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Reviews

Diego Piñera 4+4

Romanian Dance


Info

Musikrichtung: Jazz-Fusion

VÖ: 18.03.2026

(iapetus)

Gesamtspielzeit: 43:41

Internet:

https://www.diegopinerashop.com/
https://www.facebook.com/iapetusstore
https://www.martinaweinmar.de/

Der Schlagzeuger, Perkussionist, Arrangeur und Komponist Piñera stammt aus Montevideo und lebt in Deutschland. Mit seiner Musik konnte ich mich bereits in vergangenen Jahren befassen, so war es 2016, als ich diese mit dem Album My Picture kennenlernte. 2024 folgte die Veröffentlichung Odd Wisdom, Underground Roller Coaster und erst letztes Jahr legte der Musiker mit einer EP nach. Diese wurde mit John Patitucci & David Kikoski als Trio eingespielt. „Odd Wisdom, Underground Roller Coaster“ im Quartettformat, und in der gleichen Basis-Besetzung ist nun das Album Romanian Dance erschienen, doch muss man hier von einem Oktettformat sprechen, sind es doch nun vier weitere Musiker, die den Sound erheblich mitbestimmen, und das ist ein Streichquartett!

Nun, das prägte bereits öfter den Sound von Veröffentlichungen aus dem Jazz/Jazz-Fusion-Bereich, wie von Samhita oder Shogo Seifert/Rauke, und stets ergab das eine sehr gewichtige Reibung mit entsprechenden positiven Effekten und Ergebnissen. Das trifft auch auf diese entsprechend benannte Besetzung, Diego Piñera 4+4, zu. Romanian Dance soll sich auf den Komponisten Béla Bartók beziehen, so enthält es neue Arrangements von Bartók's rumänischen Volkstänzen und ausgewählten Streichquartettsätzen sowie ein neu interpretiertes Werk von Alexander Borodin, sowie fünf eigene Kompositionen.

Gesamtheitlich ist ein Sound entstanden, der diverse kulturelle Einflüsse integriert, kombiniert mit Jazz und Jazz-Fusion-Elementen, oft sehr polyrhythmisch vorgetragen und ein wenig verschachtelt und komplex im Aufbau, nichts, was man sozusagen in ein typisches Genre verfrachten kann. Doch es ist nicht etwa so, dass die vier Streicher „gegen den Strich“ spielen, sondern, obwohl ihr Vortrag mitunter befremdlich und ein ganz wenig „schräg“ wirken kann, dennoch eine gute Integration und Verschmelzung zu hören ist, die allerdings viel Aufmerksamkeit erfordert in ihrer Komplexität.

Beispielhaft sei gleich der erste Song genannt, „Cielo Gris“ von Piñera, das sich auf verschiedene Weise ausdrückt, doch insgesamt ist ein Sound zwischen Fusion, freiem Jazz, einigen Rock-Elementen, Einflüssen aus der Heimat des Protagonisten, dazwischen eingestreuten swingenden Passagen entstanden, und auch ist es der mir bereits früher positiv aufgefallene Gitarrist Igor Osypov, der auch bei dieser Veröffentlichung erneut eine wichtige Rolle spielt. Insgesamt also ein Quell voller angenehmer Melodien, melancholischen Folk-Klängen und der Freiheit des Jazz, kombiniert mit modern ausgerichteten Strukturen des Streichquartetts, das sich sowohl „klassisch“ als auch ein wenig entrückt aufspielend und mitunter mit melancholischen Elementen darstellt. Ja, ein recht ungewöhnliches und nicht alltägliches Klangerlebnis...



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Cielo Gris (Diego Piñera) (5:09)
2 Romanian Dance (Béla Bartók / Arr. Piñera) (3:22)
3 Bartók 2 (Béla Bartók / Arr. Piñera) (4:27)
4 Through Hell (Diego Piñera) (5:27)
5 Sueño Herido (Diego Piñera) (2:35)
6 Mi Cosmos Reloaded (Diego Piñera) (4:17)
7 Bartók 3 (Béla Bartók / Arr. Piñera) (3:52)
8 Front Office (Diego Piñera) (4:53)
9 Bartók 1 (Béla Bartók / Arr. Piñera) (4:24)
10 Polovtsian Dances Reloaded (Alexander Borodin / Arr. Piñera) (5:14)

Besetzung

Diego Pinera (drums, compositions, arrangements)
Igor Osypov (guitar)
Peter Ehwald (saxophone)
Marcel Krömker (bass)
Semion Gurevich (violin I)
Alessia Laurora (violin II)
Joaquín León Fernández (viola)
Elisabet Iserte López (cello)
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So bewerten wir:

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19 bis 20 Überflieger