Reviews
Elements
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Info
Musikrichtung:
Progressive
VÖ: 07.11.2025 (1980) (V Records) Gesamtspielzeit: 45:19 Internet: http://www.flamedreammusic.com |

Flame Dream haben eine eigenwillige Veröffentlichungspoltik. Nachdem 2024 ihr Comeback-Album Silent Transition an den Start gegangen ist, haben sie begonnen ihre vier ersten Alben - ihre „vier progressive rock Alben“, wie die Band sie bezeichnet - die zwischen 1979 und 1982 erschienen sind, als CDs wieder zu veröffentlichen. „Die mehr song-orientieren Alben `Travaganza´ (1983) und `8on6´ (1986) sind momentan nicht zur Wiederveröffentlichung auf CD vorgesehen,” sagte mir Sänger Peter Wolf im Interview.
Elements, das zweite Album der Schweizer, ist nun auch die zweite CD-Wiederveröffentlichung. Logisch, sagt Ihr! Nicht bei Flame Dream. Denn die erste Wiederveröffentlichung war nicht das erste, sondern das dritte Album Out in the Dark . (Erklärung im Interview). Und das Debüt wird auch nicht als drittes folgen. Die Band hat mir für die nächsten Tage die Zusendung der Wiederveröffentlichung des vierten Albums Supervision angekündigt. Das Debüt Calatea soll dann im April als CD das Licht der Welt erblicken.
Nun also zum dem Vorgänger von Out in the Dark. Auf Elements haben Flame Dream ihre eigene Identität noch nicht so deutlich gefunden, wie ein Jahr später auf dem Magnus Opus der Band. Insbesondere für Freunde früher Genesis sollte das aber keinen Nachteil darstellen.
Am deutlichsten schwimmt sich „Sea Monsters“, der mit leichtem Vorsprung längste Track des Albums, davon frei. Einen derartig perlenden Flügel, wie ihn „Sea Monsters“ nicht nur in dem ausführlichen Intro aufbietet, hat es bei den Briten so nie gegeben. Und wenn der Synthesizer ab Minute 5:30 zum verspielten Solieren ansetzt, hat man einen der Höhepunkte des Albums vor sich.
Überhaupt sind es der stärkere Akzent auf die Synthesizer und die größere Verspieltheit, die Flame Dream dann doch deutlich von Genesis absetzen – auch bei den anderen beiden Longtracks, die allerdings wesentlich näher dran bleiben. „A Poem of Dancing“ greift in den ruhigen Passagen nach dem Intro der Oboe auf die frühen Genesis zurück und erinnert im weiteren Verlauf an den Sound von Wind and Wuthering. Mit etwas weniger Synthesizer könnte vor allem auch der Opener „Sun Fire“ einen Platz auf einem der Mit-70er Genesis-Alben finden.
Ergänzt werden die drei Longtracks von dem kürzeren „Earth Song“, der mit seinen fast sieben Minuten zwar auch kaum tauglich für einen Radio-Einsatz gewesen ist, sich in seiner prog-poppigen Kompaktheit aber am ehesten als Single-Auskopplung geeignet hätte – vielleicht in einer kürzeren Edit-Version.
Schönes Album!

Trackliste
| 1 | Sun Fire | 10:02 |
| 2 | Sea Monsters | 13:39 |
| 3 | Earth Song | 6:56 |
| 4 | A Poem of Dancing | 13:12 |
| 5 | Savate? Nose! | 1:28 |
Besetzung
Urs Hochuli (B, Voc)
Roland Ruckstuhl (Keys)
Peter Wolf (Voc, Flöte, Oboe, Sax, Perc)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

