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Pillars
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Info
Musikrichtung:
Jazz-Fusion
VÖ: 21.11.2025 (April Records) Gesamtspielzeit: 38:46 Internet: https://www.facebook.com/rasmusoppenhagenkrogh/ https://aprilrecords.com/ https://jazzfuel.com/ |

Der hinsichtlich seiner Musik mit dem Begriff „Nordic Noir“ belegte dänische Gitarrist
Rasmus Oppenhagen Krogh stellte 2023 mit Until Then sein drittes Album vor. Jetzt hat er nachgelegt mit Pillars. Und wie beim Vorgänger muss ich bereits rasch wieder an Kollegen wie Bill Frisell oder Jakob Bro denken hinsichtlich seines Gitarrenstils, mit diesen schwebenden und meditativ-weiträumigen Passagen.
Nun, die neuen Aufnahmen sind mit genau der gleichen Band eingespielt worden, das ist oft gut, wenn eine solche Konstante Grundlage bildet für neue Songs, wenn es sich um gute Musiker handelt, sie sich gemeinsam auf einen Weg einer Weiterentwicklung befinden und diesen gemeinsam mitgestalten.
Der Albumtitel soll etwas bedeuten, wie der Gitarrist ausführt, ein Bezug auf die Säulen, auf denen das Leben und die Existenz ruhen, inklusive von Momenten, Gefühlen und Begegnungen, die uns als Menschen prägen und die uns bis zum Ende unseres Lebens begleiten. Diese Schnappschüsse seien entscheidend für die Entwicklung unseres Lebens.
Und tatsächlich habe ich das Gefühl, dass sich in den Songs so etwas wie eine ständige und unterschiedliche Bewegung ausdrückt, mal scheint die Musik zu schweben, dann wiederum scheint sie zu schreiten. Hatte ich zum Vorgängeralbum noch bemerkt, dass ich es letztlich wie ein Album ohne wirkliche Höhen und Tiefen empfand, auf die Dauer doch wenig abwechslungsreich durch die gleichbleibende Grundstimmung, so empfinde ich mit Pillars anders. Denn diese Stimmung berührt mich mehr. Vorher schien mir auch der Gitarrensound weniger abstrakter und „weggetretener“ auf mich einzuwirken, und Krogh nun meines Erachtens mit mehr Emotionalität in seinem ausdrucksvollen Spiel behaftet zu agieren scheint.
Auch die Gestaltung der jeweiligen Songs ist breiter gefasst und wirkt voller im Ausdruck, auch die Band agiert dieses Erachtens dichter. Die Absicht des Protagonisten, die oben erwähnten Schnappschüsse des Lebens darzustellen, sehe ich als gelungen an. Zwar steht die Gitarre relativ stark im Fokus, doch verstehen es die Mitspieler, klanggestaltend wesentlich mitzugestalten.
So erlebe ich zehn Songs, die dazu animieren, einfach einmal abzuschalten und sich hinzugeben dieser Fusion aus Jazz mit einigen Rockelementen, einer Art Stimmung in Richtung Filmmusik, hier und da ganz zart mit elektronischen Elementen ausgekleidet. Daher ist Pillars ein klarer Schritt nach vorn!

Trackliste
2 Pillars (4:48)
3 Look Ahead (4:46)
4 Simulacrum (2:40)
5 The Bell On The Hillside (4:54)
6 Summit (3:37)
7 Hope (3:05)
8 Branches (3:56)
9 Namesake (3:27)
10 June (4:37)
Besetzung
Lars Greve (reeds & effects)
Simon Toldam (piano & synths)
Anders Christensen (electric bass)
Victor Dybbroe (percussion)
Jakob Høyer (drums)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

