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Discovery Of Lightness
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Info
Musikrichtung:
Modern Jazz
VÖ: 28.11.2025 (Doublemoon) Gesamtspielzeit: 36:31 Internet: http://krischkowsky.de/ https://challengerecords.com/ https://www.martinaweinmar.de/ |

Den Ulmer Schlagzeuger Christian Krischkowsky hatte ich bereits mit seiner Veröffentlichung The End Of Melancholism vorgestellt.
Sein Quartett besteht seit 2003 und als solches legt er seine neue Platte Discovery Of Lightness vor. Bezugnehmend auf den Albumtitel soll sich der Protagonist entsprechend geäußert haben, dass es ihm in seinen Kompositionen um die „Leichtigkeit beim Musizieren“ gegangen sei.
Nun, diese Leichtigkeit trifft sicherlich auf die Musizierenden zu. Denn ganz so voller Leichtigkeit hinsichtlich eines Hörerlebnisses erschließt sich die Musik nicht. Vielmehr ist man hier stark gefordert, den vielen Wechseln zu folgen, sei es bezüglich der Stimmung, seien es rhythmische Wechsel oder der eine oder andere angenehme Ausbruch des Saxofonisten Peter Ehwald. Aber auch Marc Schmolling bietet zum Beispiel mit dem Song „Wintermensch“ einige wilde Eruptionen mittels seines hier recht freien Pianospiels.
Das meinte ich damit, dass man hier nicht unbedingt den „08/15-Jazz“ erwarten sollte, sondern dass man sich mit der Spontaneität und der Kreativität der vier Musiker anfreunden sollte, und dann offenbart sich ein recht interessantes Hörerlebnis. Mitunter stehen emotionale Stimmungen im Vordergrund, aber auch auf teils abstrakte Zeichnungen der Kompositionen und deren Umsetzungen sollte man vorbereitet sein.
Gleich beim Titelstück verwirren die versetzten Taktmuster und Tempoänderungen, der Drummer setzt das brillant um, so etwas habe ich in dieser Form noch nicht gehört, und hier bereits setzt Ehwald imposante Akzente durch sein engagiertes Spiel. „Green“ zum Beispiel zeichnet sich durch ebenso lebhaftes und wechselhaftes Spiel aus, mit einer Mischung aus durchdachten Arrangements und plötzlichen Gestaltungsaufbrüchen/-ausbrüchen, da taucht dann plötzlich ein Ragtime auf. Dann wieder, immer dann wenn die erwähnten mir abstrakt erscheinenden Momente auftauchen, wie bei „Urbino“, dann kann die Stimmung auch gut und gern ein ganz wenig in etwas hypnotisch Wirkendes treiben.
Da wechseln sich im Walzertakt bewegende Passagen mit vom Rock inspirierten Beigaben ab, durchaus nicht immer bierernst, sondern auch das eine oder andere Mal mit etwas Humor dargeboten, und stets mit Ideenreichtum und voller Dynamik gespickt, insofern, mit Leichtigkeit dargebotene Musik, eine Plattform, auf die ich mich als Zuhörer erst begeben muss, um dieses Erlebnis nachzuvollziehen. Aber es lohnt sich, weil hier ein ganz besonderer und eigener Sound geschaffen wurde, den man gern abseits ausgetretener Pfade betreten möchte.

Trackliste
2 Green (5:54)
3 Urbino (3:11)
4 Back free forward (1:40)
5 Ta daddi daddi (3:05)
6 Wintermensch (5:25)
7 Livo bells (1:06)
8 Origami turtles (4:36) The brightest day (4:26)
Besetzung
Marc Schmolling (piano)
Roland Fidezius (double bass)
Christian Krischkowsky (drums)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

