Reviews
Gomorrha (Review-Serie, Folge 1)
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Info
Musikrichtung:
Krautrock
VÖ: 29.08.2025 (1971) (MiG) Gesamtspielzeit: 37:15 |

Gomorrha-Review-Serie, Folge 1: Gomorrha
Obwohl ich mich seit Jahren mit Krautrock beschäftige, sind Gomorrha bislang völlig an mir vorbeigegangen. Das ist wohl kein Zufall. Die Band steht ziemlich im Schatten. Es gibt nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag zu der Band, die Anfang der 70er drei Alben veröffentlicht hat, die immerhin von Conny Plank produziert wurden.
Nun sind sie von MiG neu aufgelegt und als Doppelalbum unter dem Titel The complete Recordings herausgebracht worden. Dabei wurden die ersten beiden Alben gemeinsam auf einem Silberling platziert. Das Ganze kommt als dreifach aufklappbares Digipack mit Booklet und ausführlichen Liner Notes. Wir spendieren – wie üblich – jeder der drei Scheiben eine eigene Review.
So richtig im Rock angekommen sind Gomorrha noch nicht. „Sommer“ z.B. könnte man problemlos auch als Schlager durchgehen lassen. Schuld daran ist nicht zuletzt der Gesang, der über weite Strecken verständlich macht, warum vor Udo Lindenberg und den Scherben viele Rock-Fans der Überzeugung waren, dass sich Rock-Musik und die deutsche Sprache schlicht nicht vertragen. Bei „Totes Land“ ist der Gesang schlicht indiskutabel und auch „Regenbogenschein“ ist nicht zuletzt wegen des Gesangs äußerst schlecht gealtert.
Das scheint die Band offenbar selbst so gesehen zu haben, denn das Album wurde wohl noch im selben Jahr unter dem Titel Trauma mit nun englischem Gesang neu veröffentlicht. „This [das Debüt; NvF] was swiftly followed by `Trauma´“, heißt es im Booklet.
Manche Quelle im Internet sehen das anders. Sie sprechen von nur zwei Gomorrha-Alben und einem „verworfenen“ deutschen Vorgänger von Trauma.
Ganz ohne Reiz ist aber auch Gomorrha nicht. „Kreiseltanz“ ist eine nette spät-sechziger Nummer, die reichlich Hippie-Flair atmet. „Trauma“, das längste Stück des Albums, liefert einige tolle Instrumental-Improvisationen. Die packendste Nummer ist „Flammenhände“, ein toller Rocker mit prima Gitarre, aber auch hier mit schwierigem Gesang.
Ich bin auf die englische Version gespannt.

Trackliste
| 1 | Lola | 4:07 |
| 2 | Totes Land | 3:29 |
| 3 | Flammenhände | 3:14 |
| 4 | Reise | 2:40 |
| 5 | Regenbogenschein | 3:04 |
| 6 | Gestern | 3:24 |
| 7 | Kreiseltanz | 4:12 |
| 8 | Sommer | 3:50 |
| 9 | Trauma | 9:15 |
Besetzung
Helmut Pohl (Dr, Flöte, Vibraphon, Voc)
Albrecht Claudi (Lead Git)
Eberhard Krietsch (B, Piano, Orgel, Vibraphon, Voc)
Produzent: Conny Plank
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

