Reviews
Sinfonico
![]() |
Info
Musikrichtung:
Folk-Chanson-Classic-Fusion
VÖ: 06.02.2026 (Casa Verde) Gesamtspielzeit: 60:34 Internet: http://mariana-ramos.com/ https://mosaik-promotion.de/ |

Die Sängerin Mariana Ramos wurde in Dakar im Senegal geboren und lebte in der kapverdischen Hauptstadt Praia im Stadtteil Monte Sossego. Später zog sie zu ihren Eltern nach Frankreich. Von ihren Eltern wurde sie schon früh musikalisch geprägt, mütterlich mit einer Liebe zum Tanz und der Vater als Gitarrist einer bekannten kapverdischen Band.
Seit ersten Auftritten im Alter von achtzehn Jahren war sie beseelt davon, verschiedene musikalische Einflüsse aufzusaugen, neben den kapverdischen hin zu Jazz- und Chanson-Sängerinnen.
So überrascht mich das aktuelle Album Sinfonico mit seiner Klangfülle und dem großartigen emotional geprägten Ausdruck. Im Pressetext wird auf das Ergebnis als musikalischer Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne, Intimität und Monumentalität verwiesen.
Erwartet man vielleicht stark folkloristisch geprägte Musik mit entsprechend stark rhythmisch betonter Musik, so wird man gleich von Beginn an vom Sound eines Orchesters gefesselt. Dieses Orchester wird geleitet von Marc-Olivier Dupin und ist der wesentliche Bestandteil der zwölf Songs. Nicht ganz, natürlich, denn eigentlich ist Mariana Ramos mit ihrer sehr ausdrucksstarken Stimme der wesentliche Bestandteil. Mit einem dunklen und warmen Timbre fasziniert sie mit einer großartigen Geschmeidigkeit und somit verschmilzt die Protagonistin damit gemeinsam mit dem Orchesterarrangement zu einer symphonischen Eleganz, und immer wieder sind auch die Rhythmen ihrer Heimat zu bemerken, bei Songs wie „Beleza“ geht es sogar flotter ab und bringt kraftvolle Energie mit ein.
Letztlich verbindet diese Musik Rhythmen der kapverdischen Morna, eine dort populäre Musikrichtung, die auch als Seele der Kapverden betrachtet wird, sehr melancholisch dazu, mit der Eleganz der Orchesterbearbeitungen mit Anklängen an klassische Musik, so las ich hierzu im Pressetext: „entspannte Rhythmik kapverdischer Musik mit der Präzision eines Sinfonieorchesters“.
Auf jeden Fall ist das Ergebnis eine ganz besondere Klangerfahrung und überrascht mit einer ungewöhnlichen Darstellung. Innerhalb dieser Ungewöhnlichkeit hebt sich das Instrumentalstück „Ilidio“ noch einmal vom Gesamtausdruck ab, es ist wohl live eingespielt worden, wie man hinsichtlich des Applauses feststellen kann, das gilt dann auch für einige andere Songs.
Wer die Künstlerin allerdings mehr in folkloristischem Umfeld erleben möchte, sollte sich auf frühere Veröffentlichungen wie „Suavidanca“ oder „Morna“ konzentrieren. Jedenfalls ist jene vorgestellte Musik hier nur ein Bestandteil innerhalb des hier vollzogenen Brückenschlags. Auf jeden Fall halte ich das Ergebnis von Sinfonico für sehr betörend und, wie sollte man es nennen? Folk meets Classic meets Chanson? Jedenfalls wirkt diese Kombination zwischen Stimme und Orchester für mich sehr betörend. Manchmal muss ich an Musik der Sechziger denken, zum Beispiel an solche orchestralen Bearbeitungen des frühen Scott Walker's, wo auch Orchesterarrangements eine große Bedeutung hatten.

Trackliste
2 Mundo Ca Cré (5:44)
3 Fidje Terra Da Gloria (4:42)
4 Discunfiado (4:16)
5 Dançador (4:45)
6 Beleza (4:33)
7 Ilidio (3:29)
8 Irmon (5:26)
9 Mariana (6:21)
10 Ce La Vida (5:51)
11 So Samba (4:35)
12 Vocação (6:26)
Besetzung
Marc-Olivier Dupin (directeur musical, chef d'orchestre)
Toy Vieira (cavaquinho)
Paulo Bouwman (guitare)
Miroca Paris (batterie, percussions, chœur)
Jessica Ramos (chœur)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

