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Reviews

Brock Davis

Nothing Lasts Forever


Info

Musikrichtung: Singer/Songwriter/Americana

VÖ: 27.02.2026

(Raintown Records)

Gesamtspielzeit: 48:17

Internet:

https://brockdavismusic.com/home
https://www.hemifran.com/news/

Die Musik von Brock Davis gefiel mir 2022 schon gut, und 2024 noch etwas besser, doch sein aktuelles Album, Nothing Lasts Forever trifft „meinen Nerv“ nun vollends und kann mich sehr begeistern mit dieser sehr ansprechenden Atmosphäre!

Und die hier erzeugte Stimmung läßt sich nicht spontan und auch nicht später im Verlauf kategorisieren, denn Davis bedient sich recht unterschiedlicher Elemente, sei es stilistisch mit Musik der letzten Jahrzehnte, seien es bestimmte Genres und ganz viele Stimmungen, die so wirken, als würden sie in irgendeiner Form Jede/n von uns ansprechen können, vielleicht, weil man Ähnliches, wie der Protagonist es vorträgt, bereits selbst erlebt hat oder man Menschen kennt, denen solches widerfuhr. Mithin, es ist wie aus dem Leben gegriffen, Momente und Tage und mehr, in denen man davon persönlich betroffen zu sein scheint. Brock scheint eine Gabe zu besitzen, zu Hörern*innen „sprechen“ zu können, sofern man sich natürlich seiner Musik nähern möchte.

Leider sind die Texte nicht beigefügt, doch allein die Titel der einzelnen Songs offenbaren vielfach, worum es hier geht: „Nowhere Near Ready“, „My Beautiful Bride“, „Nothing Lasts Forever“, „Make Your Own Change“ oder „Daddy's Girl“, schon hier kann man sich etwas vorstellen, was ausgedrückt werden soll. So sollte man gern den einzelnen Textzeilen näher lauschen. Einer der Songs orientiert sich schließlich auch an einem echten Ereignis, dazu, als sich das „Wunder vom Hudson“ ereignete, am 15. Januar 2009, als Kapitän Chesley „Sully“ Sullenberger einen Airbus nach einem Vogelschlag und anschließendem beidseitigen Triebwerksausfall sicher im Hudson River bei New York notlandete und alle 155 Menschen an Bord überlebten. „Miracle On The Hudson“ behandelt dieses Ereignis, und unglaublich bewegend ist die Umsetzung dieses Themas in diesem Song gelungen, ein echter Knüller! Sehr bewegend ist auch die Geschichte einer Krebserkrankung in „A Daughter“, leider gehört auch so etwas zum Leben...

Nach einem recht eingängigen Song, „All Of You“ mit einem flottem Arrangement kommt die erste Ballade auf den Plan, „Nowhere Near Ready“, hier vernehme ich die Zeile, „I was young, I was foolish, I was twenty“, und fühle mich sogleich zurückversetzt in jene Zeit, als auch ich in diesem Alter war und so manches erlebte, dass man später sicher anders beurteilte. Im Übrigen muss ich bei diesem Song an Gordon Lightfoot und sowohl seine Art des Vortrags und auch an seine Stimme denken.

„I'll Be Your Alibi“ ist ein cooler Rocker und bringt diese besondere Abwechslung ein, die sich durch die gesamte Produktion zieht, auch das Arrangement mit dem Background-Chor ist klasse! Ja, die diversen Stimmungen sind das Salz in der Suppe, dieser hervorragenden Kompositionen eines Albums mit viel Aussagekraft. Nun lausche ich dem Titelsong, „Nothing Lasts Forever“, ist das nun von trauriger Natur? „I see a lot of summers come and go“, „You gotta go through the dark and find the light“, dann Szenen einer Liebesbeziehung, Liebeskummer als Thema, die Schwierigkeiten im Leben, denen wir Alle täglich ausgesetzt sind. So hat man die Gewissheit, damit nicht allein dazustehen, und die Erkenntnis, dass schließlich nicht Alles schlecht ist und man sich letztlich dem stets Unvermeidlichen stellen muss, ohne jedoch die Hoffnung zu verlieren.

Ja, wie ich anfänglich aufführte, gewinne ich nun nach und nach die Gewissheit, dass sich meine obigen Ausführungen bewahrheiten, nämlich, dass es Brock Davis mit seiner klaren und sehr emotional singenden Stimme voller Ausdruck und Wärme vermag, seine Geschichten mit uns Hörern*innen zu teilen. Jedenfalls kann ich mich häufig in dem einen oder anderen Song wiederfinden, diese Musik wirkt auf ihre Weise ganz „ehrlich“ und aus dem Leben gegriffen, so etwas ist heute ganz selten geworden, und wenn das Ganze mit den beteiligten Musikern noch so professionell und gefühlvoll umgesetzt wird, dann kann ich nicht umhin, diesem Album das Prädikat „besonders wertvoll“ zu verleihen!

Noch einmal kurz auf die Lyrics zurückzukommen. Diese sind in der Regel auf der Webseite von Brock Davis nachzulesen, doch für Nothing Lasts Forever muss ich wohl noch etwas warten, bis sie dort aufgeführt sind.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 All Of You (3:32)
2 Nowhere Near Ready (3:29)
3 I'll Be Your Alibi (3:07)
4 My Beautiful Bride (3:16)
5 Nothing Lasts Forever (3:33)
6 I'm Glad You Left Me (3:26)
7 Laughin' Til It Hurt (3:20)
8 Miracle On The Hudson (4:08)
9 One Paycheck Away (3:28)
10 Make Your Own Change (3:20)
11 Daddy's Girl (3:22)
12 Til The Morning Comes (3:29)
13 Christmas (Going Home) (3:43)
14 A Daughter (3:04)

Besetzung

Brock Davis (vocals, piano)
Justin Ostrander (electric guitar)
Pat McGrath (acoustic guitar, mandolin)
Duncan Mullins (bass)
Marcus Finnie (drums)
Michael Hicks (keys)
Russ Pahl (pedal steel)
Tania Hancheroff, Trey Keller, Drea Albert (background vocals)
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