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Reviews

Lorenzo De Finti QRT

Backlash Of Uncertainty


Info

Musikrichtung: Jazz / Fusion

VÖ: 21.11.2025

(Losen Records)

Gesamtspielzeit: 46:23

Internet:

https://lorenzodefinti.com/
https://losenrecords.no/
https://jazzfuel.com/

Bei Backlash Of Uncertainty handelt es sich um die vierte Veröffentlichung des Lorenzo De Finti Quartets, seit dem Debüt 2016 mit „We Live Here“. Aufgenommen wurde in Bruino, Torino, in Italien. Bandleader De Finti, in Mailand lebend, stammt aus der Schweiz. Alle Platten jedoch wurden eingespielt für das norwegische Label Losen Records. So wurde bereits vorab festgestellt, dass kammermusikalisch vertonte Lyrik auf gelegentlicher Rockbasis mit einer gewissen nordischen Atmosphäre einhergehe.

Ja, und von Beginn an, mit dem Titelsong am Anfang, strahlt diese Musik etwas durchaus Ungewöhnliches aus, dass sich nicht ganz so einfach in eine Schublade stecken läßt. Neben De Finti ist Trompeter/Flügelhornist Alberto Mandarini der zweite Solist, und er trägt durch sein markantes Spiel zur Gestaltung des Sounds nicht unerheblich bei. So spielte er unter anderen auch in Sinfonieorchestern, musizierte mit Paolo Conte, und darüber hinaus mit vielen Jazz-Stars der Szene. So stellt er sich entsprechend breit vor, gedämpfte Klänge, mitunter auch in Richtung Chet Baker, aber auch recht ausdrucksstarke lebhafte Passagen liegen ihm gut.

So passt sein Spiel idealerweise zusammen mit seinen Mitstreitern, von denen dem Bassisten Stefano Dall'Ora auch eine wichtige Rolle zufällt, ist er doch gemeinsam mit De Finti Komponist aller fünf Songs. Der Pianist selbst konnte sich neben seiner Jazz-Tätigkeit ebenfalls als Komponist für Werbekampagnen, Bühnenstücke und für das Radio etablieren. So sind es schließlich alle vier Musiker, die ihre jeweilige Bandbreite und Vielseitigkeit einfliessen lassen in diese Atmosphäre, die einerseits etwas rockig im Sinne der Jazz-Fusion-Bewegung strahlt, dann wieder, wenn zum Beispiel ein gestrichener Bass in Erscheinung tritt, kammermusikalische Momente im Vordergrund stehen.

So bereitet es viel Freude, weil man sich auf einer Art Entdeckungsreise wähnt, weil ständig etwas Unerwartetes erklingt, stets mit jeweils unterschiedlichen Emotionen behaftet. Dabei schwingt auch eine Menge vertonte Poesie mit, und bereitet sehr viel Hörvergnügen, weil man im Grunde genommen bereits mit den ersten Takten eines jeden Songs von einer Art Vertrautheit umgeben wird, und das auf höchstem Niveau, diese Musik strahlt viel Reife aus, und mit dem letzten und längsten Song der Veröffentlichung, „Occam's Razor“, finden wir noch einmal eine Art Zusammenfassung, nach gut fünf Minuten scheint sich der Song aufzulösen, wird ruhig, bis er dann neu ansetzt und wieder Fahrt aufnimmt, und dann im steten, aber sich langsam aufbauenden Wechseln, bis er zum Schweigen kommt bei etwa Minute Neun. Doch diese Pause bereitet nur auf etwas vor, denn bei etwa 9:20 entfaltet sich eine spontane Stimmung, eine Art Kollektivimprovisation, ein interessanter Abschluss von mit einem hohen Grad an Vitalität vorgetragener Musik im Umfeld diverser Jazz-Stile, mit sanft rockenden Elementen ausgefüllt.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Backlash of Uncertainty (8:10)
2 The Other Route That Wasn't There (8:20)
3 Nine Bridges In Königsberg (9:15)
4 Temporary Shunt (8:34)
5 Occam's Razor (12:03) 

Besetzung

Lorenzo De Finti (piano)
Alberto Mandarini (trumpet, flugelhorn)
Stefano Dall´Ora (bass)
Marco Castiglioni (drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger