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Reviews

Martin Dupont

You Smile When It Hurts


Info

Musikrichtung: New Wave/Cold Wave

VÖ: 05.12.2025

(Label Caravane)

Gesamtspielzeit: 48:48

Internet:

https://www.instagram.com/martindupontofficiel/?hl=de
https://mosaik-promotion.de/
https://www.labelcaravan.com/

Martin Dupont, nein, so heisst nicht der Musiker, sondern das ist eine französische Band, die 1980 in Marseille gegründet wurde. Musikalisch bewegte/bewegt man sich im Rahmen von Electro, New Wave, Cold Wave, ausgefüllt durch reichliche Verwendung von Synthesizern. Von der Originalbesetzung ist heute noch Alain Seghir (vocals, bass, synthesizer, guitar) übrig. Nun meldet sich die Band mit dem aktuellen Album You Smile When It Hurts wieder zurück.

Mit diesem Song startet die Platte auch und verbreitet sogleich ein sehr beeindruckendea Hörerlebnis. Sehr interessant und ungewöhnlich klingt es, wenn sich die diversen Streichinstrumente mit ihrem natürlichen Klang mit dem Synthesizer paaren, sehr breitflächige Klangwände werden durch das programmierte Schlagzeug unterstützt und schaffen dadurch einen kräftigen Gegensatz, der jedoch irgendwie passt. Der Gesang scheint schon fast nebensächlich zu wirken, weil er nicht zwingend prominent im Vordergrund steht, sondern sich als Einheit mit dem kompletten Arrangement einordnet. So scheint alles zu passen und diesen ungewöhnlichen Sound zu erschaffen, gesanglich muss ich anteilig auch an David Bowie denken oder an bestimmte Sangespassagen aus der Zeit, als sich etliche New Wave-Bands etablierten.

So ist die Band dann auch bereits mit solchen Kollegen wie Depeche Mode, New Order oder Joy Division verglichen worden. Nun, ich stimme zu, dass man Martin Dupont gewiss in diese „Schublade“ packen kann. Und selbst vernehme ich auch Spuren von Ultravox. Wenn die Streicher, wie jene im Auftaktsong, weggelassen werden, gleich bei „Dreamin'“, dann regieren die Synthies, dann beherrscht die elektronische Ausrichtung ganz klar den Sound.

Letztlich hat es die Band vermocht, eine Brücke zu schlagen aus der Zeit analoger Synthies hin zu modernsten Produktionsmethoden. Das programmierte Schlagzeug auf „Time“ zum Beispiel wird umspült von elektronischer Künstlichkeit, und wenn sich dann die Sängerin mit opernhaften Vortrag einbringt, dann kann man sich als Liebhaber solcher Musik emotional hinweg geschwemmt fühlen. Ja, das ist doch verdammt wuchtig, eine grandiose Inszenierung, hier wieder von der vollen Breitseite Streicher untermalt. (oder sind es Synthies?) Sehr interessant auch, wie man ansatzweise und ganz vorsichtig auch das Tenorsaxofon, gespielt von Beverley Jane Crew, einstreut. Das hätte ich mir gern etwas schärfer und prominenter gewünscht, hier wäre ein guter Ansatz vorhanden, um die musikalische Bandbreite noch einmal auszuweiten.

Einen besonderen Gast präsentiert die Band dann beim Song „Arabian Night“, das ist Blaine Reininger, Szenekennern sicher auf jeden Fall bekannt, unter anderem als Mitbegründer der Kultband Tuxedomoon, hier mit einem Violinensolo. Gern hätte ich ihn noch auf weiteren Songs gehört. Auf jeden Fall ist Martin Dupont eine Band aus der Sparte New Wave/Cold Wave mit einer ihr eigenen speziellen Mischung aus Elektronik und echten Instrumenten, zusammengefügt zu einem eindrucksvollen Sound, der schnell Aufmerksamkeit erregt, dabei ist die Inszenierung nicht wirklich zu pompös, sondern man hat den Eindruck, dass man dem elektronischen Minimalismus zugeneigt ist, und im Zusammenspiel mit den Streichinstrumenten einen sehr individuellen Sound geschaffen hat, der auf seine Weise dann doch über einen recht pompösen Ausdruck verfügt.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 You Smile When It Hurts
2 Dreamin
3 Time
4 Blue Dragonfly
5 Arabian Night (feat. Blaine Reininger, solo violin)
6 Reality
7 Walking Alone (feat. Pierre Corneau, bass guitar)
8 Dark Tunnel (feat. Pierre Corneau, bass guitar)
9 I Try Alone
10 Open My Head
11 Tired To Follow
12 Happy Birthday (feat. Pierre Corneau, bass guitar and Lewis Evans, vocals)

Besetzung

Alain Seghir (programming, vocals, synth and mixing)
Sandy Casado (vocals)
Beverley Jane Crew (vocals, clarinet and tenor saxophone)
Thierry Sintoni (programming, synth, guitar and mixing)
Ollivier Leroy (backing vocals, programming and keyboards)
Ferdinand Chupin (strings and winds arrangements)
plus:
Ferber Studio musicians (strings, brass)
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So bewerten wir:

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11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
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19 bis 20 Überflieger