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Man On A Mission
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Info
Musikrichtung:
Rock
VÖ: 10.10.2025 (GEL Production) Gesamtspielzeit: 48:11 Internet: https://www.manulanvin.com/ https://www.gelproduction.com/ https://www.brooke-lynn-promotion.de/ |

Heute soll es angeblich um Blues-Rock gehen, um klar zu stellen, nicht um Blues, sondern die „bleichgesichtige“ Variante, die als Basis zunächst einmal rockt. Diese Entwicklung zeichnete sich erstmals in den Sechzigern ab, als Bands wie Fleetwood Mac, Chicken Shack oder in den Vereinigten Staaten Canned Heat oder Musiker wie Paul Butterfield dieses neue Kapitel aufschlugen. Die Genannten orientierten sich jedoch noch stark an den Originalen der farbigen Blueser, die relativ werkgetreu interpretiert wurden oder zumindest eigene Prägungen hervorbrachten.
Nun, im Laufe der Zeit verlor der Blues immer wieder an Bedeutung und dann gab es wieder Revivals, Stevie Ray Vaughan oder The Fabulous Thunderbirds nenne ich beispielhaft, nach und nach verlor der reine Blues immer mehr an Einfluss und auch an der soulvollen Gestaltung mangelte es stets immer mehr. So mag zum Beispiel ein Joe Bonamassa ein virtuoser Gitarrist sein und auch von großer Bedeutung sein, doch er wie einige andere haben sich vom typischen Bluesfeeling dann doch weitestgehend entfernt.
Sicher, auch hier gibt es einige Ausnahmen, solche Musiker, die sich im Rahmen von Wiederbelegungen doch wieder mehr an klassische Strukturen klammern und so den Blues weitestgehend am Leben halten, doch letztlich hat sich ein neues Genre entwickelt, das für mich auf dem Boden des Rocks fest steht, und hierbei Elemente des Blues aufnimmt, mal mehr und mal weniger.
Und zu diesen Interpreten zähle ich auch den französischen Musiker Manu Lanvin, der den US-amerikanischen „Helden“ mit seiner neuen Platte Man On A Mission ein wenig Paroli bietet mit einer Mischung aus Rock, ein wenig Pop und eben hier und da ein Stückchen soulvollen Blues-Feelings. Mit kraftvoller und rauer Stimme kann er diese Mixtur gelungen präsentieren, mitunter muss ich an vergleichbare Stimmlagen von Bob Seger oder Frankie Miller denken. Angesichts des relativ gleichbleibenden Sounds ist es auffällig, dass dieser angesichts der Masse an beteiligten Musikern verwirklicht wurde. Als Gitarrist stellt sich der Musiker nicht unbedingt in den Vordergrund, sondern agiert als Bestandteil der Band, aber dennoch mit Augenmerk auf der Gitarre, auch Superlative hinsichtlich des Spiels scheint er nicht erfüllen zu wollen, sondern sein Spiel ist jedoch in den jeweiligen Soli sehr ausdrucksstark und technisch einwandfrei.
Insgesamt ist ein sehr moderner Sound gelungen, der auch neuzeitliche Strömungen mit einbezieht, wie etwa eine Drum Machine, Vinyl Scratch oder einen Moog Synthesizer. Doch was mir bleibt, ist die Einordnung von Man On A Mission als moderne, zeitgemässe Rockplatte mit dem gewissen Extra, vor Allem ist es die besonders ausgeprägte Gesangsleistung des Protagonisten, die sehr emotional ausgestattet ist. Wer mitsingen möchte, auch mit den zahlreich eingesetzten Backing Vocals, sei eingeladen durch die im beigesteckten Booklet abgedruckten Texte. Hierzu sollte man hinsichtlich des letzten Songs der Platte, „Une Nuit“ am besten über einige Französisch-Kenntnisse verfügen, ein Song, der nicht nur darum ein wenig aus dem Rahmen fällt, denn verfügt er doch über eine lasziv anmutende Atmosphäre eines französischen Chansons. So wäre es interessant, würde Lanvin in etwa diese Richtung auch zukünftig weiter verfolgen, wer weiss?

Trackliste
2 I Can't Get Enough of You
3 Did U See Judy?
4 Change My Ways
5 I Got the Blues
6 Savigny-sur-orge
7 What's the Matter With U?
8 Saving Angel
9 I Don't Wanna Say Goodbye
10 Could It Be Love
11 Make It Right
12 Man On a Mission
13 Une Nuit
Besetzung
Raphaël Chassin (drums, percussion, congas, voodoo percussions)
Michael Désir (drums, percussion)
Karim Bouazza (drums, percussion)
Julien Audigier (drums, percussion)
Jimmy Montaout (drums)
The Psot Boys (percussion)
Nicolas Bonnière (Moog bass, bass, fuzz guitar, guitars, Wurlitzer, Farfisa, keyboards, mellotron, whistles, percussion)
Laurent Vernerey (bass)
Nicolas Bellanger (bass)
Axel Bauer (electric guitar, drum machine)
Mick Ravassat (slide guitar)
Bennett Holland (keyboards, piano, organ, Moog, backing vocals)
Quentin Bachelet (piano)
Bako Mikalian (harmonica )
Quentin B (vinyl scratch)
Jenny Bonneau (backing vocals)
BJ Scott (backing vocals )
Chantal Kashala (backing vocals)
Steve Kashala (backing vocals)
Michael Robinson (backing vocals)
Zhané Lanvin (backing vocals)
Julie Layse (backing vocals)
Ahmed Mauici (backing vocals)
The Haggis Horns (horns)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

