Reviews
Live God
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Info
Musikrichtung:
Alternative Rock
VÖ: 05.12.2025 (Play It Again Sam) Gesamtspielzeit: 99:16 Internet: https://www.nickcave.com/ https://www.playitagainsam.net/ https://www.pias.com/ |

Nick Cave & The Bad Seeds ist eine Band, die von den Australiern Nick Cave und Mick Harvey und dem Deutschen Blixa Bargeld im Jahre 1983 gegründet wurde. Musikalisch eingeordnet wurde die Musik in den Bereich Dark Wave / Independent. Mögen Vielen diese Ursprünge unbekannt geblieben sein, so dürfte sich das möglicherweise 1995 geändert haben als die Band den Song „Where The Wild Roses Grow“ veröffentlichte, dieses durch das besondere Video unterstützte Melodram, gemeinsam mit der Sängerin Kylie Minogue.
Nun, viele Veröffentlichungen später nun ein neues Album, oder eigentlich zwei an der Zahl, Live God. Harvey und Bargeld sind lange schon nicht mehr dabei. Das letzte Album, das hochgelobte „Wild God“, stammt aus 2024 und Einige dieser Besetzung sind nun auch live dabei. Die achtzehn Songs entstanden bei der Europatournee zwischen September und November 2024.
Zu lesen ist von Jim Sclavunos, dass seiner Meinung nach Live God eine klangliche Hommage an die Ära sei, in der die Bad Seeds groß geworden sind - an die man sich mit Mitte 60 gerne erinnere. Man sei halt "old school", so Sclavunos. Deshalb trage man auch elegante Anzüge - und gönne sich auf Tour einen gewissen Luxus. Im Innenteil des Aufklapp-Covers kann man dann die elegant gekleideten Bandmitglieder erblicken. Auf die hier vorgeführte Musik käme man insofern nicht unbedingt.
Wir hören sowohl einige der Alltime-Klassiker der Band als auch überwiegend Songs des Albums „Wild God“. Schließlich bin ich überrascht, dass die Songs relativ gradlinig geboten werden, inklusive vom Chor geprägten Ausdruck von Gospel, im Übrigen sehr stark ausgeprägt, der Einsatz des Chores. Ohrenzeugen haben berichtet, dass die Musik hinsichtlich ihrer Darbietung sehr ungeschminkt und nicht bearbeitet geboten werde, quasi, echt, wie man es von einem Live-Album erwarten sollte. Klar- und dazu die allseits bekannte Stimme von Cave, die unverkennbar klingt mit all ihren Facetten, mitunter erinnern mich Passagen an den Gesang David Bowies. Sicher ist der Mann kein begnadeter Sänger unter diesem Gesichtspunkt, doch sehr individuell, und so klingt der Sound der Anfangsjahre auch immer wieder durch.
Aber es passt einfach Alles, ob es mal ein kurzes Gitarrensolo von George Vjestica oder der unverkennbare Einsatz von Warren Ellis mit der Violine ist. Geschickt sind auch die Ausschmückungen mit dem Vibrafon gesetzt. So treffen auch Schönklang wie beim ruhig vorgetragenen „Long Dark Night“ oder auch schräge Elemente wie bei “From Her to Eternity“abwechseld aufeinander. Genau, Abwechslung wird geboten, persönlich tendiere ich zu den balladesken und ruhigen Songs, die mit sehr viel emotionalem Ausdruck behaftet sind, ganz dramatisch zum Beispiel „Cinnamon Horses“. Doch auch die treibende Stimmung von „Tupelo“ ist durchaus mitreissend!
Mitunter wirken Songs oder Passagen daraus auch ein wenig überladen, als Beispiel sei genannt „Conversion“. Disc Zwei startet dann wieder mit einem bedächtigen Song, „Joy“, und spätestens jetzt fällt auf, dass diese typische, von ihm bekannte „Cave-Stimmung“ in einem Gegensatz zwischen seiner gesanglichen Ausgestaltung und dem Einsatz des Chores steht. Vielleicht muss man sich erst einmal daran gewöhnen? „I Need You“ ist dann anders, hier setzt sich Cave ans Klavier und heraus kam ein sehr eindrucksvoller Song. Interessant ist auch die individuelle Stimmung bei „Red Right Hand“, die ein wenig mysteriös klingt, und Cave sich gesanglich total befreit und regelrecht „röhrt“, bis dann, hier passt es gut, der Chor einen Gegenpart mit wortlosem Gesang bildet.
Wie beschrieben, es herrscht Abwechslung innerhalb der Songs, so wird sich vielleicht Jede/r eine eigene imaginäre Zusammenstellung basteln können.

Trackliste
1 Frogs
2 Wild God
3 O Children
4 From Her to Eternity
5 Long Dark Night
6 Cinnamon Horses
7 Tupelo
8 Conversion
9 Bright Horses
Disc Two:
1 Joy
2 I Need You
3 Carnage
4 Red Right Hand
5 White Elephant
6 O Wow O Wow (How Wonderful She Is)
7 Papa Won't Leave You, Henry
8 Into My Arms
9 As the Waters Cover the Sea
Besetzung
Warren Ellis (violin, tenor guitar, synthesiser)
Colin Greenwood (bass)
Jim Sclavunos (percussion, vibraphone, tubular bells, drums)
George Vjestica (electric & acoustic guitar)
Larry Mullins (drums, timpani, percussion)
Carly Paradis (keyboards)
Wendi Rose, Janet Ramus, T. Jae Cole, and Miça Townshend (vocals, percussion)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

