····· Hannover ist UNESCO-»City of Music« - Holger Jenrich und Helge Krückeberg zeigen warum ····· Deep Purple sehen das Ende der Menschheit eher als Metamorphose, statt Apokalypse ····· Schon vor der Veröffentlichung ihres Debüts haben Friends don't lie ihre Muskeln spielen lassen ····· Los Fastidios ehren die 2-Tone-Legende The Selecter ····· Sean Webster wagt sich erneut ans Tageslicht ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Max Ionata Special Edition

Tivoli


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 12.12.2025

(Mingus Records)

Gesamtspielzeit: 39:58

Internet:

https://maxionata.com/
https://www.jesperbodilsen.dk/eat-tremont
https://jazzfuel.com/

Der 1972 geborene Saxofonist Max Ionata zählt zu den wichtigsten Musikern der zeitgenössischen Jazz-Szene Italiens. Doch sein aktuelles Album Tivoli ist in Kopenhagen mit skandinavischen Musikern aufgenommen worden.

Mit vielen international bekannten Musikern hat er bereits zusammengearbeitet, und dieses Album ist sein Debüt mit diesen Musikern, als Max Ionata Special Edition, nachdem er bereits auf sehr viele Veröffentlichungen als Leader zurückblicken kann sowie mit anderen Jazzern zusammen eingespielte Platten. Auf Tivoli erblicken wir drei eigene Kompositionen, während die übrigen fünf Songs von bekannten Jazzern/Komponisten stammen.

Mit südamerikanischem Flair startet die Platte mit einem Song des Argentiniers Sergio Ruban Aranda. Bereits hier bemerkt man diese gewisse Ruhe und Gelassenheit, die von der Musik ausgeht.
Doch letztlich bleibt es relativ beschaulich und ruhig während der ganzen Spielzeit. Ionata bricht kaum aus, sondern richtet sich danach, sein Spiel sehr emotional auszudrücken, klar, der eine oder andere „Ausbruch“ würde sicher auch passen und wäre durchaus einmal willkommen.

Und so bleibt ein gewisses Vintage-Gefühl, das gelegentlich an Jazz der Sechziger erinnert, mit sehr viel warmen Ausdruck, ganz besonders auch auf dem zweiten Song, hier von Kenny Wheeler, hier kann sich der Saxofonist wunderbar entspannt einschmeicheln in die Seele von Zuhörern*innen, und es fällt auch eine leicht skandinavisch geprägte Ausrichtung auf, besonders beim dritten Song, „Det Lysner“. Hier bemerkt man auch, wie der Drummer hervorragend mitgestaltet, und gemeinsam mit dem Piano untermalt er das Tenorsaxofonspiel, dicht zusammengehalten vom Bass, das ist ein richtig perfektes Stück! Und das Bass-Solo ist auch sehr geschmeidig mit einbezogen.

Eine weitere Ballade kann überzeugen mit einer gewissen Melancholie im Ausdruck, das ist „When We Were One“ von Johnny Griffin, das ist eine ruhige und verlassen wirkende Stimmung, wie man sie gedanklich vielleicht mit der Zeit um Mitternacht in Verbindung bringen könnte. Ja, und dann treffen nordisch geprägter Jazz mit italienischem Temperament zusammen, gut nachzuvollziehen auf des Protagonisten eigener Komposition „Mr. GT“, ein flotter Song zum Abschluss einer einheitlich strahlenden Musik. Und auch die Eigenkomposition „Tivoli“ atmet einen eigenen Ausdruck des Komponisten, hier sehr lebendig gestaltet und rhythmisch recht komplex sowie mit einem dezent geprägten funky Ausdruck. Während der ganzen Spielzeit hält sich Ionata relativ stark zurück und man wartet irgendwie auch darauf, dass der das eine oder andere Mal auch ein wenig „ausbrechen“ würde.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Canción para Sara (Sergio Ruben Aranda) (4:11)
2 Consolation (Kenny Wheeler) (4:04)
3 Det lysner (The Dawning Light) (Jesper Bodilsen) (5:54)
4 Tivoli (Max Ionata) (4:29)
5 Everything I Love (Cole Porter) (5:25)
6 When We Were One (Johnny Griffin) (6:19)
7 Naru’s Waltz (Max Ionata) (4:47)
8 Mr. G.T. (Max Ionata)  (4:34)

Besetzung

Max Ionata (tenor saxophone)
Martin Sjöstedt (piano)
Jesper Bodilsen (double bass)
Martin Maretti Andersen (drums)
Zurück zum Review-Archiv
 


So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger