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Reviews

Omrum

Bringer Of Light


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 13.11.2025

(Hobby Horse Records)

Gesamtspielzeit: 44:26

Internet:

https://www.facebook.com/omrumband
https://www.facebook.com/hobbyhorserecordsjazz
https://jazzfuel.com/

Wenn die ersten Minuten von „Intro“ erklingen, dann, man muss nicht voreingenommen sein, vermutet man sofort Musik aus dem Norden, aus Skandinavien. Ja, und das trifft dann auch zu, denn die Band Omrum entspringt der fruchtbaren Jazz-Szene Kopenhagens. Die vier Musiker sind bekannt dafür, dass sie sich in einem relativ breiten Rahmen zwischen struktuellen Kompositionen und freier Improvisation bewegen. Doch, so mein rascher Eindruck, ist es die eher freie Gestaltung der Musik, die sich auch dadurch auszeichnet, dass sich gleich zwei Bläser die klanglich stark prägende Kraft teilen und somit den vorwiegenden Charakter der Musik bestimmen, Erik Kimestad mit der Trompete und Mads Hyhne mit der Posaune. Begleitet werden die Beiden vom Bassisten Richard Andersson und dem Schlagzeuger Jakob Høyer.

Ja, sie fallen auf, die ständigen Dialoge der beiden Bläser, doch auch der Bassist und der Schlagzeuger dienen nicht allein als ausschließliche Rhythmiker, sondern gestalten ständig mit. Und so hat man das Gefühl, das sich keiner der vier Musiker in den Vordergrund stellen möchte, um eine Art Frontfigur darzustellen. Dafür spricht auch der Umstand, dass drei der Songs, #1, 3, und 6, kollektive Improvisationen sind.

Bringer Of Light ist das Debütalbum der Formation, aufgenommen wurde die Songs in ganz intimer Atmosphäre an einem Winter-Wochenende in einem kleinen Studio auf der dänischen Insel
Møn, einer umgebauten Scheune mit einem Holzofen, und man soll bei konzentriertem Zuhören noch die Scheite im Ofen knistern hören.

Ja, Bringer Of Light scheint uns dieses spezielle nordische Licht, durch die Musik umgesetzt, näher zu bringen. Und das Ganze dann nicht unbedingt innerhalb einer Fusion verschiedener Elemente, grundsätzlich halt Jazz, denn Titel wie „Paul's Idea“ bewegen sich klar und eindeutig im Jazz-Umfeld, mit seinen Swing-Elementen und der elastischen Bearbeitung. Bei den drei genannten Kollektiv-Improvisation kommt man unwillkürlich dem Bereich von Free Jazz näher ohne dass es gleich „abstürzen“ würde in die entsprechend freie und wilde Gestaltung der Sechziger und Siebziger. „Sand“ erinnert mich nun wieder ganz stark an afrikanisch geprägten Jazz à la Abdullah Ibrahim (Dollar Brand), zum Vergleich sollte man sich die Songs auf „Banyana: The Children Of Africa“ anhören, vor allem „Ishmael“!

Und somit liegt wieder eine Produktion vor, die darauf abzielt, dass man sich ihr nicht nur oberflächlich nähern sollte, sondern sich die Zeit der Ruhe und Öffnung zu nehmen, denn viele Passagen der Entschleunigung gibt es zu entdecken!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Intro
2 Blues for Teitelbaum
3 Intermezzo No.1
4 Nobility
5 Paul's Idea
6 Intermezzo No. 2
7 S/H
8 For the Love of Wisdom
9 Sand
10 Bringer Of Light

Besetzung

Erik Kimestad (trumpet)
Mads Hyhne (trombone)
Richard Andersson (double bass)
Jakob Høyer (drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger