Reviews
meets Loren Stillman
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Info
Musikrichtung:
Big Band Jazz
VÖ: 16.01.2026 (AMM Records) Gesamtspielzeit: 50:22 Internet: https://www.lorenstillman.com/ https://odensejazzorchestra.dk/ https://amm-records.dk/ https://jazzfuel.com/ |

Führende dänische Musiker sind verantwortlich für das im Jahre 1994 gegründete Odense Jazz Orchestra. Für das aktuelle Album hat sich das Ensemble mit Loren Stillman zusammengeschlossen. Er ist ein Saxofonist aus den USA und ist weitestgehend zuhause im Post Bop. So las ich, dass es beabsichtigt war, eine Verbindung zu schaffen zwischen nordisch orientiertem Orchesterklang und der US-amerikanischen Ausprägung von Jazz.
Interessant hierbei ist, dass alle sechs Songs des Albums meets Loren Stillman von diesem komponiert wurden. Diese sollen wohl bereits vorher in anderen Versionen existiert haben, so dass die Arrangements nun neu geschaffen wurden für dieses große Ensemble, als Arrangeur wurde hierfür Kasper Tagel hinzugezogen.
Nicht nur Stillman ist nur als Solist tätig, sondern auch die übrigen Musiker stellen hierzu ihre Fähigkeiten unter Beweis, so dass die Musik entsprechend auch wie ein echtes Gemeinschaftsprojekt strahlt. Die sehr fein strukturierten Kompositionen werden in Rahmen der hervorragend ausgearbeiteten Arrangements insofern gemeinsam geprägt vom Sound der Big Band mit den jeweiligen Solisten.
Dabei strahlt jede Komposition etwas Besonderes aus, „A Tree Falls“ als wunderschöne Ballade, „Waterworks“ als Umsetzung der Eindrücke eines Wanderwegs mit wunderschönen Wildblumen und Schmetterlingen, „Buffalo“, nun, der Titel spricht für sich, man meint sie zu hören, diese großen Tiere, und hier mit einem Hauch Blues versehen, sowie „Dervish“ mit Anklängen an die persische Kultur. Ach, und „Fowkles“ soll an den amerikanischen Jazz-Posaunisten und Freund Curtis Fowlkes erinnern.
Auffällig ist die fast durchgehend ruhige Stimmung, vom Orchester werden ganz großflächige Klangbilder erzeugt, die voller Wärme und Lyrik sind, und der nordische Ausdruck des Orchesters ist ebenfalls allgegenwärtig. Dazu strahlen die Arrangements sehr viel Komplexität aus, und darüber hinaus wird der Sound fantasiereich ausgeführt, sehr bunte Klangfarben drücken recht viel emotionale Stimmungen aus, man hat den Eindruck ständiger Dialoge auf dem Boden von Kollektivität und Individualität, die man sowohl an den Kompositionen, den Arrangements und den solistischen Beiträgen feststellen kann.
Zwar auf dem Boden von Big-Band-Jazz fest stehend, wird hier Tradition mit Moderne blendend verknüpft, nur sollte man auch wirklich konzentriert zuhören, um all' diese Feinheiten zu entdecken und zu genießen! Somit kann man feststellen, dass die Tradition des Big-Band-Jazz' um eine weitere Nuance reicher geworden ist.

Trackliste
2 Waterworks (9:59)
3 Buffalo (7:06)
4 Like A Magic Kiss (9:09)
5 Fowlkes (6:17)
6 Dervish (9:04)
Besetzung
Morten Øberg (alto saxophone, flute)
Guy Moscoso (alto saxophone, Bb clarinet)
Michael Olsen |(tenor saxophone, Bb clarinet, bass clarinet)
Hans Mydtskov (tenor saxophone)
Ole Visby |(baritone saxophone, bass clarinet, Bb clarinet)
Rolf Thofte Sørensen (trumpet, flugelhorn)
Tomasz Dąbrowski (trumpet, flugelhorn)
Jakob Holdensen (trumpet, flugelhorn)
Hans Christian Heide Erbs (trumpet, flugelhorn)
Stefan Ringive (trombone)
Mikkel Vig Aagaard (trombone)
Anders Ringgaard Andersen (trombone)
John Kristensen (bass trombone)
Morten Nordal (guitar)
Pojken Flensborg (piano)
Kasper Tagel (bass)
Chano Olskær (drums)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

