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Reviews

Oumuamua Orchestra

Golden Blue


Info

Musikrichtung: Bigband Jazz

VÖ: 14.11.2025

(label 11)

Gesamtspielzeit: 49:48

Internet:

https://www.oumuamua-orchestra.de/
https://label11.de/

Der Nürnberger Pianist und Komponist Evgenij Zelikman hat 2019 die Bigband Oumuamua Orchestra gegründet. „Oumuamua“, das heißt aus dem hawaiianischen übersetzt: „Botschafter aus der weiten Ferne“. Das hängt damit zusammen, dass, wie zu lesen ist, aus den Tiefen des interstellaren Weltraums kommend und das Sonnensystem durchstreifend, dieses rätselhafte Objekt diesen Namen erhielt, als es 2017 durch ein Teleskop auf Hawaii entdeckt wurde. 

Golden Blue ist das Debütalbum des neunzehnköpfigen Orchesters. Das Repertoire besteht ausschließlich aus Eigenkompositionen, die zum Großteil vom Bandleader Evgenij Zelikman stammen. Wichtige musikalische Einflüsse sind u.a. Darcy James Argue, Bob Brookmeyer und Igor Stravinsky. Neben der Musik bilden sowohl literarische (Jack Kerouac, Allen Ginsberg), cineastische (Stanley Kubrick, Christopher Nolan), als auch naturwissenschaftliche Phänomene (Fibonacci, Mandelbrot) wichtige Quellen der Inspiration. 

Entsprechend experimentierfreudig klingt diese Musik auch, neben der Basis mit Keyboards, Gitarre, Bass und Schlagzeug sind es sechs Holzblasinstrumente (Saxofone, Flöten) und neun Blechblasinstrumente (Trompeten, Posaunen, Tuba), die dieses aufwändige Klangkonstrukt geschaffen haben. Und die Inspiration durch das mysteriöse Objekt scheint sich integriert zu haben in der recht unterschiedlichen geprägten Musik hinsichtlich der Arrangements, die mal leicht und locker und überschaubar wirken, dann wieder mit einem Hauch Rock versehen werden durch Drummer Sorgenfrei, und dann wie losgelöst durch Raum und Zeit schweben zu wollen. Hier sind dann Zelikman's Keyboards zum Einsatz gekommen, die diesen teils unheimlich wirkenden und mystischen Sound erzeugen, und somit eine Klanglandschaft voller Überraschungen bieten, Jazz, Klassik, Folklore, Pop, Rock, Spurenelemente inbegriffen.

Daher sollte jede(r) Interessierte sich die Zeit nehmen, dieser originellen Bearbeitung zu folgen und sich gelassen hinzugeben, die Belohnung folgt garantiert. Und aufgrund der Bandbreite der entstehenden Bilder wird man auch sicher unterschiedlichen Erfahrungen und Eindrücken lauschen können, jedenfalls empfinde ich diese absolut frischen und fordernden Arrangements, die ständigen Veränderungen unterlegen sind, als einen Quell von laufenden neuen Eindrücken, mitunter übersprudelnd vor Spielfreude und sowohl von hoher Intellektualität als auch Musik, die auf dem Boden bleibt und sich nicht zwingend als abgehoben darstellt, neben Ernsthaftigkeit auch die eine oder andere Spur Humor in Verbindung mit etwas Geheimnisvollen. Die Stücke sind ganz unterschiedlicher Länge, wobei „The Ballad Of Jimmy Hoffa“ mit etwa elfeinhalb Minuten den längsten Song darstellt. Letztlich wirkt die komplette Musik der Platte jedoch wie aus einem Guss.

Man muss das hören, denn dieses Erlebnis ist das allemal wert!



Wolfgang Giese

Trackliste

1. Interstellar Part I: Murphy's Law- Whatever Can Happen Will Happen
2. On The Road
3. Interstellar Part II: Accident Is The First Building Block Of Evolution
4. Naked Lunch
5. Interstellar Part III-IV: Orbiting A Black Hole Not Enough Can Happen - Rage Against The Dying Of The Light
6. As It Goes
7. Interstellar Part V: Gravity To Send A Message
8. The Ballad Of Jimmy Hoffa
9. Interstellar Part VI: Do Not Go Gentle Into That Good Night

Besetzung

Paul Scheugenpflug (as, flute)
Valentin Scheffzek (as, ss)
Maxim Frischmann (ts, fl)
Nico Siebeck (ts, fl, cb-cl)
Valentina Oefele (bs, cl)
Lars Groeneveld (b-cl)
Michael Geiger (tpt, fl-h)
Lars Töpperwien (tpt, fl-h)
Max Diller (tpt, fl-h)
Tobias Dorfner (tpt, fl-h)
Jona Heckmann (tb)
Samuel Restle (tb)
Denis Cuní Rodriguez (tb)
Dario Moehrke (tb)
Daniel Dobromyslov (tuba)
Jonas Sorgenfrei (dr)
Lorenz Huber (db)
Max Heimler (el-g)
Evgenij Zelikman (keyboards)
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