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Ya Man Itha
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Info
Musikrichtung:
World Music/Jazz-Fusion
VÖ: 31.10.2025 (Kepera Records / Challenge) Gesamtspielzeit: 40:15 Internet: https://rimakhcheich.com/ https://www.challengerecords.com/catalogue/1346416584/Kepera%20Records https://www.martinaweinmar.de/ |

Untertitel dieser Veröffentlichung: „Tribute To Fouad Abdel Majeed“
Rima Khcheich ist eine Sängerin aus dem Libanon, bekannt für klassischen arabischen Gesang. Um auf den Untertitel zurückzukommen: Fouad Abdel Majeed ist ein ägyptischer Dichter, Komponist und Sänger. Alle Texte und die Musik des Albums Ya Man Itha stammen von ihm. Durch die Beteiligung der vier Musiker, die aus dem Genre des Jazz stammen, bekommen sowohl die Kompositionen als auch die Art und Weise des Gesanges eine etwas andere Richtung als die rein folkloristische, zumal die Arrangements auch abwechselnd von den Begleitmusikern stammen, so strahlen sie eine recht zeitgenössische Atmosphäre aus.
Dennoch bleibt die Musik für uns westliche Ohren relativ fremd, zumal die Protagonistin in ihrer Landessprache singt. Was die Texte bedeuten, bleibt uns jedoch nicht verborgen, sind sie doch alle im eingesteckten Booklet auf Englisch nachzulesen. So geht es nicht nur um Begebenheiten des täglichen Lebens, sondern auch politisch wird es, wenn von Immigration, Revolution oder Religion gesungen wird. Jedoch auch viel Lyrisches fand Einzug, ist doch auch Liebe ein Thema einiger Songs, und dann auf die sehr poetische Weise des Schöpfers Fouad Abdel Majeed.
Mit elastischer, warmer und klarer Stimme trägt Rima Khcheich diese Songs aus ihrer Kultur in die Kultur Europas, und gemeinsam vermögen es alle Beteiligten eine sehr gut gelungene Fusion beider Elemente, und die Songs dürften nicht nur die arabische Bevölkerung, sondern auch dieser Musik zugeneigte Hörer*innen aus anderen Kulturkreisen zusagen.
Ich meine, dass Klarinettist Maarten Ornstein eine wichtige Rolle zukommt, mit seiner Spielweise muss ich auch mitunter an Klänge aus dem Bereich des Klezmer denken. Tony Overwater am Bass und Joost Lijbaart am Schlagzeug bringen die jazzigen Rhythmen dezent ein, und Pianist Juan Rodriguez ist ein verbindendes Element mit seinem Spiel, und gelegentlich gibt es durch seine Soli jazzige Prägungen, wie im Song Nummer 9 beispielsweise kurz eingeworfen. Und im Abschlusslied, "Muwashah Ashriq", er im Duett mit der Sängerin, klingt es bisweilen sogar ein bisschen nach Elementen aus der Klassik.
Nun ließe sich darüber streiten, ob es sich um ein Jazzalbum oder ein Folkalbum handelt. Ich denke, dass sich die Musikgestaltung überwiegend an der Folklore orientiert, und sicher kein typisches Jazzalbum entstanden ist. Doch tragen die Jazzer dazu bei, dass der reine Folkcharakter eine dicke Prise Frische erhalten hat. Schließlich strahlt die Musik die Poesie des Dichters gelungen aus, und läßt uns neugierig werden auf die Erweiterung des musikalischen Horizonts. Und der Protagonistin ist es schließlich gelungen, ein sicher persönlich geprägtes Bild zu schaffen als Hommage an Fouad Abdel Majeed, der sie von Kind auf an geprägt haben soll, man erblickt sie im Innenteil der CD-Verpackung dann auch gemeinsam mit ihm, als sie noch Kind war.
Wer sich über die recht ähnlich angelegten Songtitel handelt, dem sei gesagt, dass es sich hier um zehn klassische arabische Vokalkompositionen handelt, zehn Muwashahat also.

Trackliste
2 Muwashah Ya Man Itha
3 Muwashah Kam Fi-L-Ghurbati
4 Muwashah Amina-L-Firaqi
5 Muwashah Wa Bi Afkari
6 Muwashah Ya Ra´i Al-Thiba
7 Muwashah Ya Tha-L-Gamal
8 Muwashah Ya Laylu-S-Sabbu
9 Muwashah Ya Shadi Asmi´na
10 Muwashah Ashriq
Besetzung
Maarten Ornstein (clarinet)
Juan Rodriguez (piano)
Tony Overwater (double bass)
Joost Lijbaart (drums)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

