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Reviews

Sean Mason

A Breath Of Fresh Air


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 24.10.2025

(Taylor Christian Records)

Gesamtspielzeit: 42:11

Internet:

seanmason.net
https://arlettehovinga.com/

Sean Mason ist ein Jazzpianist aus Charlotte, North Carolina. 2023 veröffentlichte er sein Debütalbum, „The Southern Suite“, und mit A Breath Of Fresh Air legt er nun nach, und das gleich mit einem hervorragendem Auftritt, seine Band will ich hierbei natürlich nicht unterschlagen!

Die Weichen waren bereits im Alter von Dreizehn gestellt, die erste Hinwendung zum Piano, mit Einfluss durch Ray Charles. Ab Fünfzehn öffnete er sich vollends dem Jazz und wichtig wird wohl auch die Begegnung mit den Marsalis-Brüdern, Branford und Wynton, gewesen sein, die sein Talent rasch erkannten. Seit 2018 spielte er in New York als Sideman und als Leader eines Trios. Ein wichtiger Schritt war gewiss auch die Einbeziehung in der Jazzinitiative "Jazz at Lincoln Center Emerging Artist".

Von Beginn an, mit dem Start „Rediscovery“, atmet die Musik etwas Vertrautes, etwas, das sich stilistisch in vielen Jahren geformt und bewährt hat, wahrscheinlich, würde ich nun näher in der Jazzgeschichte ab der fünfziger Jahre stöbern, fielen mir so manche Beispiele ein, denen ich diesen Song „zurordnen“ könnte, sei es, einmal ganz oberflächlich, bei Miles Davis, Sonny Rollins und vielen anderen. „Secrets“, warum es nun so ist, kann ich nicht nachvollziehen, entspringt spontan aus dem Inneren dahingehend, dass ich emotional und gedanklich in der Musik von Art Blakey & The Jazz Messengers bin, eben jenen Formationen der Sechziger!

Denn ganz entspannt fließt dieser Sound, alles scheint an der rechten Stelle zu sein, und wenn sich dann innerhalb der mit viel bluesigem Ausdruck vorgestellten Darbietung des Trompeters Tony Glausi immer wieder Drummer Domo Branch zwischendurch kurze Akzente setzt, punktgenau, aber aus dem Bauch heraus, dann sprudelt dieser Jazz mit einer Klarheit und Reinheit und entledigt sich jeglicher akademischer Steifheit, herrlich ist so etwas zu hören!!!

Das ist coooool und elegant, das swingt mit zurückhaltendem Einsatz, und immer punktgenau. So sollte Jazz für mich auch heute klingen! Welch' ein Glück, hier klingt er ja so! Und wenn dann noch eine feine Ballade mit sanftem Latin-Touch auftaucht, „Duende“, sollte ich schon zufrieden sein, doch warum sollte ich mir die übrigen Songs sparen, würde ich doch wahrscheinlich etwas versäumen, nicht wahr?

Wie den am wilden Bebop orientierten Titel „Capital J“, der genau dieses Zwiegepräch zwischen Saxofon und Trompete bringt, wie man das halt kennt und das immer wieder fasziniert.Verabschiedet werden wir mit einer Aufforderung zum Küssen, „Kiss Me“, und dieser langsame Song bietet einen gefühlvollen Ausklang aus einer Platte mit viel eleganter und mitunter spirituell strahlender Musik, die zeitgemäß orientiert ist, sich aber als Basis an der Geschichte des Modern Jazz orientiert. So muss ich mir wohl um die Zukunft des Jazz keine Gedanken machen, bei Musikern wie Sean Mason liegt sie in guten Händen!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Rediscovery (4:22)
2 Secrets (7:40)
3 Duende (5:15)
4 Boneback (3:42)
5 Open Your Heart (7:29)
6 Unfinished Business (4:06)
7. Capital J (4:08)
8 Kiss Me (5:27)

Besetzung

Sean Mason (piano)
Tony Glausi (trumpet)
Chris Lewis (tenor saxophone)
Felix Moseholm (bass)
Domo Branch (drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger