Reviews
Wavemakers
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Info
Musikrichtung:
Chamber Jazz
VÖ: 11.12.2025 (Particular Recordings) Gesamtspielzeit: 50:36 Internet: https://www.alexventling.com/ https://www.particularrecordings.com/ https://jazzfuel.com/ |

Seine Wurzeln liegen in der Schweiz und Neuseeland, doch der Pianist Alex Ventling lebt in Trondheim, Norwegen. Über seine Spielweise kann man lesen, dass sie sehr warm klingend, sehr gefühlvoll und poetisch sein soll.
Der Eröffnungstitel „Tracking“ strahlt das auch aus, und trifft genau auf auch diese der neun Eigenkompositionen zu. Wesentlich gestalten diesen Song Tuva Halse mit der Violine und Armund Stenøien am Vibrafon mit und tragen mich gleich in eine wunderbare Stimmung, die sehr viel Anmut und Emotion ausstrahlt, schon fast schon melancholisch und letztlich, so bemerkt man, irgendwie auch typisch nordisch im Ausdruck.
Mit „Omaha“ wird noch, jedoch nur auf diesem Song, eine weitere Zutat hinzugefügt, die Stimme von Sissel Vera Pettersen. So empfinde ich hier einen Hauch von Mari Boine inbegriffen. Aber auch in den anderen Stücken fließen stets Elemente nordischer Folklore ein, und zusammen mit kammermusikalischen Elementen ergibt das eine besondere Färbung dieses Jazz.
Seinem Wohnort widmet Ventling vielleicht das dreiteilige „Trondheim“, der dritte Teil ist hierbei abgekoppelt durch die kurze Unterbrechung mit „Traces“, ein eigentlich frei gestaltetes Stück, dass sehr ungewöhnliche, ein wenig widerspenstig wirkende Elemente in sich trägt, bevor es dann mit „Trondheim III“ strukturiert weitergeht. Für die Besonderheit dieser Musik spricht auch die ungewöhnliche Besetzung, die mit jedem Song ein wenig Neues dazufließen läßt, dabei stets darauf bedacht, immer viel Kreativität in der Gestaltung einzubringen, so strahlt die Musik sehr viel Dynamik aus und sanfte Grooves. Dabei ist das überhaupt kein typischer Jazz in diesem Sinne, denn in seiner Gesamtheit gibt es einen ganz spezifischen dichten Sound, der nicht unbedingt zwingend einen Musiker der Band hervorhebt, vielmehr ist hier ein Kollektiv am Werk, das wirklich gemeinsam gestaltet.
Letztlich entdecke ich stets Spuren eines nordischen Sounds diverser Produktionen von ECM Records, aber auch die Stimmung des Esbjörn Svensson Trios kann man mitunter vernehmen. Schließlich geht von der Musik eine sehr in sich gekehrte Faszination aus, mit teils recht minimalistisch wirkenden Passagen, die viel Ruhe ausstrahlen, und das ganz besonders auch im längsten Stück des Albums Wavemakers, „Spiral“, mit einem recht meditativen Charakter.

Trackliste
2 Omaha (feat. Sissel Vera Pettersen) (5:03)
3 Trondheim I (6:27)
4 Trondheim II (4:48)
5 Traces (1:07)
6 Trondheim III (5:57)
7 January (4:29)
8 Spiral (8:51)
9 Four Refractions (7:07)
Besetzung
Tuva Halse (violin)
Amund Stenøien (vibraphone)
August Glännestrand (drums, drum machine)
Sissel Vera Pettersen (voice - #2)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

