Reviews
Pure
![]() |
Info
Musikrichtung:
Rock
VÖ: 07.11.2025 (Triple Coil Music) Gesamtspielzeit: 40:42 Internet: https://marcusdeml.com/de/ https://www.triplecoilmusic.com/ |

Heute lebt er in der Bundesrepublik Deutschland, der ursprünglich aus Prag stammende Gitarrist Marcus Deml. Bereits als Teenager soll er erste Bands gegründet haben, später siedelte er für etwa sieben Jahre in die Vereinigten Staaten von Amerika über, um dort entsprechende Studien zu betreiben, selbst zu unterrichten und als Sessionmusiker zu arbeiten.
Zurück in Deutschland gründete er gemeinsam mit dem Keyboarder Ralf Hildenbeutel ein Projekt genannt Earth Nation. Wer sich die Mühe machen wollte, festzustellen, mit wem er Alles zusammenarbeitete, wird ihn breitflächig aufgestellt sehen. Als Beispiele seien daher nur kurz Bobby Kimball, Nena, Rick Astley, Snap, Laith Al-Deen, Saga, Michael Sadler, John Wetton, Achim Reichel oder Sabrina Setlur genannt.
Selber veröffentlichte er unter einem Pseudonym, Errorhead. Musikalisch öffnete er sich verschiedenen Richtungen, wie Blues Rock oder Jazz Rock. Damit verbunden war die Gründung eines eigenen Plattenlabels, Triple Coil Music, auf dem nun auch die aktuelle Veröffentlichung Pure erscheint. Zu jedem einzelnen Song der (fast-)Instrumentalplatte führt der Protagonist auf, welche Instrumente er im Einzelnen spielt. Von der einfachen Fender Strat verschiedener Jahrgänge ('63er, '77er body mit '72er neck) hin zur Firma Charvel oder der möglicherweise weniger bekannten '87 Riemer Schindehütte Superstrat, jedoch eine Gibson wurde wohl nicht verwendet. Insofern überwiegt dieser eher typische Fender-Sound.
Innerhalb von neun Eigenkompositionen stellt Deml sieben reine Instrumentalsongs vor, lediglich „Just Roll With It“ und „Only Half A Step“ sind im Line-up mit Gesang von Betty Balue angegeben. Klar, es ist nicht einfach, einen solchen Überhang von Instrumentalsong mit Abwechslung zu füllen, und das empfinde ich mitunter als Kritikpunkt. Nun, einen besonderen Stellenwert nimmt für mich jedoch der „Csárdas Blues“ ein, hier läßt der Gitarrist seine Emotionen spielen, und das geht sehr nahe! Doch hier sowohl bei auch anderen Songs fühle ich mich oft „gezwungen“, zu assoziieren, und zwar hin zu vielen Songs, die Gitarristen-Kollege Gary Moore eingespielt hat. Und hier empfinde ich dann oft eine größere emotionale Nähe.
Außer Frage steht das hohe künstlerische Niveau von Deml, allerdings vermisse ich verschiedene Ansätze diverser Spielarten, die die Produktion insgesamt abwechslungsreicher gestalten würde. Insofern bieten die beiden Songs mit Betty Balue eine Unterbrechung innerhalb des Gesamtbildes.“Only Half A Step“ ist ein funky Song, wobei sich die Sängerin allerdings bis auf einige Wortfetzen so gar nicht ins Bild rückt. Das gleiche gilt für das noch mehr kraftvoll groovende Just Roll With It“
Fazit: ein Album mit einem Gitarristen, der vorführt, wie er sein Instrument beherrscht und das auf verschiedene Spielweisen. Doch ich bin in der Richtung „verwöhnt“, nicht nur, dass mir das eine oder andere ähnlich gelagerte von Gary Moore besser gefällt, sondern meine persönliche Referenz ist einfach diese Virtuosität und das Ideenreichtum eines Jeff Beck.
Ansonsten sei noch zu erwähnen, dass sich im Booklet zu jedem Song Erklärungen sowohl zum jeweiligen Equipment als auch Enstehungsgeschichten zu den Kompositionen befinden.
P.S.: Das Vorgängeralbum „Healing Hands“ halte ich im Übrigen für abwechlungsreicher....

Trackliste
2 Persecución
3 Csárdás Blues
4 Rusty Leaves
5 Only half a step
6 Just roll with it
7 Rise of the king
8 Pure
9 Yorkshire Man
Besetzung
Achim Rafain (bass)
Felix Dehmel (drums)
Tom Aeschbacher (keyboards)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

