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Reviews

Yonela Mnana & Benedikt Reising featuring Soultee Sisters

Echoes Of Marabi


Info

Musikrichtung: African Folk/Jazz-Fusion

VÖ: 13.11.2025

(XJAZZ Music)

Gesamtspielzeit: 49:02

Internet:

https://www.facebook.com/yonela.mnana/
https://www.xjazzmusic.com/
https://www.martinaweinmar.de/

Pianist, Sänger und Komponist Yonela Mnana stammt aus Afrika, aus der Provinz Eastern Cape. Seit gut zwei Jahrzehnten ist er musikalisch unterwegs, und 2016 erschien sein erstes Album als Bandleader. Doch auch mit anderen Musikern und Bands arbeitete er zusammen. Seine Musik ist stark vom Gesang geprägt, und auf diesem aktuellen Album Echoes Of Marabi wird er hierbei tatkräftig unterstützt von den drei Damen der Soultee Sisters.

Doch nicht nur Afrika, sondern auch die Schweiz ist beteiligt mit dem Holzbläser Benedikt Reising. Vieles der Kompositionen erinnert mich an den afrikanischen Kollegen Abdullah Ibrahim, das spiegelt sich dann auch im speziellen Pianospiel des Protagonisten wider. Doch wenn die drei Damen gesanglich mitgestalten, dann strahlt kein Jazz, sondern afrikanische Folklore in den Fokus der Musik. Und an afrikanischer Musik orientiert sich der Ausdruck dann auch vorrangig, mitunter habe ich den Eindruck, dass durch die Soultee Sisters auch ein wenig Gospel verbreitet zu sein scheint, hier und da eine Annäherung auch an Miriam Makeba. Die drei Ladies waren im Übrigens ursprünglich als Opernsängerinnen tätig, und das bemerkt man sicher auch an der hohen Qualität ihrer Gesangsbeiträge.

Was allen Songs gemein ist, ist die starke rhythmische Ausrichtung, die gar nicht mal so vordergründig ist, wie man sich als Europäer afrikanische Folklore vorzustellen scheint. Hier wird nicht wild getrommelt, sondern eher zart und mit teils wiegenden Rhythmen gestaltet, die auch mitunter gut „swingen“. Lediglich für "Tar Road" wurde ein zusätzlicher Perkussionist herangezogen. Für einen jazzigen Anteil sorgt vor Allem, auch in ersten Stück Benedikt Reising,"Unabantu", das ist mit fast siebzehn Minuten auch der längste Song. Und somit erleben wir eine sehr interessante Kollaboration zwischen Europa und Afrika. Gemeinsam wurde Musik geschaffen, die insgesamt relativ ruhig strahlt, lediglich Reising ist es, der durch seinen Jazzeinfluß leichte „kreative Unruhe“ in den Sound bringt, besonders interessant sind jene Passagen, in denen er das Baritonsaxofon spielt, als interessantes Hörbeispiel sollte man sich hierzu auch den letzten Song, „Katlehong Blooz“, merken.

Alle Texte sind im Übrigen als kleines Booklet beigelegt, aber in afrikanischer Sprache. Und so kann ich der Pressemitteilung entnehmen, dass die aktuellen Herausforderungen Südafrikas widergespiegelt werden sollen, zugleich die Vergangenheit würdigt als auch den Blick auf Hoffnung und Widerstandskraft richtet.

Ebenso wird Mnana zitiert, dass die Art des Gesanges an eine lange Tradition der Dreistimmigkeit anknüpft, also einzigartig südafrikanisch sei. Gleichzeitig müsse man auch betrachten dahingehend, dass es sich um eine Anspielung auf die farbigen Vokaljazzgruppen der frühen Dreissigern und Vierzigern in den USA handeln soll, etwa in Richtung der Mills Brothers oder The Hampton Sisters.

Schwierigkeiten dürften alle Versuche bereiten, eine spezielle „Schublade“ aufzuziehen zur Einordnung, denn auch hier wurde etwas geschaffen, dass abseits von Normen angesiedelt ist, mit einem Ausdruck von starker Spiritualität und viel Seele....



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Unabantu
2 Mxolele
3 Oasis
4 Tar Road
5 Ses`khathele
6 Katlehong Blooz

Besetzung

Yonela Mnana (piano, voice)
Benedikt Reising ( alto & baritone saxophone, bass clarinet, flute)
Soultee Sisters:
Busisiwe Shongwe (voice)
Nompumelelo Gugu Kubheka (voice)
Happiness Siyoko (voice)
Rico Baumann (percussion - #4)
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So bewerten wir:

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06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger