Reviews
Dreams
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Info
Musikrichtung:
Jazz
VÖ: 24.10.2025 (Prophone) Gesamtspielzeit: 40:39 Internet: https://www.adamforkelid.com/ https://jazzfuel.com/ |

Heute stelle ich ein Album von Adam Forkelid aus Stockholm vor. Der Komponist und Jazzpianist spielt in diversen Formationen, ist jedoch mit dem aktuellen Album Dreams solo unterwegs. Seit gut zwanzig Jahren ist der Musiker wichtiger Bestandteil der skandinavischen Jazz-Szene. Seit seinem fünftem Lebensjahr widmete er sich sowohl dem Piano- als auch dem Schlagzeugspiel. Nach seiner Ausbildung veröffentlichte er mit „Cirkel“ 2005 sein Debütalbum.
Schallplattenaufnahmen mit Solo-Einspielungen für Piano gibt es im Bereich Jazz recht unterschiedliche. Absolut populär dürfte sich das „Köln Concert“ von Keith Jarrett etabliert haben, doch daran sollte man das Genre nicht festmachen. Denn die Vielfältigkeit zeichnet sich aus durch so unterschiedliche Einspielungen wie zum Beispiel „African Piano“ von Abdullah Ibrahim (Dollar Brand), „Thelonious Alone in San Francisco“ von Thelonious Monk, „Brubeck Plays Brubeck“ von Dave Brubeck, „The New Tristano“ von Lennie Tristano oder „Banslikana“ von Yosuke Yamashita, oder auch aus Japan, eine Dame, Aki Takase mit ihrem Album „Shima Shoka“. Ja, anhand dieser beispielhaften Auflistung kann man erkennen, wie viele verschiedenen Ausprägungen und Spielarten es hier gibt, allein aufgrund der Ausrichtung des jeweiligen Künstlers/der jeweiligen Künstlerin.
Und so stellt auch Dreams eine persönlich ausgerichtete Musik vor. Aufgenommen wurden die sechs Songs, eine Art Suite mit dem Oberbegriff „Dream“ und jeweiligen Untertiteln, live bei einem Konzert am 12.Oktober 2024 im „Krematoriet, Stockholm“, vor nur etwa fünfzig Zuhörern*innen. Ja, der Name des Konzertsaals fällt auf, es soll sich wohl um ein ehemaliges Krematorium handeln, das seit längerem für kulturelle Zwecke genutzt wird.
Nun, diese andächtige Stimmung, die von der Musik ausgeht, passt insofern wohl tatsächlich zu diesem ehemaligen Ort der Andacht. Alle Eigenkompositionen scheinen aus Augenblicken der Besinnung des Musikers im Zuge des Konzerts entstanden zu sein, so wirken sie mitunter als eine Aneinanderreihung spontaner Ideen, gekoppelt mit vorgebenen Strukturen. Hört man bewußt zu, bekommt man rasch den Eindruck und den unbewußten „Zwang“, sich einfach „fallen zu lassen“ und sich dem hinzugeben, was Forkelid mit seinen Improvisationen mit mitunter verträumt wirkenden Passagen anbietet. Ja, und genau das ist recht entspannend, die Zuhörer*innen des Konzertes dürften das vor Ort als sehr angenehm empfunden haben, auch ich wäre gern dabei gewesen.
Denn ich meine, dass man sich als Zuhörer*in gut mit der aus den Gedanken des Musikers entstandenen Musik vereinen kann, weil sie auf hohem emotionalen Level dargeboten wird. Mitunter kann ich gedanklich einen Bogen spannen zu Musik, wie sie sich einst mit einem damals eigenen Genre, der New-Age-Bewegung, in Szene setzte. Nur bleibt es bei Dreams nicht allein dabei, denn Jazz ist es, der immer wieder durchdringt, und das ist auch gut so, werden so doch auch das eine oder andere Mal Ecken und Kanten integriert. Dennoch- Dreams ist für mich ein Quell der Ruhe und Beschaulichkeit, und Schönheit, ein Ort zum Verweilen und Insichgehen, ja, das sind schöne Träume...

Trackliste
2 Dream no. 2: Unfold
3 Dream no. 3: Time
4 Dream no. 4: Repose
5 Dream no. 5: The Quiet Above
6 Dream no. 6: Strive
Besetzung
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

