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Reviews

Heart Line

Falling Heaven


Info

Musikrichtung: AOR / Hard Rock

VÖ: 21.03.2025

(Pride & Joy / Believe)

Gesamtspielzeit: 50:29

Internet:

http://www.heartline-official.com

Nix mehr mit Neonfarben! Als ich kurz vor der Veröffentlichung zum ersten Mal das Cover und den Titel des neuen Heart Line-Albums sah, war mir klar: Falling Heaven, dessen Frontmotiv einen attackierenden Flieger zeigt, das das Hollywood-Sign ins Fadenkreuz nimmt und gerade im Begriff ist, auf den Knopf zu drücken, dürfte um einiges härter ausfallen als die beiden Vorgänger Back In The Game (2021) und Rock´n´Roll Queen (2023). Und in der Tat, energiegeladene Nummern wie das Titelstück „Falling Heaven“, „Fire In The Sky“, das die Platte mit einer kurzen, schön dramatisch klingenden Tasten/Saiten-Kombi glänzend eröffnet, oder „We Rule The Night“ (nein, das ist keine Virgin Steele-Coverversion, sondern eine Hommage an Ronnie James Dio, den Lieblingssänger von Bandkopf Yvan Guillevic) haben deutlich mehr Biss. Darüber hinaus wurden sie ebenso geschickt wie geschmackvoll mit Hardrock-Elementen angereichert. Angenehmer Nebeneffekt: Auf diese Weise kommt die Band näher an den eigenen Livesound heran, ohne Fans der ersten beiden Alben zu vergraulen.

Die ständige, schrittweise Weiterentwicklung zeigt sich neben den strafferen Arrangements besonders in Emmanuel Creis´ Gesang. Er ist unüberhörbar mit der Qualität der Musik gewachsen, sein Gesang klingt mittlerweile kräftiger, selbstbewusster und souveräner. Das dürfte ebenfalls auf die absolvierten Auftritte zurückzuführen sein! Wo auch immer die „neue“ Ausdruckskraft herkommt, jedenfalls profitieren davon vor allem die Balladen, bei denen der Sänger bisher relativ blass blieb. Die sanften Töne kommen jetzt viel glaubwürdiger rüber – Kompliment! Es ist auch Creis´ Verdienst, dass z.B. „Silent Dreamers“ eine derart eigenständig klingende AOR-Perle geworden ist!

Wie von Heart Line gewohnt, sind die Soli von Yvan Guillevic ein besonderer Genuss. Ich würde ihn nicht als Gitarrenhelden im klassischen Sinne bezeichnen, dennoch sorgt sein Mix aus logischem Aufbau à la Michael Schenker und explosiven, dabei stets kontrollierten Ausbrüchen bei jedem Anhören aufs Neue für Begeisterung!

Wenn das Quintett seinen Weg mit der auf dieser Scheibe demonstrierten Entschlossenheit weitergehen, gelingt ihm mit dem nächsten Album vielleicht der ganz große Wurf. Das Zeug dazu haben die Franzosen allemal. Und auch die nötige Reife! Hört Euch nur mal an, was im Rausschmeißer „Broken Heart“ abgeht...! Einfach nur Wow!



Michael Schübeler

Trackliste

1Fire In The Sky4:29
2God Has A Plan3:27
3Everytime You Smile4:46
4Falling Heaven4:08
5Liar3:48
6You Crossed The Line4:27
7Silent Dreamers4:35
8We Rule The Night4:03
9I Don´t Want To Live Without You4:26
10Wake Up4:02
11Love Song4:26
12Broken Heart3:52

Besetzung

Emmanuel Creis (Vocals)
Yvan Guillevic (Guitar)
Jorris Guilbaud (Keyboards)
Dominique Braud (Bass)
Walter Français (Drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger