht gut hat integrieren können.
Die Art des Crossover-Projektes von Lay empfinde ich losgelöst von den obigen Beispielen. So habe ich nicht immer den Eindruck, dass nicht immer wirklich eine vollständig Fusion vollzogen wird, sondern mir scheint es mitunter so, dass beide Hauptelemente eher nebeneinander stehen. Gleich beim Eröffnungssong, „Our Share Of Night“, leitet der Chœur de Chambre Les Elements ein, und überlässt nach einer Weile alleinig dem Jazz-Trio das Feld. Erst als beide aufeinander treffen, lösen sich beide Elemente, für einige Momente, die sich recht frei gestalten, findet für mich echte Kommunikation statt.
Erst mit „Flashing“ gefällt mir dieses „Zwiegespräch“ sehr viel besser, der Chor gestaltet gemeinsam mit dem Trio sehr swingende Passagen, und hier kommen beide sehr gut zusammen, weil sich der Chor hier sehr gut auf den Jazz einlässt, auch im Verlauf des Songs verbleibt es dabei. Und so gewinne ich unterschiedliche Eindrücke von mehr oder auch weniger „Elastizität“ im Zusammenspiel innerhalb der vierzehn Songs. Auch wenn einige groovende Parts hinzukommen, die über den reinen Jazz hinausreichen, wie bei „Ombres et Lumières – Part 2“, und sich die Chorpassagen besser intigrieren, dann sind das für mich die Höhepunkte dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit, die in dieser Art relativ allein dasteht, also von diesem hohen Grad an Individualität profitiert. Ganz allein, mit einem sehr lyrischem Ausdruck, präsentiert sich das Paul Lay Trio mit „Éclats“ und bietet zwischendurch eine sehr emotionale Abwechslung. In klassische Gefilde begibt man sich dann mit den Tracks 12 & 13, die sich auf J.S. Bach berufen.
Henry Purcell ist kompositorisch verantwortlich für „Hear my prayer O Lord“, und Les Eléments sind hier zuzusagen vollends in ihrem Element, ganz wuchtig, sehr imposant und voller großer Emotionen wird hier eingeleitet, was mit dem nachfolgenden wieder aufgegriffenen gleichen Song ( als „Revisited“-Version) dann in den jazzigen Part übergeht, auch dieses ist eine strahlende Interpretation der gemeinsamen Zusammenarbeit. Was letztlich bleibt, ist eine hochwertige Produktion auf hohem Niveau, ob sich grundsätzlich Anhänger beider „Lager“ damit anfreunden können, sei ihnen überlassen.

Trackliste
2 Flashing (3:40)
3 Printemps (5:15)
4 Ombres Et Lumières – Part 1 (4:18)
5 Ombres Et Lumières – Part 2 (4:48)
6 Hear My Prayer O Lord (2:21)
7 Hear My Prayer O Lord – Revisited (5:11)
8 Waves Of Light (7:44)
9 Èclats (4:55)
10 Douce Incandescence (5:52)
11 She Is The Mistress Of The Night (5:11)
12 Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen – Introduction (2:14)
13 Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen (2:44)
14 Ode To Enchanted Light (9:06)
Besetzung
Paul Lay (piano)
Donald Kontomanou (batterie)
Clemens van der Feen (contrebasse)
Chœur de Chambre Les Elements:
Leader: Joël Suhubiette
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

