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Reviews

Bauer, Garn & Dyke

Sturmfrei


Info

Musikrichtung: Deutsch-Rock / Blues-Rock

VÖ: 20.01.2026 (1979)

(Gorilla / Sireena / Broken Silence)

Gesamtspielzeit: 41:01

Verglichen mit dem rebellischen, hedonistischen Impetus, den Rock und Rock’n’Roll - möglichst noch verbunden mit Sex & Drugs - in der Regel haben sollen, wirken die Texte von Bauer, Garn & Dyke reichlich brav, ja geradezu spießig und provinziell – und gerade das macht dieses Album ausgesprochen sympathisch und in jedem Moment 100%ig authentisch.

Höhepunkt dessen ist der „Haltestellen Blues“. Ein „echter“ Rock’n’Roller sollte mit der Harley losfahren, eine scharfe Braut abgreifen, um sich mit ihr vorher ’ne Flasche Jack Daniels zu genehmigen. Aber Hannes Bauer wartet auf den Linienbus, freut sich auf „Bratkartoffeln und nen halben Hahn" bei seiner Mutter und die neue Nachbarin, die er sich mal angucken will. Realität killt Attitüde! Stark!

Ähnlich realistisch der witzige Text vom „Laubfrosch Blues“, der Ende der 70er / Anfang der 80er mal so was wie ein Szene-Hit war und das Jugend-Zimmer-Lob
„Strumfrei“
. Und dann gibt es da noch die skurrile Story vom „Sibirien Bär“, der vom goldenen Westen träumt und dann ziemlich unsanft aufprallt.

Besonders positiv hervorzuheben ist der gute Text-Flow. Bei vielen deutschsprachigen Bands, die wirklich Geschichten erzählen, wir der Gesang oft sehr massiv auf die Musik gezwungen. Das kommt auf Sturmfrei nicht ein einziges Mal vor. Alles klingt völlig natürlich.

Was für die Texte gilt, gilt zu keinem Moment für die Musik. Hier wird fetter Hard Rock, Blues-Rock und Rock’n’Roll geboten. Insbesondere die Gitarre brät und soliert in feinster 70er Jahre Gitarrenhelden-Manier. Schade, dass ich die Band „damals“ nie live erlebt habe.

Dabei geht das Ganze vom puren Rock’n’Roll „Ich hau ab“, über klassischen Blues-Rock (den „Laubfrosch Blues“, bei dem man permanent darüber nachdenkt welcher US-Klassiker hier gerade gecovert wird), drückenden Hard Rock („Lock’n’Loll“) bis zum Midtempo Blues „Sibirien Bär“.

Neulich las ich in einer Review, dass der Nachfolger Himmel, Arsch & Zwirn das eigentliche Meisterwerk des Trios ist. Kann ich mir kaum vorstellen. Ich kenne es noch nicht, aber es liegt mir bereits vor. Ich bin gespannt. Review demnächst.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Laubfrosch Blues 3:39
2Sturmfrei 3:07
3Lock’n Loll 4:30
4Ich hau ab 4:38
5Sibirien Bär 4:33
6Guitar Man 3:22
7Da ha ick Bock druff 4:20
8Haltestellen Blues 5:04
9Billie 4:00
10Ich hab Lust, Baby 3:29

Besetzung

Hannes Bauer (Git, Voc)
Tom Garn (B)
Roy Dyke (Dr, Perc)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger