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Abysmal Affairs (EP)
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Info
Musikrichtung:
Dark Wave / Avantgarde
VÖ: 09.01.2026 (Eygennutz Records) Gesamtspielzeit: 26:01 Internet: https://www.bianca-stuecker.com/ https://home.benecke.com/ https://www.eygennutz-verlag.de/ https://mosaik-promotion.de/ |

Für diese EP mit sechs Songs haben sich zwei Akademiker zusammengeschlossen. Dr. Bianca Stücker und Dipl.-Biol. Dr. rer. medic., M.Sc., Ph.D. Mark Benecke. Beide sind jedoch nicht nur musikalisch unterwegs, sondern auch auf ganz anderen Gebieten. Darauf gehe ich hier nicht näher ein, sondern empfehle jeweils einen Blick auf die Webseiten zu werfen.
Bianca Stücker hat als Songschreiberin, Sängerin und Instrumentalistin zahlreiche CDs mit dem Underground-Music-and-Bellydance-Projekt The Violet Tribe, dem Dark-Electro-Projekts Form Follows Function und der Steampunk-Formation Violet, dem Ensemble Violetta und ihrem Electro-Solo-Projekt VaNi veröffentlicht.
Mark Benecke ist unter anderem auch musikalisch aktiv. 1989 gründete er (unter dem Künstlernamen Belcanto Bene) zusammen mit Klaus Fehling die Schlagerpunk-Band “Die singenden und tanzenden Wichsvorlagen”, welche kurz darauf in „Die Blonden Burschen“ umbenannt wurde.
Gemeinsam legen die Beiden ihre mittlerweile vierte EP vor mit Abysmal Affairs. Die sehr eigentümlich strahlende Musik soll Elemente des Dark Folk, Dark Wave, der Neo-Klassik und der Avantgarde vereinen. Obwohl sechs Songs enthalten sind, gibt es tatsächlich nur drei, nämlich die Tracks 1-3, bei denen es sich um Coverversionen handelt, „Sabrina“ von den Einstürzenden Neubauten, „Henry Lee“ von Nick Cave und „I'm So Lonesome I Could Cry“ von Hank Williams, letztere eine Art Fremdkörper hinsichtlich seines Country-Ursprungs.
Hinzu kommen mit den Tracks 4-6 jeweilige Remixe der beiden ersten Songs, siehe Tracklist. So sind eigenständig klingende und individuelle interpretierte Bearbeitungen entstanden, die allesamt eine recht befremdlich wirkende Stimmung ausstrahlen, und sich von den Originalen recht abheben, bis auf den Song, den Nick Cave gemeinsam mit PJ Harvey auf seiner Veröffentlichung „Murder Ballads“ eingespielt hat, das kommt dieser „Cave'schen“ Stimmung dann doch recht nah.
Die Musik klingt in der Regel doch sehr elektronisch und synthetisch, obwohl recht viel akustische Instrumente eingesetzt wurden. Mark Benecke entpuppt sich nicht unbedingt als guter Sänger, seine weibliche Begleitung hat doch wesentlich mehr Ausdruck in der Gestaltung des Gesangs. Am gelungesten halte ich die sehr ungewöhnliche Interpretation des Songs von Hank Williams, er gewinnt in diesem Umfeld eine ganz neue Bedeutung, vielleicht sollte man sich gemeinsam weiterer Klassiker des Country-Genres annehmen.
Auf die Remixe hätte ich im Übrigen gut verzichten können und anstatt dessen weitere drei Songs erwartet.

Trackliste
2 Henry Lee
3 I'm So Lonesome I Could Cry
4 Sabrina (Solar Fake Remix)
5 Henry Lee (Qntal-Remix)
6 Sabrina (Bianca's Pleidades-Remix)
Besetzung
Mark Benecke (vocals, flute)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

