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Reviews

John Fogerty

Legacy


Info

Musikrichtung: Rock

VÖ: 22.08.2025

(Concord/Universal)

Gesamtspielzeit: 59:55

Internet:

https://johnfogerty.com/
https://concord.com/labels/concord-records/
https://www.promo-team.de/

Untertitel: "the Creedence Clearwater Revival years"!

Klar doch - John Fogerty werden alle kennen. Spätestens, wenn der Bandname Creedence Clearwater Revival erscheint, dürfte letztlich der "Groschen gefallen" sein!

Und noch ein erneutes Revival, nämlich zwanzig Titel der ehemaligen Band, die Fogerty neu aufgenommen hat. So betrachtet es der Künstler sicher auch als einen Sieg bezüglich der Rückeroberung seines künstlerischen Eigentums! Denn nun besitzt er die vollen Rechte an seinem großen Songkatalog.

Als Teil des Booklets finden wir eine abgedruckte handschriftliche Erklärung von Fogerty, die ich hier gern wiedergeben möchte:

"When I was three years old, my mother sat me down and gave me a little yellow record. There were two songs on this little record, and she played them for me; “Oh Susanna” and “Camp Town Races.” Then she explained that Stephen Foster was the writer of both songs. I have often wondered how my mother felt about that moment; what she was thinking? Because something very profound happened in my life because of that little ceremony. A spark was ignited in my soul, in my imagination and I began to pay attention to songs and the craft of creating them. As I grew up, I learned about other wonderful songwriters, some of them favorites of my mom and many, many more that I discovered on my own.
Here's the thing - It’s the song
It’s the song
It’s the song
I did not know if I would become a good songwriter. But I sure knew that’s what I wanted to do!
This record is a celebration of my songs,
My Legacy".

Damit will er letztlich aussagen, dass es stets um Songs geht, und er genau das wollte, ein guter Songwriter zu werden. Ja, das ist er in der Tat, beweisen das doch diese ausgesuchten zwanzig Titel, und auch die Aufnahme in die Songwriters Hall of Fame sollte ihm doch sehr gefallen haben, so denke ich.
Im Übrigen gibt es eine Limited Edition mit 2 Bonus Tracks, in Deutschland & Österreich exklusiv für jpc! Die beiden Songs stammen von der Celebration Tour 2024.

In der Regel klingen viele Originalsongs und die nun neu eingespielten recht ähnlich, mit dem ältesten, vom ersten Album, ist "Porterville", der einzige Song vom Debüt, etwas anders, ich mag die neue Interpretation lieber, sie klingt professioneller und dichter im Sound. "Bayou Country" war damals das zweite Album. "Born On The Bayou", "Bootleg", "Proud Mary", alles klasse Songs, es hätte mich gewundert, wenn Fogerty sie nicht wieder herangezogen hätte. Fast identisch klingen sie, aber auch geglätteter, dieser originale Swamp Sound der Originale fehlt mir hier.

Und genau das spüre ich auch bei allen Songs der nachfolgenden Veröffentlichungen. Dieser ganz spezielle Groove von Drummer Doug Clifford konnte nicht entsprechend dargestellt werden, die neuen Versionen empfinde ich halt mehr rockend. Gleichwohl sollte man davon ausgehen, dass es keinen schlechten Song unter den Neuinterpretationen gibt, nur strahlen sie, so empfinde ich es, andere Emotionen aus, wirken professioneller und sind weniger geschmeidig.

Es gibt aber auch Ausnahmen, so klingen zum Beispiel "Bad Moon Rising" oder "Lodi" fast schon identisch. Als sehr gut gelungen halte ich auch diese besondere Stimmung, wie sie mit "Run Through the Jungle" auch in der jetzigen Version verbreitet wird, diese gefällt mir schließlich hier besser, Fogerty's Gesang passt absolut perfekt und noch einen Tick rauer vielleicht. Und einer meiner Lieblingssongs, "Who'll Stop the Rain" kann mich auch voll überzeugen, transportiert er doch dieses besondere Feeling.

Das letzte Album der damaligen Band war "Mardi Gras". Seinerzeit hatte Fogerty nur noch drei Songs komponiert, und wie beim ersten Album fand auf Legacy nur ein Titel, hier "Someday Never Comes" Einzug. Insgesamt ist diese Veröffentlichung natürlich mit guter Musik gefüllt, ehrlich, ohne Ausschmückungen, direkt gespielter Rock mit sofortigem Wiedererkennungswert, eine Zeitreise, auf den neueste Stand gebracht. Ob das nun notwendig war, das sei Jedem/Jeder selbst überlassen.

"Suzie Q" war der erste Song, mit dem ich Creedence Clearwater Revival kennen lernte, noch heute finde ich ihn sehr beeindruckend, und im Rahmen einer persönlichen Hitliste wäre er noch immer darunter, doch konnte er aufgrund dessen, dass Fogerty ihn nicht komponierte, natürlich nicht dabei sein. Und - welche Songs fehlen mir noch? "Tombstone Shadow", "It Came Out of the Sky", "Ramble Tamble" und "Sweet Hitch-Hiker" hätte ich gern noch dabei gehabt.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Up Around The Bend (2:44)
2 Who’ll Stop The Rain (2:29)
3 Proud Mary (3:06)
4 Have You Ever Seen The Rain (2:42)
5 Lookin’ Out My Back Door (2:34)
6 Born On The Bayou (5:12)
7 Run Through The Jungle (3:04)
8 Someday Never Comes (4:03)
9 Porterville (2:21)
10 Hey Tonight (2:39)
11 Lodi (3:12)
12 Wrote A Song For Everyone (4:51)
13 Bootleg (3:04)
14 Don’t Look Now (2:11)
15 Long As I Can See The Light (3:32)
16 Down On The Corner (2:44)
17 Bad Moon Rising (2:21)
18 Travelin’ Band (2:08)
19 Green River (2:33)
20 Fortunate Son (2:17)
ggf. Boni:
21 Bad Moon Rising (Live)
22 As Long As I See The Light (Live)

Besetzung

soweit bekannt:

John Fogerty (vocals, guitars)
Shane Fogerty
Tyler Fogerty
Matt Chamberlain
Bob Malone
Bob Glaub
Rob Stone
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So bewerten wir:

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06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
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