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Now or never (Review-Serie, Folge 20)
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Info
Musikrichtung:
Metal
VÖ: 2025 (Ballsqueezer) Gesamtspielzeit: 34:39 Internet: http://www.ballsqueezer.net |

Ballsqueezer-Review-Serie, Folge 20 Now or never
In nur etwas mehr als zwölf Jahren haben Ballsqueezer mittlerweile 20 Alben vorgelegt. Dabei war ihre Veröffentlichungspolitik von hoher Schlagzahl und kurzer Spielzeit geprägt. Alben um oder unter 30 Minuten waren die Regel nicht die Ausnahme.
Das scheint sich mehr und mehr zu ändern. Mit Now or never reißen die Slowaken das dritte Mal in Folge ihren Longplay-Rekord.
Auch die bereits beobachtete Entwicklung bei den Texten setzt sich fort. Von der alten Trias „Sex and Drugs and Rock’n’Roll“ ist nun wirklich gar nichts mehr zu hören. In dem finalen deutschsprachigen „Zwanzig“ wird das sogar ironisch kommentiert.
Nachdem wir mit zwei Stücken des treibenden melodischen Thrashs begrüßt wurden, der für das Quintett typisch ist, tauchen die beiden Stichworte auf, die das Erscheinungsbild immer stärker prägen: „relativ ruhig“ und „akustisch“.
Akustische Intros (z.B. „Diversion“ oder „Warriors of Light“) und Mittelparts („Lazy Bitch“) werden eher zur Regel denn zur Ausnahme. Auch Stücke, bei denen ich mir „durchgehend ruhig“ notiert habe („Zwanzig“, „The Terminators“) tauchen auf. Was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass Ballsqueezer erst einmal eine lustvolle Thrash-Band ist.
Textlich steigt das Album mit einem SF- und einem Frankestein-Text ein, um dann einer Generation den Stinkefinger zu zeigen, die das, was die Vorfahren mühsam erarbeitet haben, einfach so hinnehmen ohne selber etwas zu schaffen.
Hauptthema aber ist der Kampf um diese Welt, der durchaus von Hoffnung geprägt ist. „The Black and the White“, dessen gebrummelte Vocals ein klein(!) wenig in Richtung Growls gehen, weißt auf den Dualismus von Gut und Böse hin, vor dessen Hintergrund dieser Kampf stattfindet. Das schnelle „Now or never" macht unmissverständlich klar, wann der Zeitpunkt für diesen Kampf ist.
Ob man diese Wandel, die sich schon seit einiger Zeit andeuteten und nun noch deutlicher werden, begrüßt oder verflucht, dürfte Geschmacksache sein. Textlich wirkt das Ganze deutlich erwachsener und gereifter; auf der anderen Seite reiht man sich mehr oder weniger austauschbar in den Reigen eines textlichen Metal-Mainstreams ein.
Musikalisch wird die Band differenzierter und interessanter; verliert aber etwas an der unbekümmerten Raserei der früheren Jahre.
Es wird spannend sein, die Entwicklung von Ballsqueezer weiter zu verfolgen. (Live bleibt es wohl weiter bei wenigen Konzerten ausschließlich in der Slowakei.)

Trackliste
| 1 | Dale is back | 3:17 |
| 2 | Onryo | 5:01 |
| 3 | Lazy Bitch | 4:07 |
| 4 | The Terminators | 3:27 |
| 5 | Warriors of Light | 3:18 |
| 6 | The Black and the White | 3:15 |
| 7 | Now or never | 2:38 |
| 8 | Diversion | 6:14 |
| 9 | Zwanzig | 3:22 |
Besetzung
Peat – Schlagzeug
Pedro Pe – Lead Gitarre
Daddy – Bass und Gesang
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

