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Live At Atelier Du Plateau
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Info
Musikrichtung:
Experimental
VÖ: 12.12.2025 (BMC) Gesamtspielzeit: 45:20 Internet: https://bmcrecords.hu/en marikvienbrunvoll.com georgedumitriu.com everisser.com kimmyhr.com tomagouband.info |

Ensemble Ensemble, das ist ein europäisches Experimental-Quintett mit internationaler Besetzung, so stammen die Bandmitglieder aus Norwegen, den Niederlanden, und aus Frankreich. Genau dort, in Paris, entstanden diese fünf Songs, und zwar Live At Atelier Du Plateau, am 1. und 2. Juni 2018. Dieses Album ist bisher das einzige dieser Formation.
Neben natürlichen Instrumenten hantiert man ebenfalls mit elektronischer Zurichtung, verantwortlich hierfür ist die Elektronik-Musikerin Mari Kvien Brunvoll aus Norwegen, sie singt ebenfalls. Gemeinsam erzeugen die Fünf eine mystische Stimmung voller geheimnisvoller Atmosphäre. Sehr meditativ verschmelzen hier verschiedene Einflüsse, mit Violine, Piano, Saxofon und Gitarre, unterstützt durch recht zart und bisweilen tupfende Perkussionsmuster.
Gleich auf dem Eröffnungstrack, der mit 16:24 Minuten der längste des Albums ist, hören wir diverse Einflüsse, minimalistisch, kammermusikalisch, experimentell, hier mit dem größten Potential von sich entwickelnden Klangmustern ausgestattet aufgrund der Länge des Songs. Die Stimme von Brunvoll ist mit der elektronischen Bearbeitung sehr geheimnisvoll, Gitarrentöne flattern durch den Raum, tupfende Pianoklänge, dahinschwebende Klangmuster ohne jegliche Arrangements, solche entwickeln sich letztlich aus den jeweiligen Augenblicken heraus.
So ist es nicht unbedingt sehr auf oberflächliches Hören ausgerichtet, sondern man sollte sich Zeit nehmen und sich fallen lassen zu tief gelegenen Erlebniswelten. In diesem Fall bleibt man im Verlauf dieses Konzertmitschnittes förmlich „kleben“ und wähnt sich ein wenig auch zwischen den direkten Zuhörern/innen dieser Konzertmitschnitte. Wie gespannt kann man dann diesen teils ungewöhnlichen Klangmustern folgen, die mitunter auch eine Art psychedelisch wirkender Ausstrahlung innehaben.
Man muss wirklich nicht einen speziellen Song hervorheben, weil alle fünf wie einer wirken, nur ist es schwierig, eine bestimmte Zuordnung der Musik zu bestimmen. Experimental-Musik, Spuren von Folklore, hier sollen die Quellen in Norwegen und im Elsaß liegen, stets absolut geheimnisvoll und vielleicht auch ein wenig von moderner Klassik beeinflußt? Karl-Heinz Stockhausen könnte man vielleicht noch bemühen als Teilaspekt, jedenfalls entspricht diese Musik absolut keinem Massengeschmack, man muss das mögen, weil, oberflächlich betrachtet, auch nicht gerade viel Abwechslung geboten wird. Diese wird man wahrscheinlich erst entdecken, wenn man sich total hingibt und dann die unterschiedlichen Ausprägungen wird entdecken können. Allerdings macht man es uns ein wenig leichter, wenn mit „Framtida“ der letzte Song erklingt, denn er ist sehr viel lebhafter gestaltet und, entsprechend des Songtitels ein möglicher Fingerzeit in die Zukunft darstellen könnte, sollte es vielleicht doch noch einmal einen Nachfolger geben.

Trackliste
2 Venter (Waiting) (4:59)
3 En Sang om Døden (A song about death) (6:51)
4 Ka da (What then) (7:53)
5 Framtida (Future) (9:11)
Besetzung
George Dumitriu (violin, viola)
Eve Risser (piano, prepared piano, alto flute)
Kim Myhr (guitar)
Toma Gouband (drums, percussion)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

