Reviews
Healing Songs
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Info
Musikrichtung:
Modern Jazz
VÖ: 23.01.2026 (Label Bleu) Gesamtspielzeit: 57:41 Internet: https://www.facebook.com/HenriTexierJazz/?locale=de_DE https://mosaik-promotion.de/ |

Der Pariser Jazzbassist Henri Texier war in den letzten Jahren wiederholt Gegenstand von Rezensionen mit den Veröffentlichungen aus 2016, Dakota Mab und 2022, Heteroklite Lockdown. Stets konnte er mit seiner Musik überzeugen. Erneut spielt er mit seinem Sohn, dem Klarinettisten und Saxofonisten Sébastien Texier, zusammen.
Doch nicht, wie auf der letztgenannten Platte, entstand die Musik zu Healing Songs im Trioformat, sondern als Quintett, und nun ist auch wieder ein Keyboarder dabei, Piano und Fender Rhodes gibt es zu hören. Er, Emmanuel Borghi als auch Trompeter Hermon Mehari, spielen eine wichtige Rolle als Gestalter der neun Songs. Als Gast hören wir auf „Laïla“ den sehr bekannten Schlagzeuger Manu Katché, Gautier Garrigue pausiert auf diesem Stück, während beide gemeinsam auf den Tracks 3 und 8 mit grosser Kreativität gestaltend tätig werden.
Auffällig ist von Beginn an, wie traditionell eingefärbt diese Musik strahlt. So spüre ich eine großartige Leichtigkeit und lockeres gemeinsam geprägtes Spiel aller Musiker, ausgedrückt durch ein starkes Feeling im Umfeld von klassischem Hard Bop, angereichert mit der Tradition des Jazz europäischer Prägung. Bis auf „Vent Poussière“ von Sébastian Texier stammen die übrigen alle vom Vater Henri.
Man gewinnt einen raschen Zugang zu dieser Musik, dermassen gelöst strömt die Musik, getragen vom Fundament des Basses und ergänzt um das kreative Spiel des Schlagzeugs. Und darüber gestalten die Solisten mit hoher Güte ihrer Beiträge, seien es beseelte Einsätze von Saxofon/Klarinette, coole Beiträge vom Fender Rhodes, das damit einige Elemente der Fusion-Bewegung der siebziger Jahre einflicht, und somit den gewissen Groove verbreitet.
Ganz anders stellt sich zum Beispiel „Decent Revolt“ vor, hier schwebt der Song über fünfeinhalb Minuten mit verträumt melancholischem Ausdruck dahin und lässt den Gedanken freien Lauf, das ist wie Balsam für die Seele, ganz zart und gemächlich klingt es. Alles in Allem ist diese Musik eine perfekte Verschmelzung US-amerikanischer Jazztradition mit dem besonderen Ausdruck des von europäischen Jazzmusikern geprägtem Sound, einschliesslich der Beiträge des Protagonisten. Healing Songs, ja, warum nicht, mit ihrer musikalischen Ausrichtung können sie durchaus einen heilsamen Effekt haben, wenn man sich in dieser Musik entspannt fallen lässt!

Trackliste
2 Greve Revolte (6:56)
3 Chebika Courage (7:37)
4 Decent Revolt (5:34)
5 Laïla (6:12)
6 Vent Poussiere (5:48)
7 Sarajevo Blues (9:52)
8 Samba Loca (4:23)
9 Quand Tout S'arrete (5:21)
Besetzung
Sébastien Texier (sax-alto, clarinette-alto, clarinette)
Hermon Mehari(trompette)
Emmanuel Borghi(piano, Fender-Rhodes)
Gautier Garrigue(batterie [sauf titre 5, Laïla])
Manu Katché(batterie - #3, 5, 8)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

