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Reviews

Ruedi Häusermann

Erste Annäherung


Info

Musikrichtung: Moderne Klassik/Kammermusik/Jazz-Fusion

VÖ: 06.12.2024

(Rabbit Hill Records)

Gesamtspielzeit: 42:23

Internet:

http://ruedihaeusermann.ch/
https://rabbithillrecords.ch/
https://www.martinaweinmar.de/

Mit Herrn Häusermann hatte ich musikalisch bereits hier und hier Kontakt.

Vom Promoter wurde mir dazu noch diese Veröffentlichung vom 6.12.2024 zur Verfügung gestellt, die Erste Annäherung wurde jedoch anders als die genannten Alben in einer anderen Besetzung aufgenommen und legt Schwerpunkt auf die Arrangements mit Streichinstrumenten, hier gespielt vom Henosode-Quartett.

Die „UMELIEDER-Kollektion“ führte uns in die Schweizer Musik-Szene dergestalt, dass ein musiktheatralisches Projekt geschaffen werden sollte, und die dort geplanten einfachen singbaren Melodien einzubinden, und zwar nicht wie vorgesehen, schuf Ruedi Häusermann kinderliedartige Melodien. Und nun sind diese „UMELIEDER“ mit einem anderen Ensemble fortgesetzt worden.

Deutete die mir bekannte Musik klar in Richtung Jazz, so hat der Musiker hier eine andere individuelle Klangsprache entwickelt, die eher in Richtung Klassik und davon eine recht moderne Variante abzielt. So kann man sich angesichts der vier längeren Songs mit ein wenig Phantasie durchaus Szenen von Theateraufführungen vorstellen. Denn gleich zu Beginn mit „DuBaBa“ fließt kein durchgehender Rhythmus, sondern der Song ist auf Improvisationen und wie spontan entstehende Entwicklung erscheinend abgestellt.

Wie mag man es am besten beschreiben? Nicht nur die Richtung Klassik ist einbezogen, vielmehr werden diverse Grenzbereiche abgedeckt, und wenn es auch zunächst nach moderner Klassik klingt, dann hat der Komponist auch Strukturen von Jazz experimenteller Art als auch kammermusikalische Aspekte berücksichtigt. Das wiederum führt dazu, dass es Einem nicht unbedingt leicht gemacht wird, sich diesem Gesamtergebnis des Ungewöhnlichen anzunähern.

Doch den Sound als Kopfmusik zu bezeichnen, würde ihm auch nicht gerecht werden, denn durchaus emotionale Aspekte wird man bei genauem Hinhören sicherlich erkennen können, auch poetisch wirkende Strukturen sind enthalten. Schließlich wird man bemerken, dass sich der Komponist Häusermann offensichtlich keinen Zwängen zu beugen scheint, denn irgendwie festigt sich der Eindruck im Laufe der Spielzeit, dass viele unerwartete Sprünge und spontane Wendungen auftreten, wiederum recht erschwerend für an streng strukturierter Musik orientierte Hörer*innen.

Belebend wirken (für mich) die diversen Ausflüge in jazzorientierte Passagen und einer Schaffung solch gestalteter Struktur, bei „Albertini“ ist es recht gelungen, ebenso die Einbeziehung folkloristisch orientierter Passagen durch die Verwendung eines Asa Chans, das ist ein Perkussionsinstrument aus Stahl, bestehend aus zwei verbundenen schwingenden Stahlblechen, es klingt „singend“ und ein wenig meditativ.

So treffen hier mehrere verschiedene musikalische Welten aufeinander, ohne dass, trotz der Streichinstrumente, eine davon die Oberhand behält, gleichwohl die Streicher aus meiner Sicht doch ein wenig tonangebender sind. Präzision und Improvisation fügen sich hier im Verbund gemeinsam ein, eine fordernde Klanglandschaft ist das allemal, so dass es durchaus einer Erste(n) Annäherung bedarf!



Wolfgang Giese

Trackliste

1. Dubaba (11:40)
2. Albertini (11:20)
3. J'oduseisch (9:35)
4. Stiller Teilhaber (9:45)

Besetzung

Ruedi Häusermann (composition, clarinets, flutes, Hohner-Mignon)
Sara Hubrich (violin)
Josa Gerhard (viola)
Liese Mészár (viola)
Christoph Hampe (violoncello)
Marco Käppeli (drums, Asa Chan, glockenspiel)
Claude Meier (double bass, acoustic bass guitar)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger