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Reviews

Klara Cloud & The Vultures

Baroque


Info

Musikrichtung: Jazz-Fusion

VÖ: 30.01.2026

(DoubleMoon)

Gesamtspielzeit: 55:50

Internet:

https://www.klaracloud.com/
https://www.challengerecords.com/home
https://www.newartsint.com/

Eigentlich haben wir es hier mit der polnischen Jazz-Sängerin Sylwia Klara Zasempa zu tun, allerdings firmiert sie unter dem Künstlernamen Klara Cloud. Zusammen mit The Vultures legt sie das aktuelle Album Baroque vor. Wie ich lesen konnte, soll sie die Veröffentlichung ihren beiden Kindern gewidmet haben, und so steht es auch im Booklet: „I dedicate this album to my children Stefania and Julian“.

Polnischer Jazz, das war für mich schon immer mit dem Hauch des Besonderen behaftet. Krzysztof Komeda, Zbigniew Namysłowski, Michał Urbaniak, Tomasz Stańko, nur um ein paar zu nennen, sie alle stehen für einen eigenständigen und charakteristischen Stil, der sich vom Jazz aus den USA sehr unterscheidet.

Nicht nur, dass mitunter folkloristische Elemente einbezogen wurden, sondern auch die Gestaltung recht frei vollzogen wurde, sondern es waren ganz besonders emotionale Ströämungen, die vom Jazz aus Polen ausgingen, so, wie ich es stets empfand. „Indian Summer“, der Start von Baroque, und ich wähne mich sofort bei der Musik von Michał Urbaniak, erklingt hier doch die Violine von Mateusz Smoczyński. Klara selbst spielt auch auf einem Song (#9) dieses Instrument und Bartosz Dworak unterstützt auf einem der Bonustracks ebenfalls damit.

Doch die Protagonistin ist Sängerin und singt mit einer Stimme, die ich spontan nicht vergleichen kann. Zart und manchmal fast ein wenig kindlich im Ausdruck, aber nicht ohne auch zupacken zu können, und mit einem leichten Vibrato ist sie sehr klanggestaltend und wirkt mit ihrem Gesang schon fast wie ein Instrument, schließlich muss ich auch an Anna Maria Jopek denken in einigen Passagen. Hierbei verbindet sie damit auch verschiedene Ausprägungen der Musik, die sich zwischen Struktur und Improvisation bewegt. „Peony“ ist dann bereits ganz anders geartet als der Eröffnungssong. Auch Bassist Adam Tadel streicht seinen Bass, es fließt, der wortlose Gesang inklusive in einigen Passagen, dezentes Schlagwerk, eine recht geheimnisvoll wirkende Stimmung wird erzeugt, vom reinen Jazz entfernt man sich hier.

Und so werden oft genug starre Grenzen überschritten, und nun komme ich doch ansatzweise zu einem Vergleich, nämlich lande ich gedanklich bei der Kollegin Urszula Dudziak, die ja lange gemeinsam mit Urbaniak musizierte. Spätestens mit „Stephanie“ etabliert sich nun immer mehr dieser eingangs erwähnte eigenständige Stil, ein ganz zarter Song mit einer verträumt-geheimnisvollen Stimmung! Und diese ist dann fast schon gleichbedeutend für die Musik der ganzen Platte, eine sehr persönliche Sichtweise wird mir hier vermittelt, so empfinde ich es. Doch durch die Offenheit der Musik bleibe ich als Hörer nicht außen vor, sondern kann mich fallen lassen und miterleben.

Einen besonderen Stellenwert muss ich auf jeden Fall dem Violinisten Smoczyński einräumen, ja, er spielt in der Tat in seinem Ausdruck „polnisch“ und unterscheidet sich in seinem Spiel von Kollegen wie beispielsweise Jean-Luc Ponty, Jerry Goodman oder Didier Lockwood, denn immer wieder lande ich gedanklich bei Urbaniak. Neben dem oft frei fliegenden Sound ist der jazzige Eröffnungssong eine Ausnahme und daneben wird dann auch ein wenig Fusion einbezogen mit „Waterfalls“.

Nach neun Eigenkompositionen folgt mit dem ersten Bonustitel „Czerwone Jabłuszko (Red Apples)“ ein traditioneller Folksong und der letzte Song stammt alleinig vom Drummer Budniak.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Indian Summer (4:58)
2 Peony (4:46)
3 Stephanie (6:01)
4 Amour (3:52)
5 Funeral (7:25)
6 Se Tu Me Dimentichi (3:26)
7 Waterfalls (5:19)
8 Song Of Songs (7:29)
9 Peaks And Walleys (2:26)
Bonus:
10 Czerwone Jabłuszko (Red Apples) (4:58)
11 Pieśń Rudlicka (Canto Rudlicka) (4:46)

Besetzung

Klara Cloud (vocals, violin - #9)
Mateusz Smoczyński (violin)
Bartosz Dworak (violin - #11)
Mateusz Gaweda (piano)
Adam Tadel (double bass)
Piotr Budniak (drums)
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So bewerten wir:

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06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger