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Reviews

Randalica

Knast, Tod oder Rock'n'Roll


Info

Musikrichtung: Hard Rock / Metal - Satire

VÖ: 01.10.1995

(Steamhammer / SPV)

Gesamtspielzeit: 57:31

Randalica wurden als reine Idee geboren – eine Fake-Band, die nicht existierte, deren reale Existenz nie geplant war, erdacht für eine Satire-Beilage anläßlich des 10jährigen Bestehens des Rock Hard Magazins. Aber die Idee dazu hat eine solche Dynamik entwickelt, dass die Band dann doch noch real ins Leben gerufen wurde. (Näheres dazu in der Monatskolumne 25 Years after vom Februar 2026.)

Auch die (kurzlebige) Band als solche hatte weiterhin Spaßcharakter, aber sie hat ein Album hervorgebracht, das sich musikalisch problemlos mit „echten“ Bands messen kann, die sich im Bereich zwischen Hard Rock und traditionellem Heavy Metal bewegen.

Dabei reicht das Spektrum von dem Slade-Cover „Komm schon, fühl den Lärm“, dem poppigsten Song des Albums, bis hin zu „Randalica Hooligans“, das eine Spur Hardcore mitbringt. Auch ein Stück schleppender Blues-Rock darf dabei sein („Liebe auffem Rücksitz“).

Als das Album fertig war dürfte es zwischen Sir Pommes und Ömmes ein Gespräch, wie folgt, gegeben haben: „Sag mal, Ömmes, haben wir irgendeine Metal-Klischee vergessen?“ Antwort: „Nee, nee, is alles dabei!“

Deep Purple, die Scorpions und Blind Guardian sind nur drei Hard Rock-/Metal-Institutionen, die ihre wohl wichtigsten Live-Alben in Japan aufgenommen. Und so schreit Sir Pommes zu Beginn des krachenden Hard Rockers „Nach uns die Sintflut“ ein kräftiges „Hallo, Tokyo!“ in die nicht-vorhandene Menge und startet gleich eins der Highlights des Albums. Und dann regnet es schmutzigen Sex, Gewalt, Fussball, Religionskritik, die Opferrolle und selbst ein Drum-Solo unter dem Titel „Schlacht der Pötte“.

Mit „Himmel und Hölle“, „Tore machen“ (Priest-Cover), „Schmeck den Prügel“ und vor allem „Tote auffe Tanzfläche“ gibt es eine Reihe weiterer Volltreffer.

Und auch wenn es nur die beiden bereits erwähnten wirklichen Cover-Versionen gibt, muss man bei „Septemberregen“ sofort an die Gunners und bei „Schmeck den Prügel“ an Motörhead denken.

Eigentlich schade, dass die Band sich kurz nach Knast, Tod oder Rock'n'Roll gleich wieder aufgelöst und nicht ernst gemacht hat.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Nach uns die Sintflut 4:54
2Himmel oder Hölle 4:19
3Potent, willig & solo 5:08
4Randalica Hooligans 5:18
5Liebe auffem Rücksitz 6:32
6Schmeck den Prügel 4:14
7Komm schon, fühl den Lärm 4:07
8Schlacht der Pötte 1:53
9Tote auffe Tanzfläche 4:14
10Opfer der Gesellschaft 4:29
11Tore machen 3:03
12Septemberregen 9:03

Besetzung

Sir Pommes (Voc)
Ömmes (Git)
Doppelbob (Dr)
Asi Assborn (B, Back Voc)
Otze (Git)
Gunter (B)

Gäste:
Peter Wells (Solo <5>)
Fleisch (B <3,11>)
Der Helsing (Solo <6,7,11>)
Alex Schönert (Solo <3,12<)
Chris Leibundgut (Solo <4>)
Kerstin Müller (Voc <5>, Höhepunkt-Gestöhne <5>)
Wolf Stach (Voc <7>, Perc <3>)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger