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Reviews

Kristóf Bacsó Triad

Let It Go


Info

Musikrichtung: Jazz / Fusion

VÖ: 12.12.2025

(BMC)

Gesamtspielzeit: 49:07

Internet:

https://www.facebook.com/p/Kristof-Bacso-513437424/
https://bmcrecords.hu/en

Mit der aktuellen Veröffentlichung Let It Go gibt es wieder Jazz aus Ungarn. Der Leiter dieser Band, Kristóf Bacsó gilt als einer der prägenden Musiker des ungarischen Jazz', auch als Komponist und Lehrer ist er dort bekannt. Seine Band, Triad, hat er vor mehr als zehn Jahren gegründet. Nicht nur Jazz, sondern auch einige Anteile osteuropäischer Musik haben Einzug gehalten in diese individuell geprägten Klänge des Albums. Viel Wert wurde auf Improvisation gelegt, die sich in die sehr interessanten Kompositionen einschmiegt und zu einem besonderen Ganzen beiträgt.

Bereits der Auftaktsong „Let It Go“ setzt für mich Zeichen. So wird viel Wert auf Melodik gelegt und die vier Musiker umspielen sich sehr elegant und emotional zugewandt. Einerseits ist das Arrangement relativ frei gehalten, aber andererseits ist die Melodie recht zugewandt in ihrem spielerischen Ausdruck.

Mit „Crossroads“ entdecke ich gar eine sehr zugewandte harmonische und romantische Zugewandtheit, und dennoch, Bacsó spielt auch schon ein wenig frech im Ansatz, Tálas mit dem Piano läßt die Töne fliegen in einer starken Dichte der Zugewandheit, und etwas Romantik meine ich auch hier zu vernehmen, ebenso wie Elemente des Cool Jazz, aber verträumt bleibt der Ausdruck allemal. Herrlich, wie Bass und Schlagzeug diese ganze melodische Gestaltung von Saxofon und Piano umspielen, voller Eleganz und man hat unweigerlich den Eindruck, als würden die Musiker miteinander kommunizieren.

Nach und nach muss ich an Produktionen des Münchener Labels ECM Records denken, denn eine ähnliche Schönheit, wie man es von einigen Produktionen von ECM kennt, geht auch von Let It Go aus, sehr sensibel werden die Kompositionen von Kristóf Bacsó vorgetragen und im Strudel schöner Melodien strahlt die Musik voller Abwechslung und ist ungemein zugänglich für eine geneigte Hörerschaft.

Wichtiger Bestandteil des eigentlich original als Trio gegründeten Formation ist hier der Gitarrist/Bassist István Tóth, der mit seinen Beiträgen wirklich das „Tüpfelchen auf dem i“ darstellt. Es war insofern eine gute Entscheidung, ihn als Gast hinzuzuziehen, und ich hielte es für sehr angebracht, ihn auch zukünftig zu beteiligen.

Im Laufe der zehn Songs stelle ich fest, dass ich keinen Lieblingssong benennen kann, weil sie es alle sind. Wunderbar, den vielen Feinheiten jeder Einspielung zu lauschen, als Beispiel möchte ich „Could Be Something Else“ nennen. (doch mein Lieblingstitel???) Aber gerade auch hier stelle ich fest, wie wunderbar das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen strahlt, das luftig leichte Schlagzeug, die perlenden Keyboards, das Arrangement, das hier schon fast ein wenig in die Fusion-Szene und Jazz Rock der Siebziger treibt.

Es folgt die wunderschöne Ballade „Deep Blue“, mit sehr sensiblem Ausdruck vorgetragen, es klingt so warm, wenn mehrere Instrumente das Thema der Komposition spielen und sich zwischendurch dann immer wieder lösen, bis sich dann Tálas mit dem Fender Rhodes löst. Ja, ich spüre laufend so etwas wie Magie, die hier ausgestrahlt wird, jeder Song ist letztlich ein Genuss für die Seele.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Let It Go (2:35)
2 Crossroads (6:56)
3.Double Vision (5:34)
4 Could Be Something Else (6:38)
5 Deep Blue (4:55)
6 My Father Sent Me a Message (3:48)
7 Oblique Words (4:54)
8 Soulbird (5:58)
9 Smiling Moon (3:51)
10 Mandala (3:5

Besetzung

Kristóf Bacsó (tenor saxophone, EFXs)
Áron Tálas (piano, Fender Rhodes, keyboards)
Márton Juhász (drums)
Guest:
István Tóth (guitar, double bass)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger