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Reviews

Andreas Feith / Markus Harm

Abstract Truth


Info

Musikrichtung: Jazz

VÖ: 29.08.2025

(Doublemoon Records, Bertus)

Gesamtspielzeit: 58:52

Internet:

https://www.andreasfeith.com/
https://wp.markusharm.de/
https://www.challengerecords.com/catalogue/7/
https://www.martinaweinmar.de/

Der Pianist Andreas Feith aus Saarlouis und der Saxofonist Markus Harm aus Stuttgart veröffentlichen als Jazz-Duo gemeinsam das Album Abstract Truth, das im Studio des Bayerischen Rundfunks in Nürnberg eingespielt wurde. Welche anderen Beispiele für eine solche Kombination gibt es? Nun, spontan fallen mir zwei "Klassiker" ein, 1975 waren es Dave Brubeck und Paul Desmond mit "1975: The Duets" und 1977 Archie Shepp und Horace Parlan mit "Goin' Home".

Während das Erstgenannte voller lyrischer und zarter Momente erfüllt ist, so ist auch der eher avantgardistische Shepp beim zweitgenannnten Album entspannter im Spiel, und zusammen mit den pianistischen Begleitern haben sie sehr melodische Musik eingespielt.

Wie verhält es sich nun mit Andreas Feith / Markus Harm? Auf jeden Fall ist Harm näher an Shepp als Desmond und Feith begleitet sehr einfühlsam zwischen Ruhe und teils ekstatischen Momenten. So ist es es den beiden Musikern gelungen, eine individuelle Reise durch zehn Songs vorzuführen. Drei Fremdkompositionen, "Darn That Dream" von Jimmy Van Heusen, "Blood Count" von Billy Strayhorn und "Smoke Gets In Your Eyes" stehen den übrigen eigenen Stücken der Beiden entgegen, von Harm allein stammt jedoch nur "Long Way Home".

Die Kompositionen beinhalten nicht allein Jazz, sondern auch mitunter halten Elemente aus der klassischen Musik Einzug, sehr gut herauszuhören aus dem Pianospiel von Feith auf "Unfolding Path". So ergibt sich letztlich eine großartige Geschmeidigkeit und Verspieltheit innerhalb der Songs, und das ergibt mitunter eine quirlige Frische.

Doch auch Improvisation wird groß geschrieben, wie zum Beispiel mit "Out In Space", das im Untertitel "Improvisation" genau darauf hinweist. Der Presse-Info ist jedoch auch zu entnehmen, dass für die Beiden wohl gerade auch die Verwendung von Jazz-Standards eine große Erfüllung darstellen, so Feith: "Wenn wir Standards spielten, ergaben sich die erfüllendsten Momente." "Da sind wir komplett frei", ergänzt Harm.

Ja, und da ist es schon, "Darn That Dream", eine Komposition, von der es etwa sechshundert Versionen geben soll. Sie stammt aus dem 1939er Broadway-Musical "Swingin' the Dream", und wenn es die Beiden vortragen, kann man sich in der Tat in jene Zeit zurückversetzen. Es überrascht dennoch, dass man sich bei den Standards relativ eng daran gehalten hat, die eigenen Titel wirken letztlich lebhafter, offener und "moderner", doch persönlich empfinde ich die Interpretationen der Standards als sehr ansprechend, vor Allem "Smoke Gets In Your Eyes" strahlt eine großartige Ruhe und Gelassenheit aus, und mit dem ganz feinen und zarten Vortrag mit wunderschön nostaligischem Anstrich.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Abstract Truth (8:40)
2 Unfolding Path (4:16)
3 Out In Space Improvisation (8:07)
4 Darn That Dream (5:02)
5 Calm (5:33)
6 Tune For K (5:17)
7 Blood Count (8:28)
8 Long Way Home (4:57)
9 Ringelegängele (2:26)
10 Smoke Gets In Your Eyes (6:03)

Besetzung

Markus Harm (alto & soprano saxophone)
Andreas Feith (piano)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger