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Reviews

Erik Leuthäuser

Quality Time In NYC


Info

Musikrichtung: Vocal Jazz

VÖ: 24.10.2025

(Challenge)

Gesamtspielzeit: 72:20

Internet:

https://erik-leuthaeuser.de/
https://www.challengerecords.com/home
https://www.martinaweinmar.de/

Ein ganz junger Bursche, der Erik Leuthäuser, Jahrgang 1996, und er klingt wie ein „Alter“! Sein Vater war Jazzgitarrist, und die Ausbildung des jungen Mannes konzentrierte sich fortan auf Popmusik und vorwiegend Jazz, so folgte schließlich auch ein Jazzgesangsstudium. Auf seinem aktuellen Album Quality Time In NYC drückt er in seinem Vortrag eine große Reife aus, und dadurch, dass er neunzehn Songs vorstellt, die sich aus dem „Great American Songbook“ rekrutieren, fühle ich mich in eine andere Zeit zurückversetzt, in eine solche, als sich diese Songs darboten mit großer Klarheit und ohne auf Effekte zu schielen.

Und dabei trägt Leuthäuser diese guten alten Tugenden in die Neuzeit, denn seine Stimme ist recht individuell und mag zwar Erinnerungen an große Vokalisten des Jazz wecken, doch steht sie doch im Hier und Jetzt, er scheint einfach die Stimmung der Songs aufzusaugen und sie auf seine eigene Art, ohne Schnörkel und Schnickschnack zu interpretieren. Nun, es mögen speziell emotionale Ausprägungen solcher Stars wie Nat „King“ Cole oder Johnny Hartman „fehlen“, doch erinnert mich seine Stimme doch hin und wieder an Kollegen wie Mark Murphy oder ab und zu an Mel Tormé.

Mit der Auswahl der Songs fühle ich mich dann durchaus in die Stimmung eines Jazzclubs versetzt, gemäß Albumtitel dann wohl nach New York. Das drückt sich auch dadurch aus, dass die Songs im Grunde genommen zunächst in der Basis nur durch das Piano begleitet werden, Alan Broadbent und Allen Farnham teilen sich die Arbeit. Ab Track Neun wird die Band dann größer, Bass, Schlagzeug und , ich erblicke seinen Namen mit Freude, Saxofonist Ken Peplowski, betreten die imaginäre Bühne.

Aporopos New York, die Songs entstanden bei zwei Sessions, die mit Abstand von nur wenigen Tagen im selben Studio vor den Toren Manhattans stattfanden. Mit der ganzen Band entsteht eine, so fühle ich es, noch mehr von Einfühlsamkeit geprägte Stimmung, und die sanfte Stimme des Protagonisten, mit leichtem Vibrato und langgezogenen Passagen, voller Zärtlichkeit und Eleganz, mitunter leicht gehaucht bis zu kraftvollen Ansätzen und stets von großer Kreativität erfüllt, schmiegt sich mit den dazugekommenen Musikern eindrucksvoll zusammen, und so werden sehr berührende Interpretationen, die einen großartigen Unterhaltungswert bieten, vorgestellt, sehr gut in diesem Zusammenhang bringt Ken Peplowski noch die zusätzliche Emotionalität ein, großartig...Als Bonus ein Song von Miles Davis, "Little Willie Leaps", und - als Überraschung, Leuthäuser hat dem Song einen Text spendiert, und zwar deutschsprachig, ein interessanter Abschluss...., der auch Scatgesang beinhaltet...

Gewidmet ist dieses Album zwei Damen, so ist das im Booklet zu lesen: „This album is dedicated to two of my favorite singers: Susanna McCorkle & Irene Kral!“



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Where is love ?
2 My ideal
3 Day by day
4 The right to love
5 My heart tells me
6 I just can't wait to see you
7 I'm through with love
8 Someday i'll find you
9 That ole devil called love
10 Quality time
11 The people that you never get to love
12 Rain sometimes
13 Evolution
14 Where do you start
15 Down
16 Feet do your stuff
17 Scars
18 I'm pulling through
19 Little Willie leaps (bonus track)

Besetzung

Erik Leuthäuser (vocals)
Alan Broadbent (piano (#1-8, 19)
Allen Farnham (pinao - #9-18)
Ken Peplowski (saxophone - #9, 11, 15, 16, clarinet - #10, 12-14)
Steve LaSpina (double bass - #9-16, 18)
Rich DeRosa (drums - #9-16, 18, percussion - #13)
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So bewerten wir:

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06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
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